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Rechtsbeistand und Pro-bono-Anwälte

Veröffentlicht: Donnerstag, 30. November 2017, 11.13MEZ

Die UEFA verpflichtet sich, für Personen, die nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen, die Wahrung ihrer Rechte im Hinblick auf Verfahren vor den UEFA-Disziplinarinstanzen sicherzustellen.

Aus diesem Grund hat die UEFA die Möglichkeit des Rechtsbeistands in die UEFA-Rechtspflegeordnung (Artikel 39) aufgenommen.

©FIGC

UEFA-Disziplinar-Workshop in Rom

Ein Hauptbestandteil dieses Rechtsbeistands ist die Bereitstellung eines Pro-bono-Anwalts, der die berechtigten Personen bei Verfahren vor der UEFA-Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer sowie dem UEFA-Berufungssenat unterstützt.

Wenn einem Antrag auf Unterstützung durch einen Pro-bono-Anwalt stattgegeben wird, kann der Antragsteller diesen aus einer von der UEFA-Administration erstellten Liste auswählen.

Die UEFA-Administration bittet nun um Bewerbungen von entsprechend qualifizierten Anwälten, die bereit sind, ihre Dienste zur Verfügung zu stellen.

Anforderungen
Um auf der UEFA-Liste der Pro-bono-Anwälte zugelassen zu werden, müssen die Kandidaten folgende Anforderungen erfüllen:

• Gründliche praktische Kenntnisse des Regelwerks der UEFA;

• Qualifikation, als Anwalt in mindestens einer nationalen Gerichtsbarkeit tätig zu sein;

• mindestens fünf Jahre Berufserfahrung im juristischen Bereich, bevorzugt Erfahrung in Gerichtsverfahren bei disziplinarischen und regulatorischen Angelegenheiten sowie Integrität im Bereich des Sports;

• Verfügbarkeit und Flexibilität, sich vorrangig um alle Arten von UEFA-Angelegenheiten zu kümmern, für die sie ernannt werden;

• Unabhängigkeit und kein Bezug zur UEFA oder den UEFA-Disziplinarinstanzen bzw. ihren entsprechenden offiziellen Funktionen;

• keine Vorstrafen und keine beruflichen Pflichtverletzungen;

• fließende Sprachkenntnisse in Englisch – Französisch- und/oder Deutschkenntnisse von Vorteil.

Ethik und berufliche Integrität
Von allen Pro-bono-Anwälten wird erwartet, dass sie bei der Ausübung ihrer Pflichten jederzeit gemäß den höchsten Standards in Bezug auf Integrität und Ehrlichkeit handeln.

Insbesondere dürfen Pro-bono-Anwälte keine finanziellen oder andere Verpflichtungen gegenüber Drittparteien haben, die sie bei der Ausübung ihrer Pflichten beeinflussen könnten, und sie müssen vor der Zustimmung zu einer Ernennung jeglichen Interessenkonflikt melden.

Bedingungen
Im Prinzip bleiben Pro-bono-Anwälte für vier Jahre auf der Liste der UEFA.

Die UEFA-Administration kann diese Liste jedoch jederzeit nach eigenem Ermessen anpassen (beispielsweise wenn ein Pro-bono-Anwalt inaktiv ist oder um eine größere geografische Abdeckung zu gewährleisten).

Pro-bono-Anwälte erhalten keine Entschädigung für ihre Arbeit. Die UEFA kann jedoch beschließen, nachvollziehbare Kosten für Reise und Unterkunft zu erstatten.

Pro-bono-Anwälte dürfen einen Fall nicht ohne triftigen Grund ablehnen und den Begünstigten nicht auffordern, Honorare oder Auslagen zu bezahlen.

Ein Begünstigter des Rechtsbeistands kann sein Rechtsverhältnis mit einem Pro-bono-Anwalt jederzeit beenden. Ein Pro-bono-Anwalt hingegen kann das Rechtsverhältnis auf Anfrage nur mit Zustimmung der UEFA-Administration auflösen.

Die UEFA-Administration haftet nicht für die Tätigkeit oder die Beratung eines Pro-bono-Anwalts.

Es wird davon ausgegangen, dass Pro-bono-Anwälte ihre Tätigkeit darauf beschränken, was unter Berücksichtigung der Art, Bedeutung und Schwere der Angelegenheit für die Betreuung des jeweiligen Falls notwendig ist.

Die UEFA-Administration kann ihre Liste von Pro-bono-Anwälten veröffentlichen, wenn sie dies für angemessen erachtet.

Bewerbung
Interessierte Anwälte, welche die oben genannten Anforderungen erfüllen, werden gebeten, bis 15. Januar 2018 ihren Lebenslauf zusammen mit einem Motivationsschreiben an Emilio García, geschäftsführender Direktor Integrität, zu schicken (discipline@uefa.ch).

Letzte Aktualisierung: 04.12.17 12.21MEZ