Fußballlegenden für UEFA-Master-Programm angemeldet

Kaká, Didier Drogba und Andrei Arschawin sind einige der bekannten Namen, die sich bereits für den UEFA-Master-Studienkurs für Nationalspieler (MIP) angemeldet haben. Ehemalige Nationalspieler können im Rahmen des Kurses berufliche Qualifikationen erwerben, die sie für den Übergang in eine zweite Karriere brauchen.

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Im Rahmen des UEFA-MIP-Programms erhalten ehemalige Spieler das für einen Übergang in eine zweite Karriere erforderliche Rüstzeug.
Im Rahmen des UEFA-MIP-Programms erhalten ehemalige Spieler das für einen Übergang in eine zweite Karriere erforderliche Rüstzeug.©UEFA.com

Sie alle haben sich für den UEFA-Master-Studienkurs für Nationalspieler (MIP) angemeldet. Das Ziel dieses 20-monatigen Programms ist es, internationalen Spitzenspielern das Rüstzeug mitzugeben, das sie benötigen, um ihre spielerische Stärke in Managementkompetenzen umzuwandeln, die auch dem Fußball zugutekommen werden. 

Der MIP-Kurs besteht aus sieben einwöchigen Modulen in wichtigen Städten auf der ganzen Welt. Um einen umfassenden Überblick zu erhalten, wird in jedem Modul ein anderer Aspekt der Administration und der Governance einer Fußballorganisation beleuchtet. Zudem müssen Spielerinnen und Spieler, die nicht bereits in einem Sportverband arbeiten, ein dreimonatiges Praktikum absolvieren, um sicherzustellen, dass sie über praktische Erfahrung verfügen.

Für Andrei Arschawin, der heute als TV-Experte in seiner Heimat Russland arbeitet, bietet der UEFA-Master die perfekte Gelegenheit, seine Kenntnisse zu erweitern und sich eine Zukunft in der Fußballadministration aufzubauen. „Jeder Fußballer weiß, dass seine Karriere einmal zu Ende sein wird, und es quälen einen Ängste, dass man sich plötzlich in einem ganz anderen Leben wiederfindet. Normalerweise gibt es zwei Möglichkeiten – entweder entscheidet man sich für die Trainerkarriere oder für die Fußballadministration“, so Arschawin, der mit Russland das Halbfinale der UEFA EURO 2008 erreicht hatte. „Für mich ist die Administration interessanter. Um mich und meine Kenntnisse zu verbessern, ist dies ein gutes Programm, insbesondere, wenn man von so herausragenden Spielern umgeben ist. Ich werde versuchen, möglichst viel aus diesem Kurs mitzunehmen.“

Andrei Arschawin und Alexei Smertin sind die beiden russischen Kursteilnehmer.
Andrei Arschawin und Alexei Smertin sind die beiden russischen Kursteilnehmer.©UEFA.com
Im Rahmen des UEFA-MIP-Programms befassen sich die Teilnehmenden mit vielen verschiedenen Fußballthemen.
Im Rahmen des UEFA-MIP-Programms befassen sich die Teilnehmenden mit vielen verschiedenen Fußballthemen.©UEFA.com

Die Module sind so aufgebaut, dass ehemalige Profis eine möglichst umfassende Palette an Kenntnissen erhalten, die für eine zweite Karriere wichtig sind. Die Absolventinnen und Absolventen befassen sich zum Beispiel mit der Rolle eines Managers und den dafür erforderlichen Kompetenzen, strategischem Marketing und Kommunikation sowie mit operativem Management bei Spielen. Die Teilnehmenden erhalten auch einen Einblick in das nordamerikanische Liga- und Vereinsmodell.  

Florent Malouda ist einer der 30 Teilnehmenden der dritten Ausgabe des MIP-Programms.
Florent Malouda ist einer der 30 Teilnehmenden der dritten Ausgabe des MIP-Programms.©UEFA.com

Die Möglichkeit, etwas über Marketing- und Fußballadministration zu lernen, bewegte Kaká dazu, sich für die dritte Ausgabe des UEFA MIP anzumelden. Zudem berichtete sein Freund und MIP-Absolvent Raí begeistert über den Kurs. Der ehemalige Profispieler arbeitet heute als Sportdirektor bei São Paulo. „Ich liebe den Fußball. Ich liebe es zu spielen, ich liebe es, mich damit zu befassen, ich liebe es, Fußball zu schauen, und ich denke, dass dies die beste Möglichkeit für mich ist, viele andere Dinge zu verstehen, die mit Fußball zu tun haben“, sagte der ehemalige Starspieler von AC Mailand. „Ich möchte mehr über finanzielle Angelegenheiten erfahren, mehr über Marketing, Administration und andere Dinge im Zusammenhang mit dem Sport lernen, über den ich bereits viel weiß – dies mit dem Ziel, in den Fußball zurückzukehren.“ 

Nicht alle Spieler haben eine so klare Vorstellung davon, was sie nach ihrer aktiven Karriere tun möchten. Der ehemalige englische Stürmer Emile Heskey, der sich zum MIP-Kurs angemeldet hat, weiß noch nicht genau, wie es weitergehen soll. Der 41-Jährige erklärt, dass er ganz genau versteht, was auf dem Spielfeld passiert, dass er jedoch einen besseren Einblick in das Geschehen hinter den Kulissen erhalten möchte. „Wenn man aus dem Fußball kommt, kann es manchmal hart sein, weil man sich so stark auf seine Karriere als Spieler konzentriert und sich nie fragt, was danach kommt“, erklärte er. „In Gesprächen mit MIP-Absolventen wurde mir klar, dass mir dieser Kurs für meine zweite Karriere helfen könnte. Zudem habe ich so überhaupt erst begonnen, mich mit meiner zweiten Karriere zu befassen, denn vorher hatte es nichts gegeben, von dem ich mit Überzeugung sagen konnte, dass es das ist. Er hilft mir womöglich, eine Perspektive für die Zukunft zu bekommen.“

UEFA-MIP-Absolventen der ersten beiden Jahrgänge haben in ihrer zweiten Karriere bereits viel erreicht; 80 % von ihnen haben eine neue Stelle gefunden oder sind nach dem Abschluss ihres Masters befördert worden. Während Raí als Sportdirektor bei São Paulo arbeitet, haben Simon Rolfes und Bianca Rech ähnliche Rollen bei Bayer Leverkusen bzw. dem Frauenfußballteam von Bayern München übernommen. Auch Eric Abidal arbeitet als Sportdirektor bei Barcelona. 

Das erste Modul der dritten Ausgabe des UEFA MIP, das von der UEFA Academy durchgeführt wird, findet Anfang November 2019 in Nyon statt. Das gesamte Programm dauert bis Sommer 2021.

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