Italien reiht Erfolg an Erfolg

Italiens Spieler, Vereine und Trainer stehen schon seit vielen Jahren an der Spitze des europäischen Fußballs.

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Der Italienische Fußballverband (FIGC - Federazione Italiana Giuoco Calcio) wurde am 16. März 1898 in Turin gegründet. Das erste offizielle Turnier fand im gleichen Jahr zwischen vier Mannschaften aus Norditalien statt und dauerte nur einen Tag. Sieger wurde Genoa 1893, das alle Spiele gewann. 

1929/30 fand die Meisterschaft erstmals in einem Ligaformat statt. Es gab nur eine oberste Spielklasse und nicht wie bisher Gruppen und Playoffs, in denen die Titelträger ermittelt wurden. Dieser Schritt und die Bezahlung der Spieler begründeten das Profitum in Italien. Die Coppa Italia wurde 1922 erstmals ausgetragen, aber erst wieder zwischen 1935 und 1943 fortgesetzt, ehe sie 1958 endgültig etabliert wurde. Juventus ist in den beiden obersten, nationalen Wettbewerben mit 32 Serie-A-Meisterschaften und elf Erfolgen in der Coppa Italia Rekordtitelträger.

Das erste Länderspiel bestritt Italien am 15. Mai 1910 im Mailänder Arena-Stadion - ein 6:2 gegen Frankreich. Kurz darauf legte der Erste Weltkrieg jegliche Aktivitäten rund um den Fußball lahm, aber nach dem Krieg feierten die Italiener, mit Giorgio Vaccaro als FIGC-Präsident, ihre größten Erfolge auf internationaler Bühne. Die Azzurri gewannen unter Trainer Vittorio Pozzo die FIFA-Weltmeisterschaften 1934 und 1938. Garanten für den Erfolg waren Giuseppe Meazza und Eraldo Monzeglio sowie 1938 Amedeo Biavati, Alfredo Foni und Silvio Piola. Zwischen den beiden WM-Triumphen holte man 1936 auch noch die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen.

Italien schaffte es nicht, auf den Erfolgen der 30er-Jahre aufzubauen, und es dauerte bis in die 60er-Jahre, ehe die Azzurri unter Artemio Franchis Führung als FIGC-Präsident die Siegermentalität neu entdeckten. Mit Stars wie Gianni Rivera, Sandro Mazzola, Gigi Riva, Dino Zoff und Giacinto Facchetti siegten sie bei der UEFA-Europameisterschaft 1968 und erreichten das Finale der WM 1970, ehe Franchi den italienischen Verband verließ, um Präsident der UEFA zu werden.

1982 gewann Italien mit Spielern wie Paolo Rossi, Zoff, Claudio Gentile, Antonio Cabrini, Bruno Conti, Gaetano Scirea und Marco Tardelli den dritten WM-Titel seiner Geschichte. Zwar waren die Italiener Gastgeber der WM 1990, doch für den großen Erfolg sollte es nicht reichen, denn im Halbfinale mussten sie sich im Elfmeterschießen Argentinien geschlagen geben, sodass das Team von Azeglio Vicini am Ende Platz drei belegte. Franco Baresi, Paolo Maldini und Roberto Baggio hießen die Leistungsträger bei der WM 1994, bei der man das Endspiel erreichte, dort aber im Elfmeterschießen gegen Brasilien verlor.

Vier Jahre später kam das Aus im Viertelfinale gegen Gastgeber Frankreich. Die Generation um Filippo Inzaghi, Francesco Totti und Christian Vieri scheiterte bei der UEFA EURO 2000 erst in der Verlängerung des Endspiels, als ein Golden Goal Frankreich den Gewinn des EM-Titels bescherte. Nach dem frühen Aus bei der WM 2002 und der UEFA EURO 2004 feierte die Nation unter der Leitung von Trainer Marcello Lippi in Deutschland den vierten WM-Gewinn. Die Stars dieser an Persönlichkeiten reichen Mannschaft waren Gigi Buffon, Fabio Cannavaro, Francesco Totti, Alessandro Del Piero und Andrea Pirlo. Buffon und Pirlo waren sechs Jahre später noch Leistungsträger, als Italien das Endspiel der UEFA EURO 2012 erreichte.

