UEFA startet Sensibilisierungskampagne zu Gehirnerschütterungen

Im Rahmen der Kampagne sollen Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Ärzte und die Öffentlichkeit für das Thema Gehirnerschütterungen im Fußball sensibilisiert werden.

Die Verbesserung des Umgangs mit Gehirnerschütterungen im Fußball steht im Mittelpunkt einer neuen Sensibilisierungskampagne der UEFA.

Die Verbesserung des Umgangs mit Gehirnerschütterungen steht im Mittelpunkt einer neuen Sensibilisierungskampagne der UEFA, die diese Woche auf den Weg gebracht wird.

Die Kampagne startet am zweiten Spieltag der UEFA Champions League und der UEFA Europa League. Sie beruht auf medizinischen Analysen, die in den Spitzenwettbewerben der UEFA durchgeführt wurden, und wirbt für ein besseres Verständnis für Probleme im Zusammenhang mit Gehirnerschütterungen. 

Im Rahmen der Kampagne sollen Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Ärzte und die Öffentlichkeit für das Thema Gehirnerschütterungen sensibilisiert werden. Außerdem geht es darum sicherzustellen, dass die Entscheidung des Mannschaftsarztes respektiert wird, wenn dieser eine mutmaßliche bzw. tatsächliche Gehirnerschütterung diagnostiziert.

Die UEFA hat das Thema Gehirnerschütterungen auf ihre Tagesordnung gesetzt, nachdem in ihren Spitzenwettbewerben mehrere Fälle aufgetreten sind. Nach Ansicht der Medizinischen Kommission der UEFA sind die drei Minuten, die Mannschaftsärzte aktuell haben, um auf dem Platz einen Verdacht auf Gehirnerschütterung bei einem Spieler zu beurteilen, nicht immer ausreichend für eine eingehende Diagnose. Ferner ist die Kommission der Ansicht, dass die Ärzte bei einem solch begrenzten Zeitfenster übermäßigem Druck seitens der Spieler und Mannschaftsverantwortlichen ausgesetzt sein könnten. 

Als unmittelbare Reaktion darauf hat der europäische Dachverband im April dieses Jahres ein Plakat zur Sensibilisierung für das Thema Gehirnerschütterungen erstellt, das in allen Umkleiden, Notfall- und Schiedsrichterräumen ausgehängt wurde und alle Spielbeteiligten an das Verfahren sowie die Respektierung der Entscheidung des Mannschaftsarztes erinnert. 

Des Weiteren hat die UEFA allen Mannschaften, die an den Endspielen der UEFA Champions League, der UEFA Europa League und der UEFA Women’s Champions League sowie dem UEFA-Superpokal und der Endphase der UEFA Nations League beteiligt waren, ein Videosystem zur Überprüfung medizinischer Fälle während des Spiels zur Verfügung gestellt, um sich Live-Situationen des Spiels nochmals anzusehen und mögliche Fälle von Gehirnerschütterung zu beurteilen. 

Auf Grundlage dieser Arbeit hat das UEFA-Exekutivkomitee beschlossen, dieses Thema beim Weltfußballverband FIFA und den Regelhütern des Fußballs, dem International Football Association Board (IFAB), anzusprechen und beide aufzufordern, die aktuellen Spielregeln zu überprüfen, um die Einführung angemessener Maßnahmen wie temporäre Auswechslungen in Betracht zu ziehen, die den Druck auf den medizinischen Betreuerstab reduzieren und den Ärzten mehr Zeit für die Beurteilung eines Verdachts auf Gehirnerschütterung neben dem Spielfeld zu geben, damit kein betroffener Spieler ins Spiel zurückgeschickt wird. 

Für die Zeit, in der eine mögliche Änderung der Spielregeln überprüft wird, hat die UEFA entschieden, eine Sensibilisierungskampagne zu starten, um das Thema Gehirnerschütterungen ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken und ein allgemeines Bewusstsein für das Thema zu schaffen bzw. mehr Informationen zu verbreiten.

UEFA-Präsident Aleksander Čeferin sagte zum Start der Kampagne: „Die Gesundheit der Spieler hat oberste Priorität und ich bin davon überzeugt, dass die aktuellen Regeln betreffend Gehirnerschütterungen aktualisiert werden müssen, um Spieler und Ärzte zu schützen und um sicherzustellen, dass die richtige Diagnose gestellt werden kann, ohne die betroffene Mannschaft zu benachteiligen. Ich freue mich, dass die FIFA und das IFAB positiv auf die Vorschläge der UEFA zu diesem Thema reagiert haben.“

Der Vorsitzende der Medizinischen Kommission, Tim Meyer, fügte hinzu: „Wir müssen auf das Problem von Spielern, die mit einer Gehirnerschütterung weiterspielen, aufmerksam machen. Die Kernbotschaft der UEFA bei dieser Sensibilisierungskampagne zielt darauf ab, die Gesundheit der Spieler zu schützen. Wir hoffen vor allem, dass die Kampagne ein größeres Bewusstsein für die Notwendigkeit, alle Kopfverletzungen ernst zu nehmen, schafft.“

Das Video zur Sensibilisierungskampagne zu Gehirnerschütterungen steht unter folgendem Link zur Verfügung.

Erklärungen zum Video

Das Video zeigt, dass bei einem Verdacht auf Gehirnerschütterung die drei Begriffe ERKENNEN, MELDEN und VOM PLATZ NEHMEN im Mittelpunkt stehen. 

Die Spieler sollten im Fall eines Zusammenstoßes eine Kopfverletzung ERKENNEN. 

Die Spieler müssen dem Schiedsrichter die Verletzung MELDEN, wenn dieser sie nicht gesehen hat; der Schiedsrichter unterbricht das Spiel und ruft den Mannschaftsarzt. In der Zwischenzeit wird von allen erwartet, dass sie ruhig bleiben und den verletzten Spieler nicht berühren oder bewegen. 

Der Mannschaftsarzt nimmt daraufhin eine Beurteilung auf dem Spielfeld vor und entscheidet, ob der Spieler ins Spiel zurückkehren darf. Wenn der Mannschaftsarzt einen Verdacht auf Bewusstlosigkeit oder Anzeichen für eine Gehirnerschütterung hat, muss er den Spieler VOM PLATZ NEHMEN. 

Der Mannschaftsarzt ist die EINZIGE Person, die entscheiden darf, ob der Spieler auf dem Platz bleiben kann oder ausgewechselt werden muss. Die Entscheidung des Mannschaftsarztes muss immer respektiert werden, selbst wenn der Spieler oder der Trainer glauben, dass der Betroffene ins Spiel zurückkehren kann.

Die UEFA hofft, dass mit diesem Video das Thema Gehirnerschütterungen mehr in den Fokus rückt und Spielern, Trainern und Mannschaftsverantwortlichen dabei hilft, die Entscheidung des Mannschaftsarztes mitzutragen.

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