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Fußball für alle: ÖFB ermutigt von den Reaktionen auf Joshua Cavallos Coming-Out

Der ÖFB hat im Kampf gegen Homophobie Pionierarbeit geleistet und kann somit gut beurteilen, welche Auswirkungen das Coming-Out des Australiers Joshua Cavallo langfristig haben könnte.

Josh Cavallo von Adelaide United – ein Vorbild in den Augen des ÖFB.
Josh Cavallo von Adelaide United – ein Vorbild in den Augen des ÖFB. Getty Images

Der Österreichische Fußballbund (ÖFB) hat als erster Verband Europas eine Ombudsstelle für alle Menschen im Fußball, die aufgrund ihrer Sexualität Diskriminierung erfahren haben, eingerichtet. Ombudsmann Oliver Egger glaubt, dass die positiven Reaktionen auf das jüngste Bekenntnis des australischen A-League-Spielers Joshua Cavallo zu seiner Homosexualität andere ermutigen werden, es ihm gleichzutun.

„Wir hoffen, dass Joshuas mutige Entscheidung andere inspirieren wird, Zuversicht hinsichtlich eines eigenen Coming-Outs zu schöpfen“, erklärte Oliver Egger, der für das gegen Homophobie im Fußball gerichtete ÖFB-Programm „Fußball für Alle“ tätig ist.

Im Oktober bekannte sich Adelaide-Verteidiger Joshua Cavallo öffentlich zu seiner Homosexualität. Er gehört damit zu einem sehr kleinen Kreis männlicher Fußballer, die sich noch während ihrer aktiven Karriere geoutet haben. Der Australier erhielt für seinen Schritt viel Rückhalt von prominenten Spielern, Experten und Fans sowie von einer beträchtlichen Anzahl an Topklubs.

„Ich bin sehr stolz auf Joshua. Ich weiß, was es heißt, schwul zu sein und Fußball zu spielen. Ich kann ihm nur meinen Respekt zollen“, so Egger. „Solche Geschichten sind so wichtig für junge Menschen, weil sie nach Vorbildern suchen. Er ist jemand, zu dem die Jugendlichen aufschauen.“

Michele Uva, UEFA-Direktor für Fußball und soziale Verantwortung

„Die UEFA hat stets die Auffassung vertreten, dass der Fußball ein Ort sein sollte, an dem jeder er selbst sein kann. Joshuas Schritt ist ein wichtiges Zeichen, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden.“

Neue Wege gehen

Mit Unterstützung des Programms der UEFA für Fußball und soziale Verantwortung (FSR) und der österreichischen Bundesliga betrat der Verein „Fußball für Alle“ vor zwei Jahren Neuland, als er Oliver Egger, den ersten österreichischen Fußballer, der sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannte, zum Ombudsmann machte.

Alle Personen im österreichischen Fußball, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung eine Form von Diskriminierung erfahren haben oder sich im Hinblick auf ein mögliches Coming-Out unsicher sind, können Oliver Egger über eine vertrauliche Hotline kontaktieren.

„Mit seinen wegweisenden Bemühungen, den Fußball von Homophobie zu befreien, leistet der ÖFB auch einen wesentlichen Beitrag zu unserer Vision eines Sports, in dem solche Bekenntnisse eines Tages ganz normal sein werden“, lobte Michele Uva. „Das Programm ,Fußball für Alle‘ stellt ein Modell dar, und ich appelliere an alle unsere Nationalverbände, es zu übernehmen.“

Wie Österreichs Fußball gegen Homophobie vorgeht
Wie Österreichs Fußball gegen Homophobie vorgeht

„Der ÖFB steht für Respekt, Vielfalt, Toleranz und Integration in allen Bereichen der Gesellschaft. Wir möchten eine Kultur schaffen, in der alle Menschen und Gruppen von Menschen gleichermaßen mit Respekt behandelt werden“, so ÖFB-Präsident Gerhard Milletich. „Der Fußball verfügt über eine starke integrative Kraft, die wir nutzen, um für unsere Werte einzustehen und eine resolute Haltung gegen Intoleranz jeglicher Art zu vertreten.“

„Mutig, aber notwendig“

Ingo Mach, der FSR-Verantwortliche des ÖFB, der für den Aufbau von „Fußball für Alle“ zuständig war, beurteilt Cavallos Entscheidung als „mutig, aber notwendig“.

„Hoffentlich zeigen die Reaktionen überall auf der Welt, besonders vonseiten der Fans, dass es immer weniger Bedenken hinsichtlich eines Coming-Outs geben sollte“, so Mach.

Im Rahmen des Programms werden auch Workshops abgehalten, um die Fußballfamilie insgesamt für die Thematik zu sensibilisieren, angefangen von Schulkindern, über Breitensportvereine, bis hin zum Profisektor und Nationalverbänden über Österreichs Grenzen hinaus. Ingo Mach ist der Überzeugung, dass der Rückgang homophober Vorfälle im österreichischen Fußball zumindest teilweise dem Erfolg des Programms bei der Sensibilisierung der Öffentlichkeit zuzuschreiben ist.

Link zum Thema: Fußball vereint: Grenzen einreißen, Communities aufbauen