Erklärung zum Thema Rassismus von UEFA-Präsident Aleksander Čeferin

UEFA-Präsident Aleksander Čeferin unterstreicht die Verpflichtung des europäischen Fußballdachverbands bei der Bekämpfung von Rassismus.

UEFA-Logo am Sitz in Nyon.
UEFA-Logo am Sitz in Nyon. ©UEFA.com

Es ist noch nicht allzu lange her, dass der Fußball dachte, Rassismus sei nur noch eine weit entfernte Erinnerung. Die letzten Jahre haben uns aber gelehrt, dass ein solches Denken bestenfalls zu einer gewissen Selbstzufriedenheit geführt hat. In ganz Europa sind nationalistische Tendenzen auf dem Vormarsch und haben zu Verhaltensweisen geführt, die nicht akzeptabel sind. Manche scheinen sogar zu denken, dass die Zuschauerränge beim Fußball der richtige Ort sind, um ihre abscheulichen Ansichten zu verbreiten.

Es ist mir bewusst, dass wir als Dachverband keine Beliebtheitswettbewerbe gewinnen. Aber einige Aussagen über den Ansatz der UEFA zur Bekämpfung von Rassismus waren völlig deplatziert. Die UEFA hat in enger Zusammenarbeit mit dem FARE-Netzwerk (Fußball gegen Rassismus in Europa) ein dreistufiges Protokoll entwickelt, um rassistisches Verhalten bei Fußballspielen zu erkennen und zu bekämpfen.

Die Sanktionen der UEFA gegen Vereine und Verbände, deren Anhänger sich bei unseren Spielen rassistisch verhalten, gehören zu den härtesten im sportlichen Umfeld. So wird als Mindeststrafe eine teilweise Schließung des Stadions verhängt – eine Sanktion, die dem Ausrichter einen Einnahmenausfall in mindestens sechsstelliger Höhe beschert und dessen Anhänger entsprechend stigmatisiert.

Die UEFA ist der einzige Fußballverband, der einen Spieler aufgrund von rassistischem Verhalten für zehn Spiele sperrt – dabei handelt es sich um das höchste Strafmaß im Fußball. Glauben Sie mir, die UEFA tut alles in ihrer Macht stehende dafür, dieses Übel aus dem Fußball zu verbannen. Wir können es uns nicht leisten, die Hände in den Schoss zu legen, und müssen unsere Anstrengungen immer weiter intensivieren.

Der Fußball – und das gilt für Administratoren, Spieler, Trainer und Fans gleichermaßen – muss mit Regierungsvertretern und Nicht-Regierungsorganisationen zusammenarbeiten, um entschieden gegen Rassisten vorzugehen und zu einer gesellschaftlichen Ächtung dieser entsetzlichen Ansichten beizutragen. Fußballverbände allein können dieses Problem nicht lösen. Auch Regierungen müssen in diesem Bereich mehr tun. Wir müssen im Namen von Anstand und Ehre zusammenarbeiten, um entsprechende Fortschritte zu erzielen.

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