50 Jahre deutscher Frauenfußball

Fünf Jahrzehnte Frauenfußball mit zahlreichen Erfolgen und aktuell über einer Million registrierter Mädchen und Frauen.

50 Jahre deutscher Frauenfußball
50 Jahre deutscher Frauenfußball

Am Samstag beging Deutschland das 50-Jahr-Jubiläum des deutschen Frauenfußballs. Bei den Feierlichkeiten konnte auf die zahlreichen Triumphe auf und neben dem Rasen in zurückgeblickt werden.

Mit zwei Weltmeister- und acht Europameistertiteln sowie einer olympischen Goldmedaille ist Deutschland zweifelsohne eine der erfolgreichsten Frauenfußballnationen Europas. Hinter diesen Erfolgen verbirgt sich jedoch eine 50-jährige Geschichte harter Arbeit und großen Einsatzes.

Am 31. Oktober 1970 wurde der Frauenfußball offiziell in die Statuten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) aufgenommen. Wenngleich die Berücksichtigung des Frauenfußballs zu diesem Zeitpunkt offiziell gemacht wurde, hat der Weg dorthin bereits viel früher begonnen. Während die frühen Jahren geprägt waren vom Kampf um Anerkennung und Gleichstellung, genießt das Land mittlerweile einen ausgezeichneten Ruf auf Klub- und Nationalmannschaftsebene.

Eine starke Plattform für Erfolg

Die deutschen Nationalspielerinnen mit dem EM-Pokal nach dem Finalsieg gegen Norwegen bei der EM-Endrunde 1991.
Die deutschen Nationalspielerinnen mit dem EM-Pokal nach dem Finalsieg gegen Norwegen bei der EM-Endrunde 1991. Bongarts/Getty Images

Der Frauenfußball entwickelte sich rasch; die erste nationale Meisterschaft fand 1974 statt, bei der sich der TuS Wörrstadt zum Landesmeister krönte. Bis heute bildet das Klubsystem die Grundlage des deutschen Frauenfußballs: „Davon lebt der deutsche Frauenfußball“, wie Nadine Keßler, FIFA-Weltfußballerin des Jahres 2014, erklärt.

Der nächste große Meilenstein war die Gründung der Nationalmannschaft 1982 mit dem ersten Länderspiel gegen die Schweiz am 10. November desselben Jahres. Der Erfolg auf internationaler Ebene ließ nicht lange auf sich warten: Nur sieben Jahre später konnten sich die deutschen Fußballfrauen über den Europameistertitel auf heimischem Boden freuen.

Heute spielen über 1,1 Mio. Frauen und Mädchen als registrierte Mitglieder in deutschen Fußballklubs, wobei der deutsche Frauenfußball knapp 10 000 Mannschaften zählt. Unzählige aktive Freiwilligen tragen zur erfreulichen Entwicklung des Frauenfußballs bei und bilden so die Basis für den Erfolg auf allen Ebenen, von der Basis bis zur Spitze.

Eine starke Botschaft

DFB-Präsident Fritz Keller sagte im Rahmen der Feierlichkeiten: „Heute sollte es selbstverständlich sein, dass wir, wenn wir von Fußball sprechen, immer auch den Frauenfußball mitdenken. Natürlich müssen wir dafür beharrlich jeden Tag kämpfen. Aber wir machen sichtbare Fortschritte auf unserem Weg, zuletzt etwa haben viele Lizenzvereine ihr Engagement für den Frauenfußball deutlich ausgeweitet. Das sind starke Signale mit Strahlkraft.“

Nadine Keßler wurde 2013 mit der deutschen Elf Europameisterin.
Nadine Keßler wurde 2013 mit der deutschen Elf Europameisterin.©UEFA.com

Zur Anerkennung dieses halben Jahrhunderts Frauenfußball richtete der DFB sein Wort an 50 Personen, die dem Frauenfußball den Weg geebnet haben und integraler Bestandteil der Erfolgsgeschichte des deutschen Frauenfußballs waren. Zu diesen gehörte auch die jetzige UEFA-Bereichsleiterin Frauenfußball, Nadine Keßler, die sagte: „Ich glaube, dass wir noch mehr Aufmerksamkeit für den Frauenfußball generieren können. Um den Frauenfußball nachhaltig an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen, ist die Sichtbarkeit der Liga ein ganz wichtiger Faktor.“

Silvia Neid, Trainerin der Weltmeisterinnen 2007, erinnerte sich, wie sie im Anschluss an diesen Erfolg überall auf begeisterte Menschen traf, die den Frauenfußball gut fanden. Die zweimalige Welt- und Europameisterin Renate Lingor lobte hingegen die Fortschritte, die vor allem in den letzten Jahren gemacht wurden: „Selbst in der Zeit nach meinem Karriereende bis heute hat sich viel getan. Als Kind kannte ich die Nationalspielerinnen nicht, weil sie einfach nicht im Fernsehen präsent waren. Heute sind sie bekannt und damit Idole und Vorbilder für Mädchen.“

Weitere Informationen über die Serie „50 Jahre Frauenfußball“ sind auf der Website des DFB erhältlich.