Frauenfußball-Entwicklungsprogramm

Es gibt kaum einen Sport, der dieser Tage einen ähnlich rasanten Aufschwung nimmt wie der Frauenfußball. Großen Anteil an dieser Erfolgsgeschichte hat auch die UEFA mit ihrem Frauenfußball-Entwicklungsprogramm.

Auch Rumänien profitiert vom WFDP
Auch Rumänien profitiert vom WFDP ©FRF

Es gibt kaum einen Sport, der dieser Tage einen ähnlich rasanten Aufschwung nimmt wie der Frauenfußball. Großen Anteil an dieser Erfolgsgeschichte hat auch der europäische Fußballdachverband mit seinen 54 Mitgliedsverbänden, die gemeinsam das UEFA-Frauenfußball-Entwicklungsprogramm (WFDP) auf den Weg gebracht haben, das immer mehr Mädchen und Frauen dazu bringt, dem runden Leder nachzujagen.

Im Dezember 2010 segnete das UEFA-Exekutivkomitee bei seiner Sitzung in Prag das WFDP-Projekt sowie seine Finanzierung ab. Ermutigt durch die steigende Zahl von Fußball spielenden Frauen und Mädchen gab das EXCO grünes Licht für das zunächst bis 2016 datierte Programm.

Heute, drei Jahre später, kann man schon beeindruckende Erfolge vermelden. Das WFDP hat den Aufschwung des Frauenfußballs sowie die nationalen Verbände bei ihrer Förderung desselben nachhaltig unterstützt. 2010/11 lief noch eine Pilotphase, 2012 startete schließlich ein Vierjahresprogramm, in dessen Rahmen die UEFA alle Nationalverbände finanziell unterstützt, damit diese ihre gesteckten Ziele erreichen können. Heute spielen in Europa mehr Frauen denn je Fußball und dieser Boom scheint noch lange nicht zu Ende.

Die Auswirkungen des WFDP sind überall zu spüren. Bis zum Herbst diesen Jahres wurden über acht Millionen Euro für bestimmte Frauenfußball-Projekte bereitgestellt; 118 Einzelprojekte wurden ins Leben gerufen, alle Nationalverbände haben sich am laufenden Programm beteiligt. Andere Investoren, zum Beispiel Regierungen, sind mittlerweile auch an Bord gekommen. Innerhalb der Nationalverbände und Klubs gibt es inzwischen wesentlich mehr weibliche Mitarbeiter in verantwortlichen Positionen als noch vor wenigen Jahren; mehr Frauen sitzen in Fußball-Komitees und immer mehr nationale Verbände entwickeln langfristige Pläne.

Die größten Erfolge des WFDP kann man aber im Breitenfußball feststellen. Rund 70 Prozent aller Projekte setzen an der Basis des Frauenfußballs an und haben so auch zu einem signifikanten Anstieg der registrierten Fußballerinnen geführt, manche Verbände haben ihre Zahlen in diesem Bereich sogar verdoppeln können.

Ein weiterer erfreulicher Aspekt des WFPD ist, dass viele größere Verbände bereit sind, ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit kleineren Verbänden zu teilen. Betroffen davon sind nahezu alle Aspekte des Fußballs wie die Beschaffung von Sponsoren und Werbepartnern, die Rekrutierung von Spielern sowie das Erlangen von staatlicher Unterstützung.

Die UEFA belohnt Verbände, die den Frauenfußball besonders fördern, durch die UEFA HatTrick Awards, in diesem Jahr erhielt ihn der nordirische Verband für sein SCORE-Projekt, das die Verbindungen zwischen Schulen und Vereinen intensivierte.

Im Juni diesen Jahres wurde ein Rückblick auf die ersten Jahre des UEFA-Frauenfußball-Entwicklungsprogramms veröffentlicht. Darin wurden die individuellen Leistungen der Verbände auf diesem Gebiet gewürdigt und ein umfassender Überblick über die eindrucksvollen Erfolge präsentiert.

Viele Zahlen, die man in der neuen Broschüre, Women’s Football across the National Associations (2013/14), findet, geben klare Anhaltspunkte dafür, wie sehr sich dieser Sport in den letzten Jahren weiter entwickelt hat: 1 162 314 registrierte weibliche Spielerinnen; 48 Verbände haben mittlerweile eine Frauen-Liga; 23 529 Frauenmannschaften; 21 285 weibliche Nachwuchsteams; 69 533 Klubs mit Frauenmannschaften; elf Verbände mit nationalen Frauen-Nachwuchsakademien; 7 505 weibliche Schiedsrichter; 39 Nationalverbände mit Frauenfußball-Komitees; 369 weibliche Trainer in den Nationalverbänden; 464 Frauen, die in den europäischen Nationalverbänden wichtige Ämter bekleiden. Eindrucksvolle Zahlen – die Tag für Tag weiter ansteigen.

Das WFDP hat aber auch weiterhin ehrgeizige Ziele. So möchte man einen Trainerinnen-Entwicklungsprogramm starten, dazu ein Programm "Frauen im Fußball", mit dem man weibliche Führungspersönlichkeiten fördern möchte. Ein weiteres Ziel ist ein Schiedsrichterinnen-Entwicklungsprogramm, mit dem man die Zahl weiblicher Unparteiischer deutlich steigern möchte.

Karen Espelund, die erste Frau im UEFA-Exekutivkomitee, ist begeistert von den Fortschritten des Frauenfußballs in Europa. "Die Entscheidung der UEFA, in die Entwicklung des Frauenfußballs zu investieren, war klug und sehr weitsichtig, die Ergebnisse sind für Jedermann klar ersichtlich", sagte sie.

"Die UEFA hat es sich zum Ziel gesetzt, den Frauen- und Mädchenfußball mit großer Priorität konstant zu fördern. Dies zahlt sich nun aus. Besonders erfreulich ist es zu sehen, wie die europäischen Nationalverbände mit konkreten Aktionen und Programmen Mädchen und Frauen die Möglichkeit gegeben haben, Fußball zu spielen."

"Der Großteil, rund 70 Prozent, der vom UEFA-Frauenfußball-Entwicklungsprogramm geförderten Projekte sind Projekte im Breitenfußball. Dies ist eine großartige Nachricht, da eine möglichst starke Basis des Breitenfußballs in Europa ein Schlüssel für das Erreichen der Ziele der UEFA ist. Die UEFA wird die Verbände auch weiterhin mit allen Mitteln unterstützen, damit der Frauen- und Mädchenfußball in den kommenden Jahren noch stärker wird."