UEFA.com funktioniert besser bei anderen Browsern
Ab dem 25. Januar wird UEFA.com nicht mehr Internet Explorer unterstützen.
Um das bestmögliche Erlebnis zu haben, empfehlen wir, Chrome, Firefox oder Microsoft Edge zu verwenden.

Jacquets Weg vom "Lückenfüller" zum Weltmeister

Aimé Jacquet wurde vor 20 Jahren als eine Art "Lückenfüller" zum französischen Nationaltrainer - nur fünf Jahre später wurde er mit der Nationalmannschaft Weltmeister.

Aimé Jacquet feiert den Gewinn der FIFA-WM 1998
Aimé Jacquet feiert den Gewinn der FIFA-WM 1998 ©Getty Images

UEFA.com wirft zum 20. Jahrestag der Ernennung von Aimé Jacquet zum französischen Nationaltrainer einen Blick zurück auf die Erfolgsgeschichte des heute 72-Jährigen.

Jacquet übernahm den höchsten Trainerposten im französischen Fußball im Jahr 1993 und saß ganze 53 Länderspiele auf der Trainerbank. Fünf Jahre lang war er Nationaltrainer in Frankreich und sein größter Erfolg war ohne Frage der Gewinn der FIFA-WM 1998 im Finale von Paris durch das 3:0 über Brasilien. Danach war die Zeit von Jacquet als Nationaltrainer vorbei, doch mit diesem Erfolg legte er gleichzeitig auch den Grundstein für den Gewinn der UEFA EURO 2000 unter seinem Nachfolger Roger Lemerre.

Doch diese Erfolgsgeschichte war zu Beginn noch gar nicht vorauszusehen. Jacquet übernahm den Trainerposten am 17. Dezember 1993, nachdem die Franzosen kurz zuvor nach Niederlagen gegen Israel (2:3) und Bulgarien (1:2) die zweite WM-Teilnahme in Folge verpasst hatten. "Es war eine unschöne Zeit", sagte Jacquet. Zu dieser Zeit war Jacquet Assistenztrainer von Gérard Houllier und damit in der Wahrnehmung vieler nicht unschuldig an der Situation. "Ich war Teil der Mannschaft, die unter Gérard Houllier nicht erfolgreich genug war", sagte er. "Trotzdem fand ich es nur logisch, dass man mir nun eine Chance geben würde. Allerdings war ich zu Beginn wohl eine Art Lückenfüller."

Für einen möglichen Erfolg von Jacquet sprachen von Beginn an sein Wissen bezüglich der Strukturen in und um die Nationalmannschaft und seine Erfahrung auf der Trainerbank - mit dem FC Girondins de Bordeaux erreichte er unter anderem das Halbfinale des Pokals der europäischen Meistervereine 1984/85.

"Ich hatte mit Bordeaux genug erreicht und war schon lange genug im Umfeld der Nationalmannschaft tätig, um an eine positive Zukunft zu glauben", sagte Jacquet weiter. "Ich hatte mit viel Wissen und großen Ambitionen angefangen - und war sehr stolz auf meine Aufgabe. Für mich war der Trainerposten eine große Anerkennung aber auch eine große Herausforderung. Mir war nicht klar, dass ich den Trainerposten übernehmen würde, aber ich stellte mich dieser Herausforderung gerne. Ich kannte die Mannschaft gut und so gab es keine lange Einarbeitungszeit."

Der ehemalige französische Nationalspieler Youri Djorkaeff
Der ehemalige französische Nationalspieler Youri Djorkaeff©Getty Images

Jacquets erstes Spiel als Nationaltrainer sollte ein großer Erfolg werden. In Neapel gelang ein 1:0-Erfolg über Italien - es war der erste Sieg in Italien seit 1912, den Siegtreffer erzielte Youri Djorkaeff. "Zuvor mussten wir ein Länderspiel absagen und für das Spiel in Neapel mussten wir das Team ganz kurzfristig zusammenstellen - der Sieg kam also durchaus überraschend", sagte Jacquet. "Ein solcher Start gibt dir aber natürlich einiges an Selbstvertrauen. Spieler, Trainer und auch Verantwortliche fühlen sich danach natürlich wohler. Das war wichtig."

In der Folge sollten die Franzosen bis zum 9. November 1996 kein Länderspiel mehr verlieren - erst dann unterlag man Dänemark nach zuvor 30 Spielen ohne Niederlage in der regulären Spielzeit mit 0:3 in einem Freundschaftsspiel. In dieser Zeit gewann man unter anderem mit 10:0 gegen Aserbaidschan, der wichtigste Sieg war aber wohl das 3:1 in Rumänien in der Qualifikation für die EURO '96, durch das in der Mannschaft ein wirkliches Umdenken begann und großes Selbstvertrauen nach Frankreich zurückkehrte.

"Bis zu dieser Partie hatten wir ein ordentliches Team, doch die ganz großen Spiele blieben aus", sagte Jacquet. "Doch in Bukarest haben wir uns in Bestform präsentiert. Zu dieser Zeit waren die Rumänen das viertbeste Team der Welt." Bei der Endrunde der EURO '96 musste man sich dann aber im Halbfinale der Tschechischen Republik im Elfmeterschießen geschlagen geben.

Nach diesem Turnier fand ein Umbruch in der französischen Nationalmannschaft statt. "Wir haben einige weitreichende Entscheidungen getroffen", sagte Jacquet. "Ich habe das Team verjüngt und Spieler wie Éric Cantona, David Ginola und Jean-Pierre Papin aus dem Team genommen. Dafür kamen Spieler wie Djorkaeff, Zinédine Zidane und weitere junge Talente. So entwickelte sich eine erstklassige Nationalmannschaft in Frankreich."