Der englische Fußball trauert um Ray Clemence

Der frühere Torwart des FC Liverpool, von Tottenham Hotspur und der englischen Nationalmannschaft, der mit den Reds dreimal den Pokal der Landesmeister gewann, ist im Alter von 72 Jahren verstorben.

Kevin Keegan, Ray Clemence und Phil Thompson  (England)
Kevin Keegan, Ray Clemence und Phil Thompson (England) Liverpool FC via Getty Images

Der englische Fußball trauert um seinen ehemaligen Nationalkeeper Ray Clemence, der mit dem FC Liverpool dreimal den Pokal der europäischen Meistervereine und zweimal den UEFA-Pokal holte.

Die Torwartlegende von der Anfield Road trug darüber hinaus 61 Mal die Farben ihres Landes und war eine tragende Säule der Liverpooler Elf, die in den 1970er-Jahren zu den besten Mannschaften Europas gehörte. Nachdem er 1967 von Scunthorpe United in die Stadt am Mersey gewechselt war, spielte Clemence sagenhafte 665 Mal für die Reds und stand bei den Europapokal-Triumphen 1977, 1978 und 1981 zwischen den Pfosten. Im ersten Finale, 1977 in Rom, parierte er beim Stande von 1:1 eine Großchance von Uli Stielike und trug so maßgeblich zum 3:1-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach bei.

Bereits 1973 hatte er die Titelträume den Borussen vereitelt, als er im Hinspiel des UEFA-Pokal-Finales einen Elfmeter abwehrte; in der Folge sicherte sich Liverpool mit einem Gesamtergebnis von 3:2 die Trophäe. Seinen zweiten UEFA-Pokal holte er 1976, und als er Anfield 1981 in Richtung Tottenham verließ, konnte er darüber hinaus auf fünf englische Meistertitel, einen FA-Cup- und einen Ligapokal-Gewinn zurückblicken.

Mit den Spurs sicherte sich Clemence 1982 den FA Cup und in der Saison 1983/84 trug er mit seinen Leistungen zum UEFA-Pokal-Erfolg des Londoner Vereins bei, wenngleich er das Endspiel verpasste.

In der Nationalmannschaft wäre er gewiss auf mehr als 61 Einsätze gekommen, hätte er nicht mit Peter Shilton einen weiteren Spitzentorwart zum Konkurrenten gehabt. Er debütierte im November 1972 unter Sir Alf Ramsey gegen Wales; bei der EM-Endrunde 1980 in Italien wechselte er sich mit Shilton ab und bestritt zwei Gruppenspiele.

Beim Duell gegen Brasilien 1981 im Wembley-Stadion durfte er seine Mannschaft als Kapitän auf den Platz führen; es sollte indessen das einzige Mal bleiben, und bei der FIFA-WM 1982 in Spanien war ihm lediglich ein Platz auf der Bank vergönnt. „Die traurige Nachricht von Ray Clemence’ Tod hat mich sehr mitgenommen“, so Peter Shilton. „Wir waren Rivalen, aber gute Freunde. Ray war ein hervorragender Schlussmann mit einem unglaublichen Sinn für Humor.“

Nach seiner aktiven Karriere war Clemence als Torwarttrainer tätig – auch für die Three Lions, zunächst 1996 unter Glenn Hoddle und ein weiteres Mal in der Ära von Roy Hodgson. Bis er 2013 endgültig zurücktrat, hatte er darüber hinaus eine leitende Position bei den englischen Juniorennationalmannschaften inne.

Seit 2005 litt Ray Clemence an Prostatakrebs, nun ist er im Alter von 72 Jahren verstorben. Die englische Nationalmannschaft wird ihm vor dem Anpfiff der UEFA-Nations-League-Partie gegen Island an diesem Mittwoch in Wembley gedenken.

Seine Familie sagte in einer Stellungnahme: „Mit großer Trauer teilen wir Ihnen mit, dass Ray Clemence heute im Kreise seiner Lieben friedlich entschlafen ist. Nach einem langen, schweren Kampf hat er nun Frieden gefunden und leidet keine Schmerzen mehr. Wir möchten all denen ein großes Dankeschön aussprechen, die ihm über die Jahre mit Freundschaft und Unterstützung zur Seite gestanden haben. Er hat uns allen sehr viel bedeutet und wird uns für immer im Gedächtnis bleiben.“