Bestechendes Bilbao

Bilbao fiebert zusammen mit elf weiteren europäischen Städten der EURO 2020 im nächsten Jahr entgegen, bei der es sich um die bislang größte Ausgabe in der Wettbewerbsgeschichte handelt.

Bilbao fiebert zusammen mit elf weiteren europäischen Städten der EURO 2020 im nächsten Jahr entgegen, bei der es sich um die bislang größte Ausgabe in der Wettbewerbsgeschichte handelt.
Bilbao fiebert zusammen mit elf weiteren europäischen Städten der EURO 2020 im nächsten Jahr entgegen, bei der es sich um die bislang größte Ausgabe in der Wettbewerbsgeschichte handelt. ©Getty Images

Nach einer mehr als 50-jährigen Pause wird die Elite des europäischen Nationalmannschaftsfußballs nun wieder in Spanien zu Gast sein. Dieses Mal fieber Bilbao zusammen mit elf weiteren europäischen Städten der EURO 2020 im nächsten Jahr entgegen, bei der es sich um die bislang größte Ausgabe in der Wettbewerbsgeschichte handelt.

Für Luis Rubiales, den Präsidenten des Spanischen Fußballverbands (RFEF), birgt die EURO 2020 ungeahnte Möglichkeiten, um Bilbaos imposantes Estadio de San Mamés sowie die Gastfreundschaft und landschaftliche Schönheit des Baskenlands in Szene zu setzen. Auch der spanischen Nationalelf bietet sich erneut eine einmalige Bühne.

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Sichtbar stolz und voller Vorfreude berichtet Rubiales von der Rolle Bilbaos in der kommenden EM. „Ich gehe davon aus, dass es eine EURO der besonderen Art wird, da wir das 60-jährige Jubiläum des Wettbewerbs begehen“, betonte er. „Deshalb möchte die UEFA die Dinge anders angehen. In Spanien fühlen wir uns geehrt, dass Bilbao zu den Austragungsorten der EURO 2020 gehört. Unser Land hat eine lange fußballerische Tradition. Wir sind immer bescheiden gewesen, aber unsere Geschichte erfüllt uns auch mit Stolz, weshalb wir glauben, dass wir zum Erfolg des Wettbewerbs beitragen können. Zudem verfügt Bilbao über ein brandneues, erst vor einigen Jahren eröffnetes Stadion, das sich unweit des alten San Mamés [das ehemalige Stadion von Athletic Bilbao] befindet, das auch als „La Catedral“ bekannt war. Damit haben wir alle Anforderungen erfüllt, um Teil dieses Vorhabens zu werden. Wir freuen uns daher sehr, dass unsere Kollegen bei der UEFA der Ansicht waren, dass sich die Stadt ihren Platz unter den Austragungsorten verdient hat. Die Menschen im Baskenland sind in besonderem Maße fußballbegeistert. Doch das ist nicht nur hier der Fall: Wir erwarten Zuschauer aus allen Landesteilen und hoffen natürlich auch auf Gäste aus dem Ausland. Bilbao ist eine Stadt, die von allem etwas zu bieten hat.“

Eine Kulturmetropole
Rubiales führt einige der Sehenswürdigkeiten der Stadt auf, die neben einem reichhaltigen Kulturangebot für ihre kulinarischen Spezialitäten bekannt ist. „Die älteste Sehenswürdigkeit ist wohl die Catedral de Santiago Apóstol, aber mit dem Stadion San Mamés hat auch der Fußball seine eigene Kathedrale. Kunstliebhaber pilgern zum Guggenheim-Museum. Daneben bietet Bilbao ein breites Spektrum an Kultur und Sehenswürdigkeiten sowie eine fantastische Gastronomie-Szene. Ich hoffe, dass die einheimische Bevölkerung und die angereisten Gäste von dem Wettbewerb profitieren werden und spüren, dass er für sie ausgerichtet wird.“

Dank der kulturellen Vielfalt, die eine EM in zwölf verschiedenen Ländern in Europa mit sich bringt, dürfen sich die Fans laut Rubiales eines einmaligen und abwechslungsreichen Ergebnisses gewiss sein. Gleichzeitig könnten neue Länder unter Beweis stellen, dass sie in der Lage seien, die Endrunde eines großen Turniers auszurichten.

