IOC zeichnet Aserbaidschan aus

Der Fußballverband Aserbaidschans wurde vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) mit einem Diplom für die Entwicklungsarbeit im Frauen- und Mädchenfußball ausgezeichnet.

Szene aus einem Fußball-Qualifikationsspiel für die Olympischen Jugendspiele 2014 zwischen Aserbaidschan und der Slowakei
Szene aus einem Fußball-Qualifikationsspiel für die Olympischen Jugendspiele 2014 zwischen Aserbaidschan und der Slowakei ©Getty Images

Die Arbeit des Verbands der aserbaidschanischen Fußballverbände (AFFA) im Bereich Frauen- und Mädchenfußball wurde vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ausgezeichnet.

Das IOC hat dem Verband das Frauen- und Sporterrungenschaftsdiplom überreicht - Grund hierfür ist der exzellente Beitrag zur Förderung und Entwicklung im Frauen- und Mädchenfußballsektor.

"Diese Auszeichnung ist sehr wichtig für uns", sagte AFFA-Frauenfußball-Koordinator Zaur Hajiı-Maharramov gegenüber UEFA.com. "Nicht jeder Verband erhält eine solche Auszeichnung und wir werden damit in unserem Vorhaben und unserem Handeln bestärkt. Wir hätten mit diesem Diplom nicht gerechnet. Jetzt gilt es diese Anerkennung auch zu rechtfertigen."

Ein Schlüsselmoment in der Entwicklung des Frauenfußballs in Aserbaidschan war die Vergabe der FIFA-U17-Weltmeisterschaft für Frauen an das Land, worauf man dort sehr stolz war. "Zuvor hatten wir zwar bereits eine Nationalmannschaft, aber die meisten der Spielerinnen waren eingebürgert", sagte Hajiı-Maharramov.

"Wir wollten aber ein 'echtes' Team für die WM zusammenstellen. Wir haben die Deutsche Silvia Raith [diese gewann als Spielerin die UEFA Frauen-Europameisterschaften 1989 und 1991 und trainierte bereits die Frauen des FC Bayern München] als Trainerin installiert und begannen im ganzen Land nach Spielerinnen zu suchen. Zu dieser Zeit gab es nur 20 registrierte Spielerinnen – jetzt stehen wir bei über 4 000."

Um sich auf die Weltmeisterschaft vorzubereiten, absolvierte Aserbaidschans U16-Auswahl ein einwöchiges Trainingslager im schweizerischen Nyon als Gast der UEFA. Dort absolvierte man zwei Freundschaftsspiele und tauschte sich mit UEFA-Spezialisten aus. Bei der Weltmeisterschaft selbst stand vor allem die gewonnene Erfahrung im Mittelpunkt.

In Aserbaidschan gibt es zwar noch keine offizielle Frauenliga, doch im Nachwuchsbereich gibt es über 50 Mannschaften die in U13, U16 und U19-Ligen spielen. Dazu gibt es eine U15, U17 und U19-Nationalmannschaft bei den Frauen. Die U15-Nationalmannschaft für Frauen wurde gegründet, um an der Qualifikation für die Olympischen Jugendspiele 2014 im Frauenfußball teilzunehmen, die im Oktober in Nyon stattfand. Dort unterlag man erst im Finale gegen die Slowakei mit nur einem Tor Rückstand und verpasste so die Qualifikation.

In Aserbaidschan arbeitet man nun daran, auch Nationalmannschaften in höheren Altersstufen zusammenzustellen. "Wir wollen eine U21-Nationalmannschaft ins Leben rufen, damit die Mädchen der U19-Auswahl direkt einen Anschluss finden und nicht verloren gehen", sagte Hajiı-Maharramov. "Diese Mädels könnten eine sehr gute Basis für diese Mannschaft darstellen."

AFFA-Generalsekretär Elkhan Mammadov ist sich sicher, dass der Verband auf dem richtigen Weg ist: "Der Verband wird den Frauenfußball weiter nach Kräften fördern. Das AFFA-Exekutivkomitee ist sehr erfreut darüber, in Zukunft ein größeres Budget für den Frauenfußball aufwenden zu können. Wir wissen um die Verpflichtung, Frauen- und Männerfußball gleichermaßen zu fördern."