Ehrlich mit den Spielern sein – Marcel Koller

Der Schweizer Trainer Marcel Koller, der Österreich zur UEFA EURO 2006 geführt hat, rät Anwärtern der UEFA-Pro-Lizenz zu Ehrlichkeit im Umgang mit Spielern.

Marcel Koller beim Kurs für Anwärter der UEFA-Pro-Lizenz.
Marcel Koller beim Kurs für Anwärter der UEFA-Pro-Lizenz. ©UEFA

Ehrlichkeit ist der beste Ratgeber – der Schweizer Trainer Marcel Koller über den Umgang mit Spielern.

Koller, der Österreich zur UEFA EURO 2016 in Frankreich geführt hatte, war Sondergast beim jüngsten Seminar im Rahmen des UEFA-Traineranwärter-Austauschprogramms und gab UEFA-Pro-Lizenz-Anwärtern aus Dänemark, Israel, Nordirland und der Türkei nützliche Ratschläge mit auf den Weg.

„Mein Rat ist, dass man mit den Spielern korrekt umgeht. Wenn du Spieler anlügst, bekommst du das immer irgendwann zurück.“

„Ich bin für den gerechten Weg und das ist als Trainer auch nicht immer einfach. Wenn du zwei Spieler hast, die gleichwertig sind, und du hast nur eine Position zu vergeben, musst du das irgendwie erklären – auch wenn es eigentlich gar keine Erklärung gibt.“

„Du musst aber als Trainer eine Entscheidung treffen, und dann ist es wichtig, offen und ehrlich zu sein. Manchmal sage ich auch: ,Ok, das ist jetzt einfach ein Bauchgefühl‘. Dann ist es eben auch so, dass der Spieler sauer ist.“

Koller, der in der Schweiz mit St. Gallen und dem Grasshopper-Club Zürich Meister wurde und in der deutschen Bundesliga Köln und Bochum trainiert hat, weist darauf hin, dass Trainer ihre Ideen und Methoden nach den ihnen zur Verfügung stehenden Spielern richten müssen.

„Als Trainer kannst du auch nicht immer all deine Ideen umsetzen: Vielleicht, weil der Spieler nicht die Schnelligkeit hat, weil er nicht die Technik hat, weil der Ball bei der Annahme jedes Mal zwei bis drei Meter wegspringt, und da ist der Ball auf dem heutigen Topniveau weg.“

„Dementsprechend musst du dich als Trainer anpassen. Man hat nicht überall diese Topspieler zur Verfügung, muss mit dem arbeiten, was da ist und versuchen, seine Ideen zu vermitteln. Der eine nimmt sie schneller auf, der andere vielleicht gar nicht.“

Das vollständige Interview mit Marcel Koller ist in der Ausgabe Nr. 178 des Magazins UEFA Direct zu finden.

 

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