Im Jugendbereich konnten die italienischen Mannschaften einige Erfolge feiern. Die UEFA-U21-Europameisterschaften 1992, 1994, 1996, 2000 und 2004 gingen allesamt an die Italiener ebenso wie der Titel bei der U19-EM 2003. Auch die U16 (heute U17) holte 1982 und 1987 den Titel, viele Jahre zuvor gewann Italien 1958 ein internationales Jugendturnier der UEFA. Italien hat auch im Futsal tolle Ergebniss erreicht, gewann 2004 im eigenen Land die Europameisterschaft, was zehn Jahre später in Belgien ebenfalls gelang. Die italienischen Vereine haben bislang 44 Triumphe in den UEFA-Vereinswettbewerben feiern können*: Der AC Milan führt die Liste mit 17 Titeln an, gefolgt von Juventus (zehn), dem FC Internazionale Milano (acht), Parma FC (vier), SS Lazio (zwei). Jeweils einmal siegten der SSC Napoli, UC Sampdoria und ACF Fiorentina.

Italien steht seit Jahren an der Spitze des europäischen Fußballs und hat mit seinen Spielern, Vereinen und Trainern wie Pozzo, Ferruccio Valcareggi, Enzo Bearzot, Vicini, Arrigo Sacchi, Cesare Maldini, Zoff, Giovanni Trapattoni, Roberto Donadoni, Lippi und Antonio Conte weitreichenden Einfluss auf das Spiel.

*UEFA Champions League, UEFA-Pokal/UEFA Europa League, UEFA-Superpokal, Europa/Südamerika-Pokal, Pokal der Pokalsieger

Präsident

Gabriele Gravina

Gabriele Gravina
Gabriele Gravina©FIGC

 Nationalität: Italienisch
Geboren: 5. Oktober 1953
Präsident seit: 2018

Gabriele Gravina wurde im Oktober 2018 zum Präsidenten des Italienischen Fußballverbands (FIGC) gewählt.

Gravina bringt langjährige Erfahrung im Fußball mit und war insbesondere von 1984 bis 1996 Präsident des Amateurvereins von Castel di Sangro. Die Mannschaft aus dem 5 000-Seelen Dorf wurde berühmt, da sie innerhalb von zehn Jahren fünf Mal aufstieg und schließlich die Serie B erreichte.

Seit 2005 war er darüber hinaus Präsident der dritthöchsten italienischen Spielklasse Lega Pro, bevor er das Amt im Oktober 2018 niederlegte. „Ich möchte einen Fußball für junge Menschen, der keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern macht, über feste Regeln und eine moderne Infrastruktur verfügt und die technologischen Entwicklungen berücksichtigt“, so der Anwalt und Universitätsprofessor nach seiner Wahl um FIGC-Präsidenten.

  

Generalsekretär

Marco Brunelli

Marco Brunelli
Marco Brunelli©FIGC

Nationalität: Italienisch
Geburtsdatum: 2. September 1963
Generaldirektor seit: 2019

Marco Brunelli trat sein Amt als Generaldirektor des Italienischen Fußballverbands (FIGC) am 18. Februar 2019 an. Nach Abschluss seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften und langjähriger Tätigkeit für das unabhängige Wirtschaftsforschungs- und Consulting-Unternehmen Nomisma, das für Firmen, Verbände und die öffentliche Hand tätig ist, wechselte Brunelli zur Lega Serie A, wo er in der Folge verschiedene Positionen innehatte: Leiter des Studienzentrums (1998-2004), Verantwortlicher für das Lizenzierungssystem (2003), Sekretär (2004-10), Generaldirektor (2010-19) und CEO (2018-19).

Marco Brunelli verfügt über beträchtliche internationale Erfahrung. Er arbeitete mit den Europäischen Berufsfußballligen (EPFL) und dem World Leagues Forum zusammen und diente in der Vergangenheit bereits in diversen UEFA- und FIFA-Kommissionen. Ferner verantwortet er den Internationalen Master in Strategie und Planung von Sportveranstaltungen und Sportanlagen der Universitäten Parma und San Marino.

„Es handelt sich um eine große berufliche Herausforderung, die gleichzeitig sehr reizvoll und faszinierend ist“, bekannte Brunelli nach seiner Ernennung. „Wenn man, wie ich, seit so vielen Jahren in der Welt des Fußballs tätig gewesen ist, ist es eine große Ehre, einen Beitrag zur Arbeit der FIGC leisten zu dürfen.“

 

 

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