Gib COVID-19 keine Chance und befolge die fünf Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation und der FIFA, um die Verbreitung der Krankheit zu stoppen.

1. Hände waschen 2. In die Ellenbeuge husten 3. Nicht ins Gesicht fassen 4. Abstand zu Mitmenschen halten 5. Bei Krankheitssymptomen zuhause bleiben

Weitere Informationen hier >

Steigende Ansprüche: Europas Schiedsrichterassistenten wollen hoch hinaus

Der Fußball entwickelt sich kontinuierlich weiter und die Schiedsrichterassistenten müssen Schritt halten. Beim UEFA-Winterkurs auf Mallorca hat die europäische Elite gezeigt, dass sie darauf brennt, sich der Aufgabe zu stellen.

Ein Linienrichter im Spitzenfußball braucht Fitness, Entschlossenheit und Flexibilität.
Ein Linienrichter im Spitzenfußball braucht Fitness, Entschlossenheit und Flexibilität. ©Sportsfile
Die Schiedsrichterassistenten analysierten Videoclips mit Spielszenen.
Die Schiedsrichterassistenten analysierten Videoclips mit Spielszenen.©Sportsfile

Über 70 Spitzenschiedsrichterassistenten aus allen Ecken Europas haben sich in Mallorca zum jüngsten UEFA-Winterkurs versammelt. Für ihre gute Arbeit, ihre Anpassungsbereitschaft und ihre Entschlossenheit, sich von Spiel zu Spiel noch weiter zu verbessern, erhielten sie ein großes Lob von Roberto Rosetti, dem Vorsitzenden der UEFA-Schiedsrichterkommission.

Gegenüber UEFA.com erklärt Roberto Rosetti die bedeutsame Aufgabe der Schiedsrichterassistenten und die Herausforderungen, denen die „Linienrichter“ auf dem Weg zu höchstem Niveau begegnen.

UEFA.com: Warum hat die UEFA die Schiedsrichterassistenten nach Mallorca eingeladen?

Roberto Rosetti: Vor uns liegen sehr ereignisreiche Monate – die K.-o.-Runden der UEFA Champions League und der UEFA Europa League beginnen in Kürze; im Sommer folgt dann die EM-Endrunde. Einige Assistenten gehören den Schiedsrichterteams an, die für das Turnier ausgewählt wurden. Deshalb haben wir alle zusammengezogen, um der Vorbereitung auf diese wichtigen Aufgaben den letzten Schliff zu verleihen.

UEFA.com: Das unterstreicht die Bedeutung, welche die UEFA den Schiedsrichterassistenten beimisst…

Rosetti: Es stimmt, dass ihre Rolle im modernen Spitzenfußball immer wichtiger wird. Deshalb müssen wir mit ihnen die einzelnen Facetten der Spielregeln genau unter die Lupe nehmen, um bei den Entscheidungen der Schiedsrichterteams auf dem Platz größtmögliche Kohärenz zu erreichen.

UEFA.com: Welche Themen wurden während der Woche in Mallorca im Einzelnen behandelt?

Rosetti:
Zunächst einmal haben wir die Teilnehmer einem Fitnesstest unterzogen, wobei Sprintfähigkeiten und Seitwärtsbewegungen besonders im Fokus standen. Erfreulicherweise haben alle Kandidaten die Tests erfolgreich absolviert. Dann haben wir uns in praktischen Einheiten mit einer breiten Palette an Themen befasst, darunter die Auslegung der Abseitsregel, Handspiel usw. Die Assistenten haben in Gruppenarbeit Videoclips mit Spielszenen aus UEFA-Partien der vergangenen Monate analysiert, wobei sie nicht nur die einzelnen Situationen und die getroffenen Entscheidungen beurteilen, sondern sich auch Gedanken über ihre Rolle insgesamt machen sollten.

