Russland im Wandel der Zeit

Trotz großer politischer Umwälzungen hat Russland auch international immer wieder für Aufsehen gesorgt.

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Der Russische Fußballverband (RFS) gehört zu den Verbänden, die nach dem Zusammenbruch der UdSSR ihre Selbständigkeit erlangt haben. Im Laufe der Jahre, sowohl vor als auch nach den politischen Umwälzungen, haben russische Fußballspieler und Trainer im Welt- und europäischen Fußball immer wieder für Furore gesorgt, und auch heute ist dies nicht anders.

Die Gesamtrussische Fußballunion (VFS) wurde am 6. Januar 1912 von Vertretern der Fußballligen in St. Petersburg gegründet. Am 17. Juli 1912 wurde die VFS Mitglied der FIFA, und die russische Nationalmannschaft nahm in diesem Jahr an den Olympischen Spielen teil. Die VFS wurde nur fünf Jahre alt. In dieser Zeit fanden zwei russische Meisterschaften statt, an denen vor allem Klubs aus den großen Städten teilnahmen. Die Meisterschaft 1912 gewann St. Petersburg, ein Jahr später triumphierte Odessa. 1914 wurde die Meisterschaft nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges abgebrochen.

Nach der Revolution im Jahr 1917 wurden in Russland bis 1922 keine Fußballwettbewerbe veranstaltet. Die erste sowjetische Meisterschaft im Jahr 1923 gewann eine Mannschaft aus Moskau, und die Nationalmannschaft gab im August 1931 gegen die Türkei ihr Länderspieldebüt. Die Fußballmannschaften, die vor 1917 gegründet worden waren, wurden aufgelöst, und Klubfußball fand erst wieder in den 30er-Jahren statt. 1936 wurde die erste sowjetische Klub-Meisterschaft ausgetragen. Veranstalter war ein für den gesamten Sport zuständiges Ministerium, der 1929 ins Leben gerufene Oberste Gesamtrat für Körperkultur.

Eine Regierungsinstanz, die in Russland nur für den Fußball verantwortlich war, wurde 1935 eingesetzt, als die Fußballsektion des Sportministeriums die Aufgabe übernahm, sämtliche Fußballaktivitäten des Landes zu zentralisieren. Das funktionierte bis 1959. In diesem Jahr wurde der Fußballverband der UdSSR (FFUSSR) als unabhängige Organisation gegründet, bevor auch er fünf Jahre später dem Sportministerium unterstellt wurde.

Politische Entwicklungen Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre führten zum Zusammenbruch der UdSSR und somit zur Gründung einzelner, unabhängiger Staaten sowie Fußballverbände. Im Februar 1992 wurde der RFS ins Leben gerufen, der die Aufgaben und Funktionen des früheren FFUSSR übernahm.

Nachdem sich die Nationalmannschaft der Sowjetunion 1992 für die UEFA-Europameisterschaft in Schweden qualifiziert hatte, wurde entschieden, dass eine Mannschaft der "Gemeinschaft Unabhängiger Staaten" unter dem Namen CIS spielen solle, was dann auch geschah. Bei der UEFA EURO '96 in England und der UEFA EURO 2004 in Portugal war Russland als eigenständige Nationalmannschaft dabei. Unter der Führung von Guus Hiddink schafften es die Russen mit tollem Fußball bis ins Halbfinale der UEFA EURO 2008 in Österreich und der Schweiz.

Die Nationalmannschaften der Sowjetunion haben im Laufe der Jahre im Welt- sowie im europäischen Fußball ihre Spuren hinterlassen. So war die UdSSR, die insgesamt an sieben FIFA-Weltmeisterschaften teilgenommen hat und 1966 mit dem vierten Platz in England das beste Ergebnis feierte, 1960 der erste Europameister nach einem 2:1-Finalsieg in Paris gegen Jugoslawien. Die Sowjets gewannen zudem 1956 und 1988 olympisches Gold. Bei der EURO '88 wurde das Endspiel erreicht. Auch die Junioren verbuchten zahlreiche Erfolge, darunter den Gewinn der UEFA-U21-Europameisterschaften 1980 und 1990, während die U23 1976 erfolgreich war.

Auf Klub-Ebene haben russische Mannschaften zweimal den UEFA-Pokal gewonnen. Der PFC CSKA Moskva machte 2005 den Anfang, als der Sporting Clube de Portugal im Endspiel besiegt wurde, ehe der FC Zenit 2008 im Endspiel Sieger gegen Rangers FC war. Zenit wurde anschließend die erste russische Mannschaft, die den UEFA-Superpokal ins Land holen konnte. Unter sowjetischer Flagge gewann der ukrainische Verein FC Dynamo Kyiv einen Europapokal: 1975 und 1986 jeweils den Europapokal der Pokalsieger, sowie 1976 den UEFA-Superpokal. Die georgische Mannschaft des FC Dinamo Tbilisi triumphierte 1981 im Pokal der Pokalsieger.

Zu den großen sowjetischen Spielern zählen Lev Yashin, der 1963 ebenso zu Europas Fußballer des Jahres gewählt wie dies später Oleh Blokhin (1975) und Igor Belanov (1986) gelang. Ein weiterer bedeutender Name ist Renat Dasaev, der 1988 als bester Torhüter der Welt ausgezeichnet wurde. Doch auch die Zukunft ist vielversprechend, nachdem Russland bei einem Treffern des FIFA-Exekutivkomitees im Dezember 2010 als Gastgeber der WM 2018 bestimmt wurde.

Präsident

Generalsekretär

Aleksandr Alaev

Aleksandr Alaev
Aleksandr Alaev©RFS/Mikhail Shapaev

Nationalität: Russe
Geboren: 30. Oktober 1979
Generalsekretär seit: 2016

• Aleksandr Alaev machte seinen Abschluss im Bereich Global Economics und nahm als Spieler mit der russischen Beach-Fußball-Nationalmannschaft an zahlreichen bedeutenden internationalen Turnieren teil.

• Alaev kam 2007 zum RFS und arbeitete von 2012 bis 2013 als Geschäftsführer für den Verband, ehe er am 18. Dezember 2013 zum Generaldirektor berufen wurde.

• Alaev ist seit 2015 Mitglied des UEFA-Marketing-Komitees. Zu Beginn des Jahres 2016 wurde er zum Generalsekretär des RFS ernannt, behielt aber zugleich seine Rolle als Generaldirektor.

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