Stanislaw Tschertschessow gibt UEFA-Traineranwärtern Tipps

„Eine positive Einstellung und Freude am Beruf“ – dies die weisen Worte, die der russische Nationaltrainer Stanislaw Tschertschessow anlässlich eines Seminars bei der UEFA jüngst an Pro-Lizenz-Anwärter richtete.

Stanislaw Tschertschessow im Haus des europäischen Fußballs.
Stanislaw Tschertschessow im Haus des europäischen Fußballs. ©UEFA

„Schützt euch vor übermäßigem Stress – sucht euch die richtigen Mitarbeiter und Helfer aus – lernt zu delegieren.“ Dies waren wichtige Ratschläge des russischen Nationaltrainers Stanislaw Tschertschessow an die UEFA-Pro-Lizenz-Anwärter beim jüngsten Seminar in Nyon.

Tschertschessow, der Ausrichter Russland bei der FIFA-Weltmeisterschaft diesen Sommer bis ins Viertelfinale brachte, war zu Gast im Haus des europäischen Fußballs in Nyon. Der ehemalige russische Nationaltorhüter, der nicht nur in seinem Heimatland, sondern auch in Österreich und Polen Klubmannschaften betreut hat, gab Nachwuchstrainern aus Armenien, Georgien, Kroatien und Litauen am Anfang ihrer hoffentlich erfolgreichen Karrieren verschiedene wichtige Ratschläge mit auf den Weg.

„Wenn ich etwas mache, versuche ich, es von A bis Z sorgfältig zu machen“, so Tschertschessow. „Der Trainerberuf ist harte Arbeit. Ihr müsst in der Lage sein, mit Stress umzugehen. Seid nicht zu angespannt. Ihr müsst euren Job kennen und dies wird euch helfen, eine entspanntere Einstellung zu gewinnen. Glaubt an euch, denkt positiv und habt Spaß an eurem Job.“  


Tschertschessow betonte, wie wichtig es für Trainer ist, mit Personen zusammenzuarbeiten, die auf derselben Wellenlänge sind. „Sucht euch Kollegen aus, die euch gute Ratschläge geben, denen ihr vertrauen könnt und die es wenn nötig auch einmal wagen, euch zu widersprechen. Als Trainer müsst ihr delegieren können, man kann nicht alles selber machen. Deshalb ist es wichtig, dass ihr mit Personen zusammenarbeitet, die wissen, was in bestimmten Situationen zu tun ist.“

Tschertschessow erklärt, dass sich die Haltung gegenüber dem russischen Nationalteam nach den guten Leistungen auf heimischem Boden verändert hat. „Als Ausrichter nahmen wir unser Schicksal selber in die Hand, und haben so viel erreicht. Wir haben die Mentalität geändert. Nun müssen wir beweisen, dass unser Erfolg keine Eintagsfliege war.“

Tschertschessow betonte, dass Trainer ihre eigenen Stärken und Schwächen wie auch jene ihrer Spieler kennen müssen. „Lernt euch selber kennen und glaubt an euch – so müsst ihr euch nicht vor unpopulären Entscheidungen fürchten. Ich habe mich sehr über die Einladung zu diesem Trainerseminar gefreut“, so Tschertschessow weiter. „Der Ideenaustausch trägt zur Verbesserung des Fußballs in Russland bei und gibt ihm größere Bedeutung. Ich denke, es waren interessante und konstruktive Diskussionen.“

„Es war uns ein Vergnügen, Stanislaw Tschertschessow als Ehrengast und Referent für die Trainer-Anwärter hier zu haben“, sagte der Leiter der UEFA-Abteilung Fußballausbildung, Frank Ludolph. „Er lieferte wertvolle Einblicke in seine Trainerphilosophie und insbesondere wie er das Team seines Landes coacht. Zudem erklärte er, wie er mit dem Druck und den Erwartungen einer ganzen Nation umging, die auf dem WM-Ausrichter Russland lasteten. Ich bin überzeugt, dass seine Ideen, sein Wissen und Verständnis des Fußballs für die nächste Trainergeneration von enormem Nutzen sein wird.“

Lesen Sie das Interview mit Stanislaw Tschertschessow in der UEFA-Zeitschrift für Trainer, The Technician.

 

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