Football for All in Nordirland

Der Nordirische Fußballverband (IFA) erhält viel Lob für seine herausragende Arbeit in der nordirischen Gemeinde im Rahmen des Projekts Football For All (Fußball für alle).

Women's World United - eine geglückte Initiative aus Nordirland
Women's World United - eine geglückte Initiative aus Nordirland ©IFA

Der Nordirische Fußballverband (IFA) erhält viel Lob für seine herausragende Arbeit in der nordirischen Gemeinde im Rahmen des Projekts Football For All (Fußball für alle).

Die IFA wurde jüngst von der UEFA eingeladen, um beim ersten Workshop für soziale Verantwortung in Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina, ihre Arbeit in diesem Projekt vorzustellen.

Das Projekt Football for All (FFA) wird von der Abteilung für Beziehungen zwischen den Gemeinden geleitet und soll "eine unterhaltsame, sichere und inklusive Kultur zwischen allen Schichten des Fußballs" kreieren. Dazu heißt es: "Football for All soll mithelfen, Sektierertum und Rassismus zu bekämpfen. Eckpfeiler von Football for All sind Erziehung, Unterstützung und Kommunikation."

In diesem Rahmen entstanden so genannte Erziehungs-Zentren, die mit gutem Beispiel vorangehen wollen, wenn es darum geht, durch den Fußball gegen Sektierertum und Rassismus vorzugehen. Trainer und freiwillige Mitarbeiter veranstalten Trainingseinheiten, in den das Bewusstsein der Teilnehmer geschärft werden soll, zudem soll die Botschaft dieses Projekts in zahlreichen Workshops übermittelt werden.

Im Bereich Unterstützung hilft der Verband irischen Ligaklubs, die Beziehungen zur eigenen Gemeinde zu verbessern; Partnerschaften mit Gemeinde-Gruppen und Fans einzugehen, um Football for All-Initiativen zu gründen und um Schlüsselprojekte wie das interkulturelle Fußballprojekt World United zu fördern, das um Respekt für die Vielfalt in diesem Sport wirbt.

Ein weiterer Teil der Gemeinde-Arbeit ist die jährliche Verleihung der Football for All-Preise, das Erstellen von DVDs und die Abhaltung von Workshops, die dazu dienen, die Klubs mit Gemeinde-Gruppen zusammenzubringen.

Das Projekt Football for All begann im Jahr 2000, als die IFA eine FFA-Strategie startete, um Sektierertum zu bekämpfen, dazu wurde auch eigens ein FFA-Beratungsgremium gegründet. 2004 wurde das FFA ein wichtiger Teil der neuen Abteilung für Gemeinde-Beziehungen im Zentrum der IFA. 2010 entwarf der Verband einen offiziellen Slogan für Football for All.

"Wir wollen vor allen den Fußball in Nordirland fördern", sagte Jenny Penrose, Spendenbeauftragte des IFA, den Teilnehmern des Workshops in Sarajevo. "Dies ist unser Ziel, seit der Irische Fußballverband 1880 gegründet wurde und dazu stehen wir noch heute.“

"Am Anfang [des Projekts Football for All] haben wir versucht, Netzwerke zu gründen, die uns bei unserer Arbeit helfen sollten. So entstand das FFA-Beratungsgremium, das die Arbeit von Football for All maßgeblich unterstützt. Sie haben uns in den letzten zwölf Jahren sehr geholfen."

Seither wurden zahlreiche Breitenfußball-Initiativen gestartet. Das Belfast United Forum wirbt für Gemeinde-Engagement, Sport und soziale Inklusion; Game of Three Halves nutzt die Anziehungskraft des Sports, um für Respekt und Vielfalt zu werben; Street League gibt Obdachlosen, ehemaligen Strafgefangenen, Drogen- und Alkoholabhängigen, Langzeitarbeitslosen, Flüchtlingen und Asylbewerbern durch den Fußball neue Motivation; Women's World United und World United bieten wöchentliche Trainingseinheiten für Kicker verschiedener Nationalitäten, um ihre Integration zu erleichtern.

Auf internationaler Ebene unterstützt Football for All Anti-Rassismus-Initiativen der UEFA und von FARE und fördert den Frauenfußball. In Zusammenarbeit mit den Fans möchte man Barrieren der Vergangenheit einreißen, so wurden die Fans auch eingebunden in den Konsultationsprozess vor der Umgestaltung des Windsor Parks in Belfast in das National Football Stadium.

Die IFA und ihr Football for All-Team legen großen Wert auf das Feedback der Beteiligten. Penrose sagte: "Einzigartig an Football for All ist, dass wir immer wieder Forschungen in unsere Arbeit einfließen lassen, wir analysieren den sozialen und ökonomischen Einfluss unserer Arbeit. Wir machen dies, wo immer es uns möglich ist."

Die Arbeit in Nordirland wird mittlerweile auch schon in der Europäischen Union anerkannt. "In den letzten zehn Jahren hat das Football For All-Projekt dafür gesorgt, dass die Atmosphäre in Nordirland bei internationalen Fußballspielen friedlich, sicher und familienfreundlich geworden ist", sagte der EU-Komissar für Regionalpolitik, Johannes Hahn. "Indem dieses Projekt Schlüsselpartner aus dem privaten und dem öffentlichen Bereich zusammengeführt hat, spielte man eine zentrale Rolle bei der Förderung von Gemeinde-Beziehungen im Fußball (…) Aber Football For All hat nicht nur lokal Großes bewirkt, wir sehen dieses Projekt auch als Vorbild für andere Länder in ganz Europa."

"Wir haben uns fest vorgenommen, den Fußball in Nordirland zu verändern, und wir haben ihn schon zugänglicher für weite Kreise der Bevölkerung gemacht", sagte Penrose. "Ich denke, dass es für jedes Projekt nützlich ist, zu wissen, was gut funktioniert und was man besser machen könnte. Wir wissen, dass die Arbeit niemals aufhören wird – aber die Anerkennung macht uns Mut."

 

 

Oben