Stéphanie Frappart leitet UEFA-Superpokal

Beim UEFA-Superpokal am 14. August in Istanbul wird Geschichte geschrieben, wenn Stéphanie Frappart zusammen mit überwiegend weiblichen Kolleginnen das Spiel zwischen dem FC Liverpool und dem FC Chelsea arbitrieren wird.

Stéphanie Frappart ()
Stéphanie Frappart () ©Sportsfile

032 – Zum ersten Mal wird eine bedeutende Europapokal-Begegnung der Männer von einer Frau geleitet.

Mit der Ernennung von Stéphanie Frappart als Schiedsrichterin für den UEFA-Superpokal am 14. August geht die UEFA neue Wege. Es wird das erste Mal sein, dass eine Frau ein bedeutendes UEFA-Wettbewerbsspiel der Männer leitet, den UEFA-Superpokal im Beşiktaş Park in Istanbul, bei dem der Titelhalter der UEFA Champions League auf den Sieger der UEFA Europa League trifft, um die neue Saison einzuläuten.

Im Juli dieses Jahres leitete die Französin bereits das WM-Finale der Frauen zwischen den USA und den Niederlanden in Lyon, und anlässlich der Frauen-EM 2017 pfiff sie das Halbfinale zwischen den Niederlanden und England. 

Frappart leitete das diesjährige Frauen-WM-Finale in Lyon.
Frappart leitete das diesjährige Frauen-WM-Finale in Lyon.©Getty Images

 

Das Refereeteam um Frappart besteht hauptsächlich aus Frauen. Die Assistentinnen sind die Französin Manuela Nicolosi und die Irin Michelle O'Neill, die beide ebenfalls die Erfahrung des Frauen-WM-Endspiels vom 7. Juli mitbringen. Als Vierter Offizieller fungiert der Türke Cuneyt Cakir.

UEFA-Präsident Aleksander Čeferin sagte: „Ich habe mehrmals betont, dass das Potenzial des Frauenfußballs keine Grenzen hat. Es freut mich deshalb umso mehr, dass Stéphanie Frappart als Schiedsrichterin sowie Manuela Nicolosi und Michelle O'Neill als Assistentinnen für den diesjährigen UEFA-Superpokal berücksichtigt wurden. Als europäischer Dachverband legen wir größten Wert darauf, dass sich der Frauenfußball auf allen Ebenen entwickelt. Ich hoffe, Millionen von Mädchen und Frauen in ganz Europa lassen sich von den Fähigkeiten und der Hingabe, welche Stéphanie Frappart auszeichnen, inspirieren. Sie sollen sehen, dass aus jedem Traum Wirklichkeit werden kann.“

Der UEFA-Schiedsrichterverantwortliche Roberto Rosetti lobte die Fähigkeiten Frapparts und betonte, dass sie die Möglichkeit, ein solch bedeutendes Spiel zu leiten, absolut verdiene:

„Stéphanie Frappart hat über Jahre hinweg gezeigt, dass sie eine der besten Schiedsrichterinnen ist, und zwar weltweit. Sie verfügt über das Rüstzeug, auf der großen Bühne zu bestehen, wie sie beim diesjährigen Frauen-WM-Finale bereits unter Beweis gestellt hat. Ich hoffe, dass sie mit dem Spiel in Istanbul ihren Erfahrungsschatz noch erweitern kann, jetzt, da sie sich auf dem Höhepunkt ihrer Schiedsrichterkarriere befindet.“

Frappart schrieb bereits auf nationaler Ebene Geschichte, war sie doch die erste Frau, die mit SC Amiens gegen RC Straßburg im April eine Begegnung der französischen Ligue 1 leitete. Im Juni wurde sie für die Saison 2019/20 endgültig in den Pool der Ligue-1-Schiedsrichter aufgenommen.

Die 35-jährige Französin ist allerdings nicht die erste Frau, die für ein UEFA-Wettbewerbsspiel der Männer ernannt wird. Diese Ehre gebührt der Schweizerin Nicole Petignat, die zwischen 2004 und 2009 drei UEFA-Pokal-Qualifikationsspiele leitete.

Im Superpokal zwischen Liverpool und Chelsea wird der Video-Schiedsrichterassistent (VSA) zum Einsatz kommen. Es handelt sich dabei um Clément Turpin aus Frankreich, der von seinem Landsmann François Letexier, dem Deutschen Mark Borsch und dem Italiener Massimiliano Irrati unterstützt wird.

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