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Ausbildung der Stars von morgen

uefa.com sprach mit den technischen Beobachtern der UEFA, Gerhard Hitzel und Roy Millar.

Von Andrew Haslam aus Belfast

Die Endrunde der UEFA-U19-Europameisterschaft in Nordirland hat für die technischen Beobachter der UEFA, Gerhard Hitzel und Roy Millar, überraschende Erkenntnisse gebracht.

Die Rolle der Trainer
Hitzel arbeitet beim Österreichischen Fußball-Bund als technischer Leiter der Traineraus- und -fortbildung. Millar ist Trainer der nordirischen U21-Nationalmannschaft und zudem Fußballdirektor des Nordirischen Fußballverbandes. Für beide war diese Endrunde eine lohnenswerte Erfahrung.

Ausgeglichener Wettbewerb
"Das war ein sehr interessantes Turnier, denn vor dem letzten Spieltag der Gruppenphase hatte noch jede Mannschaft die Möglichkeit, ins Halbfinale einzuziehen", meinte Millar gegenüber uefa.com. "Das war ein sehr enges Turnier, niemand musste eine klare Niederlage einstecken. Die acht Mannschaften lagen sehr eng beisammen. Ich denke, das ist bezeichnend für das Niveau bei diesem Turnier - und das war sehr hoch."

Hohes Niveau
"In der einen Gruppe lagen Frankreich, England und Norwegen vor dem letzten Gruppenspiel sehr eng zusammen, und das Niveau bei der Partie zwischen Frankreich und England war sehr hoch", fuhr Millar fort. "In der anderen Gruppe stach Serbien und Montenegro heraus. Daneben waren auch noch die Deutschen und Griechen sehr stark. Es gab in jeder Gruppe also drei Teams, die ins Halbfinale hätten einziehen können."

Schöne Überraschung
Hitzel war ebenfalls der Meinung, dass hier ein hohes Niveau herrschte: "Ich war über die Stärke der Norweger sehr erstaunt. Wir wussten alles über Deutschland, England, Frankreich sowie Serbien und Montenegro, die traditionell starken Mannschaften haben. Aber von Norwegen und auch von Armenien war ich überrascht - sie hatten die jüngste und körperlich kleinste Truppe, aber sie haben richtig guten Fußball gespielt. Man konnte sehr gut erkennen, dass sie technisch sehr beschlagen sind."

Unterschiedliche Spielweisen
Die Beobachtungen des Duos bilden die Grundlage des technischen Berichts der UEFA im Anschluss an dieses Turnier. Diesen Bericht werden alle 52 Mitgliedsverbände erhalten. Die Beiden haben einige interessante Trends ausgemacht. "Es gibt einen klaren Kontrast zwischen den beiden Spielweisen", sagte Millar. "Einige Teams spielen einen technisch starken Fußball, und einige andere konzentrieren sich mehr auf das Pressing."

Neuer Trend
"Der andere Trend, den wir festgestellt haben, ist die Rückkehr vieler Trainer zum 4-3-3-System. Ich denke, bei der [FIFA-] Weltmeisterschaft nächstes Jahr in Deutschland werden viele Mannschaften so spielen", ist Millar überzeugt. "Damit hat man mehr Optionen im Angriff, während es defensiv bedeutet, dass man Spieler sehr schnell zurückziehen und mit fünf Mann im Mittelfeld agieren kann. Diese Formation ist sehr aufregend, wenn man mit zwei Außenstürmern spielt. Bei diesem Turnier gab es bisher ein ausgeprägtes Flügelspiel, und ich denke, dass sich dieser Trend auch bei den Senioren durchsetzen wird. International wurde immer das traditionelle 4-4-2 gespielt, doch das wird sich ändern."

Informationen weiter geben
Das Duo glaubt ebenfalls, dass sich dieses Turnier positiv auf die einzelnen Verbände auswirken wird. Hitzel sagte: "Roy und ich sind verantwortlich für die Trainerausbildung in unseren Ländern. Deshalb ist es sehr wichtig für mich, die Vorbereitungen zu sehen, das Aufwärmen vor dem Spiel und die Ansprache der Trainer. Hier kann ich alles mit eigenen Augen sehen. Und wenn ich dann nach Österreich zurückkehre, kann ich diese Informationen weiter geben. Die Ausbildung ist ohne Zweifel besser, wenn man das, was man weiter gibt, selbst gesehen hat. Deshalb ist das eine sehr, sehr gute Erfahrung."

Praktische Erfahrung
Millar meinte weiter: "Bei einer großen Endrunde, egal ob U17, U19 oder U21, haben die Trainerausbilder immer die Möglichkeit zu sehen, was in der Praxis passiert. Und das können sie dann alles mit nach Hause nehmen. Es hilft, um das Niveau der Trainer in unserem Land zu verbessern."