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Nachwuchs auf hohem Niveau

Die Technischen Beobachter Jarl Torske und Dr. György Mezey lassen die U19-EM für Frauen Revue passieren.

Von Kevin Ashby aus Heviz

Die Technischen Beobachter der UEFA, Jarl Torske und Dr. György Mezey, haben zwar verschiedene sportliche Hintergründe, doch sie waren sich nach der UEFA-U19-Europameisterschaft für Frauen einig, dass der Fußball auf dieser Ebene weiter auf dem Vormarsch ist.

Technischer Direktor
Im Jahr 1992 begann Torske seine Tätigkeit beim Norwegischen Fußballverband. Als Co-Trainer errang er 2000 mit der Frauen-Mannschaft die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Sydney, ehe er die U19-Mannschaft übernahm. Mezey ist Technischer Direktor und Trainer-Ausbilder beim Ungarischen Fußballverband. Außerdem war er der letzte Trainer, der Ungarn bei der FIFA-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko zur Endrunde eines großen Turniers führte.

"Viel gelernt"
Mezey ist von den jüngsten Erfahrungen begeistert: "Ich bin direkt von der FIFA-U20-Weltmeisterschaft hierher gereist. Es war eine tolle Erfahrung, den besten jungen Männern der Welt und den besten jungen Frauen Europas zuzuschauen. Ich habe viel gelernt und fand es sehr interessant. Ich habe einige überragende, aber auch ein paar schlechte Mannschaften gesehen, dennoch waren die durchschnittlichen Leistungen sehr stark. Die besten Mannschaften spielen auf einem ähnlich hohen Niveau wie der männliche Nachwuchs."

"Großartige Erfahrung"
Torske, der Norwegen ins Endspiel des Wettbewerbs 2003 geführt hatte, war ebenfalls erstaunt über das, was er in Ungarn beobachten durfte: "Ich habe es überaus genossen. Ich bin schon so lange U19-Trainer, aber es ist großartig, die Begegnungen von einem anderen Standpunkt aus zu beobachten. Wir haben den technischen Nachbericht erstellt, sowie Mannschaften und Trends analysiert, um möglichst viele Eindrücke festzuhalten."

"Herausragende Torfrauen"
Die Beobachter glauben, das Teilnehmerfeld in drei unterschiedliche Klassen einteilen zu können: Frankreich, Russland und Deutschland an der Spitze, dann die Schweiz, Finnland und England, während Schottland und Ungarn am Ende anzusiedeln sind. Besonders erfreut war Torske über die außerordentlich guten Torwartleistungen. "Wir haben mit Sarah Bouhaddi aus Frankreich und der Russin Elvira Todua zwei herausragende Torfrauen gesehen, aber auch die Finnin war sehr gut. Sie verfügen über ein beeindruckendes Stellungsspiel und können den Ball sicher am Fuß führen. Darüber hinaus leisten sie einen wichtigen Beitrag im Spiel nach vorne."

"Ein Schritt nach vorn"
"Es war definitiv ein Schritt nach vorn, denn wir haben auch exzellente Außenverteidiger gesehen, die sich ins Offensivspiel mit einschalten, die Angreifer unterstützen und so Überzahlspiel schaffen. Besonders die Französinnen haben dies perfektioniert, aber auch die Engländerinnen haben es gut beherrscht. Es war verblüffend zu beobachten, dass in jeder Mannschaft eine extrem gute Torjägerin vorhanden war, die über Schnelligkeit und Treffsicherheit verfügt."

Lob an die Trainer
Als Mitglied der Technischen Studiengruppe der UEFA, die von Andy Roxburgh angeführt wird, ließ Mezey es sich nicht nehmen, die Arbeit der acht Trainer zu loben. "Die Vorbereitungen auf die Spiele waren exzellent, und während der Spiele haben sie sehr gut auf die jeweiligen Situationen reagiert. Darüber hinaus haben sie erstklassige Strategien entwickelt und diese prima umgesetzt. Russland hat dies gegen Deutschland besonders gut gemacht und von einer Manndeckung auf eine Raumdeckung umgestellt. Dies hat ihnen letztendlich den Sieg gebracht."

Starke Vorstellung
Für Torske war jener 3:1-Halbfinalerfolg der Russinnen der Höhepunkt des Turniers. "Die Vorstellung von Russland in der zweiten Halbzeit gehört zu den besten Leistungen, die ich auf diesem Level in den letzten Jahren gesehen habe. Die Art und Weise, wie sie sowohl individuell als auch im Kollektiv die Kontrolle über die Begegnung übernommen haben, war großartig. Alle Offensivspieler haben auf höchstem Niveau gespielt, ständig Chancen herausgearbeitet und sehenswerte Tore erzielt. Es war ein Vergnügen, ihnen dabei zuzuschauen."