Luis Rubiales
Luis Rubiales©RFEF

Rubiales ergänzt: „In diesem Zusammenhang fällt mir ein Ausdruck ein, den UEFA-Präsident Aleksander Čeferin häufig verwendet. Er beschreibt den Sport gerne als Fußballpyramide – oben sind die ganz Großen, getragen wird der Fußball aber vom Unterbau. Mit diesem Verständnis hat die UEFA maßgeblich zur Entwicklung gesellschaftlicher Aspekte beigetragen. Und dank einer herausragenden Führungsleistung richtet sich das Augenmerk der UEFA auch auf die Schwächeren.“

Die Spannung steigt
Spanien muss sich, wie die anderen elf Ausrichterländer der UEFA EURO 2020 auch, für die Endrunde qualifizieren, was dem sportlichen Wettbewerb nur dienlich sein kann. Eine Qualifikation des Landes würde außerdem bedeuten, dass die spanische Nationalelf zum ersten Mal seit 1967 in Bilbao spielt. Vor diesem Hintergrund arbeiten der Spanische Fußballverband, die Stadtverwaltung und Athletic Bilbao eng zusammen, um den Fans ein unvergessliches Erlebnis zu bieten und dabei ein neues Kapitel Sportgeschichte aufzuschlagen.

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„Gar kein Zweifel, es wird einmalig“, fügt Rubiales hinzu. „Deshalb sind wir auf die Erfahrung der UEFA und die Unterstützung der baskischen Zivilgesellschaft, zu der auch die Mannschaft des einheimischen Athletic Club gehört, angewiesen und greifen gerne darauf zurück. Es ist ein sehr beliebter Verein mit einer Fangemeinde in ganz Spanien. Im Spanischen Fußballverband setzen wir auf eine gute Zusammenarbeit mit diesen verschiedenen Stellen. Die Tatsache, dass wir von allen Seiten Unterstützung erfahren, Athletic der RFEF sein Stadion zur Verfügung stellt und spanische Fans bei ihrem Besuch die Stadt in vollen Zügen werden genießen können, führt dazu, dass es sich wie eine Heim-EM anfühlt.“

Wie die anderen Ausrichterländer von UEFA-Wettbewerben wird auch Spanien an einem langfristigen Vermächtnis arbeiten können, wobei die Strategie von Rubiales und seinem Team auf zwei Säulen beruht: Zum einen soll an die Erfolge des spanischen Teams angeknüpft und zum anderen die spanische Gesellschaft unterstützt werden.

„Es geht insbesondere darum, Aspekte der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen“, erklärt Rubiales. „Ich unterscheide hier zwischen zwei Dingen. Zuerst einmal gibt es den Sport. Wir wünschen uns natürlich, dass es die spanische Nationalmannschaft soweit wie möglich im Turnier schafft. Umso besser, wenn wir das erreichen. Aber andernfalls werden wir wie gewohnt die Leistung der Siegermannschaft mit einem Händedruck würdigen. Es gibt aber auch eine soziale Seite: Welche langfristige Wirkung hat der Fußball auf die Gesellschaft und wie möchten wir, dass er die Stadt voranbringt? Nicht nur Europa, sondern die ganze Welt wird auf Bilbao, Biskaya, das Baskenland und Spanien schauen. Für mich ist es eine Gelegenheit, uns als offenes und warmherziges Land zu präsentieren, das einen positiven Eindruck bei seinen Gästen hinterlässt. Spanien ist eine führende Fußballnation, doch das Land hat weit mehr zu bieten. Das sage ich natürlich auch mit der nötigen Prise Respekt vor unseren Mitstreitern. Ähnliches gilt für andere Bereiche wie Tourismus und Gastronomie ... Ich denke, dass unsere Gäste gerne wiederkommen werden.“

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Bilbao
Die größte Stadt im Baskenland war früher ein Handels- und Industriezentrum, hat sich aber mittlerweile zur Kunst- und Kulturmetropole gemausert, seit das Guggenheim-Museum im Jahr 1997 eröffnet wurde. Der von Frank Gehry entworfene Bau ist ein zeitgenössisches Meisterwerk, das seinesgleichen sucht, und eines von mehreren Museen der Stadt, die im Rahmen der UNESCO-Initiative „Creative Cities“ 2014 als „Stadt des Designs“ ausgezeichnet wurde. Der urbane Wandel macht sich auch in der Fußballszene der Stadt bemerkbar, weshalb im Jahr 2013 das neue Estadio de San Mamés die gleichnamige, prestigeträchtige Sportstätte ersetzte, in der Athletic Bilbao traditionell spielte, und die unter anderem als Stadion der WM 1982 und heimisches Terrain für José Ángel Iribar, Torwart und spanischer Europameister im Jahr 1964, gedient hatte.

SPIELE

15. Juni: Spiel der Gruppe E
20. Juni: Spiel der Gruppe E
24. Juni: Spiel der Gruppe E
28. Juni: Achtelfinale

Dieser Artikel stammt ursprünglich aus UEFA Direct Nr. 185

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