Fußball überlebt Rückschläge

Lettlands lange Fußballgeschichte reicht bis ins Jahr 1906 zurück, als in Riga alles begann.

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Seit Beginn der 20. Jahrhundert wird in Lettland Fußball gespielt. Das erste dokumentierte Spiel fand 1906 bei einem Sportfestival statt, das in Riga vom Sportverband Keizarmežs organisiert wurde.

Die ersten Fußballvereine wurden 1907 und 1908 von britischen und deutschen Auswanderern, die in der lettischen Hauptstadt lebten, ins Leben gerufen. Der erste lettische Hauptstadtklub - Amatieris - wurde erst 1910 gegründet. Ein anderes Fußballzentrum bildete sich in Liepaja, wo schon 1909 der FC Olimpija entstand. Im Februar 1910 wurde die Riga-Fußball-Liga gegründet, die von 1910 bis 1915 Wettkämpfe veranstaltete.

Nach dem Ersten Weltkrieg erlangte Lettland die Unabhängigkeit. Im Juni 1921 wurde der Lettische Fußballverband (LFS - Latvijas Futbola Savieniba) gegründet, und dieser veranstaltete die nationalen Meisterschaften bis 1927, als die Virslīga (Premier League) ins Leben gerufen wurde. Der erste lettische Pokal wurde erst zehn Jahre später ausgetragen. Es nahmen 78 Mannschaften daran teil.

Lettland wurde 1922 Mitglied der FIFA. Die erste Partie der Nationalmannschaft fand 1922 gegen Estland statt, das Freundschaftsspiel endete 1:1-Unentschieden. Danach nahm die Mannschaft an den Olympischen Spielen 1924 in Paris teil. Vier Jahre später hatte der LFS die Idee, einen baltischen Pokal einzuführen, an dem die Nationalmannschaften von Estland, Lettland und Litauen teilnehmen sollten. Das erste Turnier wurde noch im selben Jahr in Tallinn ausgetragen und von Lettland gewonnen. Die lettische Mannschaft nahm 1938 auch an der Qualifikation zur FIFA-Weltmeisterschaft teil, gewann zweimal gegen Litauen, verlor jedoch 1937 das entscheidende Spiel gegen Österreich.

1940 wurde Lettland von der UdSSR besetzt, und fast alle Vereine wurden aufgelöst. 1941 begann eine sowjetisch-lettische Meisterschaft. Dieser Wettbewerb wurde allerdings von den Deutschen unterbrochen, die die UdSSR überfielen. Während der deutschen Besatzung zwischen 1942 und 1944 nahmen die Mannschaften unter ihren alten Namen an der lettischen Meisterschaft teil. Durch den Einmarsch der Roten Armee wurde die Saison 1944 jedoch unterbrochen, und Lettland wieder in die UdSSR eingegliedert.

Zwischen 1945 und 1991 wurde die sowjetisch-lettische Meisterschaft regelmäßig ausgetragen. Das Format des Wettbewerbs wurde einige Male geändert, bis 1963 die A Klase gegründet wurde. Es nahmen jährlich bis zu drei lettische Mannschaften an der Meisterschaft der UdSSR teil.

Im August 1991 wurde Lettland wieder unabhängig und begann 1992, mit dem neu gegründeten Lettischen Fußballverband (LFF - Latvijas Futbola Federäcija) den Spielbetrieb in der Virslīga neu zu organisieren. Im gleichen Jahr wurde Lettland Mitglied der UEFA.

Präsident

Kaspars Gorkšs

Kaspars Gorkšs
Kaspars Gorkšs©LFF

Nationalität: Lette
Geboren: 6. November 1981
Präsident seit: 2018

• Kaspars Gorkšs wurde in Riga geboren. Sein Vater Juris Gorkšs war viele Jahre im Fußball tätig. Er arbeitete für den Lettischen Fußballverband (LFF) und gründete den FK Auda, wo Kaspars seine ersten Schritte im Fußball machte.

• Schon früh in seiner Karriere zog Gorkšs nach Schweden, wo er für Östers IF und Assyriska Föreningen spielte. Später kehre er in seine Heimat zurück, wo er mit dem FK Ventspils 2006 seinen einzigen lettischen Meistertitel holte. Gorkšs spielte anschließend einige Jahre in England für den FC Blackpool, den FC Reading, die Wolverhampton Wanderers und die Queens Park Rangers. Er ist einer von lediglich drei lettischen Fußballern, die es in die englische Premier League geschafft haben. Für kurze Zeit spielte er zudem in Griechenland und Tschechien.

• Gorkšs bestritt 89 Partien für die lettische Nationalmannschaft und war lange Zeit ihr Kapitän. 2017 beendete er seine Spielerkarriere und wurde im April 2018 nach dem Rücktritt von Guntis Indriksons zum LFF-Präsidenten gewählt. Gorkšs möchte sich auf die Entwicklung der lettischen Fußballinfrastruktur konzentrieren. „Ich habe auf dem Platz immer bis zur letzten Minute gekämpft und werde mich in meiner neuen Rolle auf dieselbe Weise einsetzen“, bekräftigte er.

 

 

Generalsekretär

Edgars Pukinsks

Edgars Pukinsks
Edgars Pukinsks©LFF

Nationalität: Lette
Geboren am: 20. Dezember 1984
Generalsekretär seit: 2018

• Nach seinem Master-Abschluss in Sport, Erziehung und Sportwissenschaften setzte Edgars Pukinsks seine Ausbildung mit einem Certificate und einem Diploma of Advanced Studies in Fußballmanagement am Schweizer Hochschulinstitut für öffentliche Verwaltung (IDHEAP) der Universität Lausanne fort.

• Von 2004 bis 2007 war Pukinsks als Juniorentrainer in zwei Lettischen Fußballakademien tätig, bevor er 2007 zum Lettischen Fußballverband (LFF) kam, um im Bereich der Trainerausbildung und als Administrator für die Juniorennationalteams zu arbeiten. 2008 wurde er zum geschäftsführenden Sekretär der LFF ernannt, später zum Leiter der Administration und 2012 zum stellvertretenden Generalsekretär. Im Juni 2018 wurde Pukinsks Generalsekretär.

• Pukinsks stand bei verschiedenen Junioren-, Klub- und Nationalmannschaftswettbewerben der UEFA als UEFA-Delegierter im Einsatz.

 

 

 

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