Positive Signale aus Düsseldorf

Das Entwicklungsprogramm der UEFA für Frauenfußball hat im Rahmen der FIFA-Weltmeisterschaft für Frauen 2011 in Deutschland ein neues Pilotprojekt ins Leben gerufen.

Schweden belegte in Deutschland Rang drei, Japan wurde Weltmeister
Schweden belegte in Deutschland Rang drei, Japan wurde Weltmeister ©Getty Images

Das Entwicklungsprogramm der UEFA für Frauenfußball (WFDP) hat im Rahmen der FIFA-Weltmeisterschaft für Frauen 2011 in Deutschland ein neues Pilotprojekt ins Leben gerufen.

Gastgeber der ersten Veranstaltung in Düsseldorf war der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der die UEFA immer darin bestärkt hat, noch größere Investitionen in den Frauenfußball zu tätigen. Natürlich war aber auch die jüngste WM in Deutschland ein Thema.

Einige Pilot-Veranstaltungen gab es bereits - einen Frauenfußballtag in Portugal, einen Workshop in Italien, ein Breitenfußballprogramm in Slowenien und die Gründung einer nationalen Liga in der Republik Irland. Der DFB, ein steter Förderer des Frauenfußballs, richtete das Seminar in Düsseldorf aus und gab dem europäischen Frauenfußball damit einen weiteren Anstoß in die richtige Richtung.

Heike Ullrich, Leiterin der DFB-Abteilung Frauen- und Mädchenfußball, begrüßte die UEFA-Initiative ausdrücklich: "Wir sind auf einem sehr guten Weg, nicht nur in Deutschland, sondern europaweit deutlich zu machen, dass Fußball selbstverständlich ein toller Sport ist für Jungs und Mädchen und ganz nebenbei eine hervorragende Plattform bietet, Grenzen zu überwinden und Gruppen verschiedener Herkunft oder Glaubensrichtungen zusammenzuführen und Verständnis füreinander zu entwickeln."

"Der direkte Austausch von Erfahrungen zwischen Nationen, die schon etwas länger aktiv den Frauenfußball fördern und Nationen, die vielleicht erst jetzt den Frauenfußball für sich entdecken ist sehr sehr wichtig", sagte sie und betonte, dass Entscheidungsträgern wie Präsidenten und Generalsekretäre eine wichtige Rolle dabei zukommt, diese Entwicklung zu beschleunigen.

Alle 53 UEFA-Nationalverbände profitieren von den diversen Initiativen der UEFA in Sachen Frauenfußball. Mit Hilfe des Knowledge & Information Sharing Scenario (KISS) und des HatTrick-Hilfsprogramms sowie durch die Unterstützung des UEFA-Exekutivkomitees ist schon eine Menge erreicht worden. Das WFDP wird zwischen 2012 und 2016 durch jährliche Zuwendungen in Höhe von 100 000 Euro finanziert, die aus dem HatTrick III-Schema kommen. In diesem Programm tauschen die Verbände Erfahrungen und ihr Know-how aus.

Ullrich gab den Anwesenden auch einen Blick hinter die Kulissen der extrem erfolgreichen Frauen-WM in Deutschland. "Ich denke, es gibt niemanden mehr in Deutschland, der nicht mitbekommen hat, dass aktuell eine Frauen-WM stattfindet. Die TV-Einschaltquoten sind einfach sensationell und von Spiel zu Spiel brechen wir neue Rekorde", sagte sie. "Und die Tatsache, dass bekennende Frauenfußball-Skeptiker plötzlich im Stadion auftauchen verdeutlicht, dass sich alle Menschen plötzlich mit dem Frauenfußball beschäftigen."

Der DFB fördert und sucht weiterhin künftige Spielerinnen, aber auch Trainerinnen, Teamassistenten und Schiedsrichter. Jetzt ist es an den Verbänden, dafür ideale Rahmenbedingungen zu schaffen, meint Ullrich: "Es ist die Grundlage für die Entwicklung des Frauen- und Mädchenfußballs, dass man Strukturen und Voraussetzungen schafft, dass jedes Mädchen, das ein Interesse hat, Fußball zu spielen, auch die Gelegenheit dazu bekommt. Egal, ob in der Schule, im Verein oder auf der Straße oder dem Bolzplatz.

"Das ist vordergründige Aufgabe des Verbandes! Die regionalen Behörden sollten es ebenfalls als ihre Aufgabe annehmen, die integrative Kraft der Sportart Fußball zu nutzen und Kindern z.B. verschiedener ethnischer Herkunft die Gelegenheit geben, über die Teamsportart Fußball miteinander in Kontakt zu kommen und voneinander zu lernen."

Nicht nur in Deutschland wird die Frauen-WM positive Folgen haben. "Wir hoffen, mit diesem Turnier ähnliche Effekte weltweit setzen zu können, damit sich möglichst viel Menschen auf eine faire Art mit der Sportart Frauenfußball auseinander setzen und vielleicht auch zukünftig für sie einsetzen."

Was soll nun ein junges Mädchen tun, wenn der "Fußballvirus" sie gepackt hat? "Auf zum nächsten Verein und einfach anfangen, am besten noch Freund und Freundin mitnehmen und Mama als Betreuerin motivieren! Sie wird mit offenen Armen empfangen!"

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