Stevens hat bei PAOK große Ziele

Olympiacos FC hat 15 der letzten 17 Meisterschaften in Griechenland gewonnen, doch jetzt ist PAOK FC unter Trainer Huub Stevens angetreten, die Dominanz des Teams aus Piräus beenden.

Huub Stevens hofft bei PAOK auf ähnliche Erfolge wie auf Schalke
Huub Stevens hofft bei PAOK auf ähnliche Erfolge wie auf Schalke ©Getty Images

Olympiacos FC hat 15 der letzten 17 Meisterschaften in Griechenland gewonnen, doch jetzt ist PAOK FC unter Trainer Huub Stevens angetreten, die Dominanz des Teams aus Piräus beenden.

Genügend Motivation dürfte die Mannschaft aus Saloniki ohne Zweifel haben, liegt der letzte Titelgewinn von 1985 doch nun schon fast 30 Jahre zurück. Nicht zuletzt deshalb holte man einen Trainer, der geradezu Titel garantiert.

Im Juni gab PAOK zur Überraschung vieler Experten die Verpflichtung des Niederländers Huub Stevens bekannt. Der 59-Jährige arbeitete schon in Deutschland, den Niederlanden und Österreich, doch einen Namen machte er sich vor allem beim FC Schalke 04. Zwischen 1996 und 2002 coachte er die Knappen und gewann dort neben zwei DFB-Pokalen 1997 den UEFA-Pokal. Stevens kehrte später noch einmal nach Gelsenkirchen zurück, bis er dort im letzten Dezember seine Zelte abbrach. Nun kommt es in den Play-offs der UEFA Champions League zu einem Wiedersehen mit seinem alten Klub, bei dem ihn die Fans zum "Jahrhunderttrainer" gekürt haben.

"Es ist umso schöner für mich, dass es gegen Schalke geht und damit an einen vertrauten Ort mit vielen Freunden und Bekannten. Natürlich wird das schwer, aber wir werden für unsere Chance kämpfen", erklärte Stevens, der durchaus Gemeinsamkeiten zwischen Schalke und PAOK entdeckt hat.

"Ich habe hier die Chance bekommen, bei einem Traditionsklub mit riesigen Erwartungen zu arbeiten – mehr Motivation benötige ich nicht", erklärte Stevens nach seiner Vertragsunterschrift in Saloniki gegenüber UEFA.com.

Grund für die Verpflichtung von Stevens waren seine charakteristischen Eigenschaften, so PAOK-Präsident Zisis Vryzas. "Er glaubt an harte Arbeit und Disziplin", sagte Vryzas bei der Vorstellung von Stevens. "Diese zwei Eigenschaften haben uns bei PAOK in den letzten Jahren gefehlt, neben anderen Dingen wie Teamgeist und individuellen Qualitäten."

Letzte Saison zahlte man dafür einen hohen Preis: Im griechischen Pokal unterlag PAOK unter Trainer Georgios Donis im Halbfinale überraschend gegen Asteras Tripolis FC und in der Liga beendete man die Saison nach zahlreichen unnötigen Ausrutschern weit abgeschlagen hinter Meister Olympiacos auf dem zweiten Platz. Kann Stevens nun das Ruder herumreißen?

"Ich möchte, dass hier alles auf dem Thema Teamwork basiert – unsere Organisation, unser Teamspirit, unsere Leistungen auf dem Platz", versprach der Niederländer. "Niemand steht über der Mannschaft. Unser Ziel ist es, mit den Topteams mithalten zu können und jedes Spiel zu gewinnen. Am Ende der Saison werden wir dann sehen, wie gut das geklappt hat und was wir erreicht haben."

PAOK hat in den letzten zwölf Monaten einen großen Schritt in die richtige Richtung getan, die finanziellen Probleme gehören seit dem Einstieg eines russischen Investors mit griechischen Wurzeln der Vergangenheit an. Sportlich gelang es, das Schicksal von Traditionsklubs wie AEK Athen FC oder Panathinaikos FC zu vermeiden, die wegen finanzieller Gründe entweder in die dritte Liga zwangsabsteigen mussten oder in der ersten Liga einer mehr als ungewissen Zukunft entgegensehen. PAOK gelang es sogar, mit dem Leih-Engagement von Spielern wie Miroslav Stoch und Tomáš Necid auf die Verpflichtung von Javier Saviola durch Olympiacos zu kontern.

Doch bei allem Optimismus bleibt Stevens auch Realist. "Wir wollen in der Liga gut mithalten, aber es gibt einige Mannschaften, die sich große Hoffnungen machen. Wir werden unser Bestes geben, um im Mai ganz oben zu stehen, aber wir können nichts versprechen. Ich möchte, dass meine Spieler große Ziele haben, aber sie sollen sich auch schon jetzt der Schwierigkeiten bewusst sein, die in den nächsten Monaten auf sie lauern."

Am Samstag startet PAOK gegen Skoda Xanthi FC in die neue Saison und baut dabei vor allem auf die fanatische Unterstützung im heimischen Stadio Toumba. "Unsere Fans sind heißblütig und sehr lautstark", weiß Stevens. "Bei einer der letzten Trainingseinheiten im Toumba hatten wir über 12 000 Zuschauer, die die Mannschaft ständig angefeuert haben. Es ist ganz wichtig, dass wir diese Fans auf unsere Seite ziehen."