Die Schiedsrichterassistenten wurden auf Mallorca auf ihre Fitness getestet.
Die Schiedsrichterassistenten wurden auf Mallorca auf ihre Fitness getestet.©Sportsfile


UEFA.com: Ging es auch um den Videoassistenten (VSA)?

Rosetti:
Selbstverständlich. Das System gehört jetzt zum Fußball dazu und die Schiedsrichterassistenten sind mitentscheidend für seinen Erfolg und seine Weiterentwicklung. In Mallorca wurden in Übungen verschiedene Spielszenen simuliert und die Assistenten mussten auf die jeweilige Situation reagieren und eine Entscheidung treffen.

UEFA.com: Sind Sie zufrieden damit, wie sich die Schiedsrichterassistenten auf das VSA eingestellt haben?


Rosetti:
Wir sind hochzufrieden, denn die Assistenten mussten gewisse Abläufe ändern. Beispielsweise sind sie angewiesen worden, in bestimmten Situationen im Gegensatz zu früher die Fahne nicht sofort zu heben. Der Fußball verändert sich und mit ihm das Schiedsrichterwesen, und wir haben gesehen, dass den Assistenten vollauf bewusst ist, dass sie sich selbst auch anpassen müssen. Sie haben sich im Kurs sehr offen gezeigt und auf die Entwicklungen positiv reagiert.

UEFA.com: Die Schiedsrichterassistenten scheinen entschlossen zu sein, dem Anspruch der UEFA hinsichtlich eines noch höheren Niveaus zu genügen.


Rosetti:
Wir bemühen uns ständig darum, die Qualität an der Linie weiter zu erhöhen und die Schiedsrichterassistenten halten mit unseren Anforderungen Schritt. Ihre Arbeitsmoral und ihre gute Vorbereitung haben uns ebenso beeindruckt wie ihr Wille, Spitzenleistungen zu erbringen. Sie werden von der UEFA optimal ausgebildet, wir überwachen kontinuierlich ihre Fortschritte und man muss sagen, dass sie die Herausforderung voll annehmen. 


UEFA.com: Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit zwischen dem Hauptschiedsrichter und seinen Assistenten auf dem Platz?


Rosetti:
Das ist absolut entscheidend. Sie müssen konzentriert und professionell zusammenarbeiten und als Einheit auftreten, sowohl, was die Kommunikation auf dem Platz, als auch, was die Entscheidungen anbelangt. Wir ermuntern die Schiedsrichterteams, wie eine „Familie“ zusammenzuwachsen. Dabei geht es nicht nur um die Leistung auf dem Platz; sie müssen ein enges Verhältnis zueinander aufbauen, auch abseits des Rasens Zeit miteinander verbringen, gemeinsam zu Spielen reisen, sich über die Schiedsrichterarbeit unterhalten. Zweifellos sind eine enge persönliche Beziehung und echter Teamgeist für den Erfolg unverzichtbare Komponenten.

UEFA.com: Noch eine letzte Frage: Wo haben sich die Schiedsrichterassistenten Ihrer Meinung nach in den letzten Jahren am stärksten weiterentwickelt?

Sprinttraining stand ebenfalls auf der Agenda.
Sprinttraining stand ebenfalls auf der Agenda.©Sportsfile


Rosetti:
Erstens ist es ihnen gelungen, mit den Veränderungen im Spitzenfußball Schritt zu halten. Zweitens haben sie sich, genau wie die Schiedsrichter, zu Athleten durch und durch entwickelt. Sie sind echte Profis, achten auf sich und haben verstanden, dass sie ihre Aufgabe nur mit der richtigen Vorbereitung, Einstellung und Herangehensweise ausüben können. Drittens haben sie unseren Rat verinnerlicht, dass sie versuchen sollten, das Spiel noch besser zu lesen und bestimmte Spielsituationen zu verstehen. Dies alles trägt dazu bei, dass unsere Schiedsrichterassistenten immer besser in der Lage sind, ihre Aufgabe zu erfüllen und die Hauptschiedsrichter auf und neben dem Platz optimal zu unterstützen.

Oben