Sloweniens Breitenfußball wächst immer weiter

In Slowenien wurde in dieser Woche ein UEFA-Breitenfußball-Workshop abgehalten, und NZS-Generalsekretär Aleš Zavrl ist optimistisch hinsichtlich der ambitionierten Breitenfußball-Strategie des Landes.

Ein Kindergarten-Projekt in Slowenien
Ein Kindergarten-Projekt in Slowenien ©UEFA.com

Slowenien stand in dieser Woche im Blickpunkt als Gastgeber des aktuellen UEFA-Breitenfußball-Workshops, in dem der europäische Dachverband, seine Mitgliedsverbände und Gast-Breitenfußball-Experten begutachteten, wie sich die essenzielle Basis des Fußballsports stärken und fördern lässt.

Der Fußballverband von Slowenien (NZS) hob beim Workshop seine eigenen Breitenfußball-Visionen und -Aktivitäten hervor, darunter praktische Trainingseinheiten mit jungen Kindern, Frauen und Mädchen. Diese kleine, aber dynamische Fußballnation mit gerade mal gut zwei Millionen Einwohnern, unabhängig seit 1991, hat große Ideen und positive Ziele für die Zukunft, vor allem was den Anstieg bei der Teilnahme am Fußball in allen Altersklassen angeht.

Fußball ist der führende Sport in Slowenien, dessen Verband seit 1993 UEFA-Mitglied ist. Es gibt 287 Klubs, gut 38 000 registrierte Spieler, von denen etwa 33 000 Amateure, Jugendspieler und Frauen/Mädchen sind, sowie etwa 1 400 Trainer. Neun regionale Verbände setzen allesamt auf regionale Breitenfußball-Koordinatoren, die sich im ganzen Land um diesen Bereich kümmern.

Geeignete Kinder-, Schul- und Jugendfußball-Programme tragen Früchte, neben spezifischen Fußballprojekten für u.a. ältere Erwachsene und soziale Randgruppen. Zudem wird der Fußballsport bei zahllosen Festivals gefeiert. All diese Aktivitäten entsprechen einem wichtigen, allumfassenden NZS-Slogan: "Ich möchte Fußball spielen" (Rad igram nogomet).

Wir haben uns von NZS-Generalsekretär Aleš Zavrl einen Überblick geben lassen, wie der Breitenfußball in Slowenien voranschreitet …

Wie wichtig war dieser Workshop für den slowenischen Fußball?

Aleš Zavrl: Wir haben ein vierjähriges Breitenfußball-Programm, das 2014 begonnen hat und noch bis 2018 andauert. In diesem Bereich finden strategische Aktivitäten statt, weitere sind geplant. Wir begrüßen die Gelegenheit, von der UEFA und erfahrenen Verbänden hinsichtlich ihrer Arbeit zu lernen, und es ist natürlich für uns interessant, neue Ideen und die besten Praktiken für die weitere Entwicklung zu hören. Unsere regionalen Breitenfußball-Koordinatoren waren bei diesem Workshop zugegen, und es war für sie eine gute Lernerfahrung, da sie diejenigen sind, die tagtäglich im Breitenfußball zu tun haben.

Wie populär ist der Fußball in dem Land?

Zavrl: Die Zahlen zeigen, dass der Fußball die Sportart Nummer eins ist. Das liegt auch daran, weil wir uns für die EURO 2000 sowie für die Weltmeisterschaften 2002 und 2010 qualifizieren konnten – das waren große Erfolge für ein kleines Land wie unseres. Das hat unser Fußballumfeld verändert. Jetzt interessieren sich noch mehr Leute für den Fußball.

Was sind die Schwerpunktthemen, damit sich der Breitenfußball in Slowenien weiterentwickeln kann?

Zavrl: Wir haben ein sehr gutes Trainer-Ausbildungssystem, weshalb wir genug Trainer haben, und weitere junge Trainer mischen in diesem Bereich mit. Wir werden uns wahrscheinlich darauf konzentrieren, als Teil unserer zukünftigen Pläne noch mehr Freiwillige zu rekrutieren. Zudem streben wir danach, unsere Infrastrukturen zu verbessern, denn angesichts der steigenden Teilnehmerzahlen werden wir mehr Spielfelder benötigen – vor allem vollwertige Trainingsplätze.

Wie ist die Situation im Frauen- und Mädchen-Fußball?

Zavrl: In diesem Sektor arbeiten wir sehr hart. Momentan versuchen wir, die Zahlen der registrierten Fußballerinnen nach oben zu schrauben und das Image des Frauenspiels zu verbessern. Wir organisieren diverse Festivals und Events, um Mädchen anzulocken und ihnen zu zeigen, dass sie Fußball spielen können. Insbesondere hoffen wir darauf, die Anzahl der Frauen- und Mädchen-Teams innerhalb der Klubs zu vergrößern, da wir derzeit nicht so viele haben, wie wir uns das wünschen. Wir fördern auch drei Frauen-Nationalteams [A-Mannschaft, U19 und U17], und die Schaffung einer U17-Nationalakademie für Frauen ist nur ein Bereich, in dem wir die Entwicklung von Fußballerinnen fördern.

Zum Abschluss, sind Sie optimistisch, was die Zukunft des slowenischen Breitenfußballs angeht?

Zavrl: Wir haben eine ganz klare Breitenfußball-Vision bis 2020 – wir wollen uns vor allem auf die steigende Teilnahme an diesem Sport konzentrieren. Tatsächlich reichen unsere Visionen bis zum Jahr 2030 – bis dahin wollen wir eine Situation erreicht haben, in der jeder, der in Slowenien Fußball spielen will, dies auch in guten Bedingungen tun kann. Ich persönlich denke, dass wir uns auf der richtigen Spur befinden.