Futsal auf dem Weg in ein neues Zeitalter

In Almaty hinterließ die erste Endphase der UEFA Futsal Champions League einen bleibenden Eindruck, nicht nur beim Ausrichterklub Kairat, sondern auch bei den Fans und Spielern von Barça, Inter FS und Sporting Lissabon.

Sporting Lissabon - Kairat Almaty – Das Endspiel der UEFA Futsal Champions League 2018/19.
Sporting Lissabon - Kairat Almaty – Das Endspiel der UEFA Futsal Champions League 2018/19. ©Sportsfile
Das UEFA-Futsal-Champions-League-Finale fand in Almaty, Kasachstan, statt.
Das UEFA-Futsal-Champions-League-Finale fand in Almaty, Kasachstan, statt.©Sportsfile

Was der europäische Klub-Futsal derzeit erlebt, darf getrost als kleine Revolution bezeichnet werden. Seit dieser Saison firmiert der bisherige UEFA-Futsal-Pokal unter dem klangvolleren Namen UEFA Futsal Champions League; parallel dazu hat der Vorzeigewettbewerb der UEFA in dieser Kategorie eine neue Trophäe und einen neuen Look erhalten, um dem europäischen Klub-Futsal mehr Sichtbarkeit zu verleihen und sein Profil weiter zu schärfen. 

UEFA-Präsident Aleksander Čeferin gibt sich zuversichtlich: „Dem Futsal in Europa steht eine glanzvolle Zukunft bevor, denn die neue Strategie der UEFA beginnt, positive Wirkung zu zeigen. Die einschneidenden Entscheidungen, welche die UEFA im Bereich der Klub- und Nationalmannschaftwettbewerbe getroffen hat, kommen der Stellung und der Attraktivität des Futsals zugute, wobei die Situation sich besonders auf Vereinsebene sehr vielversprechend entwickelt.“

In dieser Saison bekam der Wettbewerb einen neuen Namen und eine neue Trophäe verpasst.
In dieser Saison bekam der Wettbewerb einen neuen Namen und eine neue Trophäe verpasst.©Sportsfile

Angeregt worden waren die Namensänderung und die Umgestaltung des Brandings nach 17 Spielzeiten von der UEFA-Kommission für Futsal und Beach Soccer auf der Grundlage einer eingehenden Analyse unter Einbeziehung zahlreicher Interessenträger, darunter Klubs, Spieler, Trainer, Journalisten und Fans, bevor das UEFA-Exekutivkomitee im April 2017 in Helsinki seine Zustimmung gab.

Die diesjährige Endphase fand im kasachischen Almaty statt. Das Publikum erwies sich nicht nur als äußerst begeisterungsfähig, sondern auch als fachlich versiert, was kaum verwundert, hat sich Lokalmatador Kairat Almaty in den letzten zehn Jahren doch zu einem der großen europäischen Namen in dieser Sportart entwickelt.

Die Futsal-Liebhaber strömten nur so in die Almaty Arena, wo sie für eine dem Anlass mehr als angemessene Atmosphäre sorgten. Zum Halbfinale zwischen den Hausherren und dem FC Barcelona kamen 12 090 Zuschauer, was einen neuen Wettbewerbsrekord bedeutete.

12 090 Besucher beim Halbfinale zwischen Kairat und Barça – ein neuer Zuschauerrekord in diesem Wettbewerb.
12 090 Besucher beim Halbfinale zwischen Kairat und Barça – ein neuer Zuschauerrekord in diesem Wettbewerb.©Sportsfile

„Ich bin eine solche Kulisse vom Fußball her gewöhnt“, so der Präsident von Sporting Lissabon, Frederico Varandas, „aber in den letzten Jahren habe ich einen enormen Wandel feststellen können. In diesem Jahr wurde der Wettbewerb durch die Einführung der UEFA Futsal Champions League auf eine neue Ebene gehoben. Das neue Markendesign ist ein guter Schritt, um den Futsal weiter voranzubringen.“

Auch Kairat-Cheftrainer Kakà hält die Entscheidung, den Wettbewerb umzubenennen, für wegweisend, da der neue Name seiner Meinung nach prestigeträchtiger klinge.

Sporting Lissabon gewann erstmals in der Vereinsgeschichte den UEFA-Futsal-Wettbewerb.
Sporting Lissabon gewann erstmals in der Vereinsgeschichte den UEFA-Futsal-Wettbewerb.©Sportsfile

„Die Fans sehen nun nicht mehr einfach nur ein Spiel des UEFA-Futsal-Pokals, sie besuchen die UEFA Futsal Champions League – das ist etwas völlig anderes. Man hat das Gefühl, einer UEFA-Champions-League-Partie beizuwohnen, was besonders denjenigen Anhängern etwas bedeutet, die nicht die Möglichkeit haben, eine solche Begegnung im Fußball tatsächlich live zu erleben.“ 

Die Mehrzahl der zumeist einheimischen Fans verließ die Halle nach dem Endspiel enttäuscht, nachdem die Gastgeber den Konkurrenten aus Lissabon unterlegen waren. Dafür war der Jubel aufseiten der Portugiesen, die nach insgesamt drei zweiten Plätzen endlich den Titel für sich beanspruchen konnten, umso größer.

„In meinem Land ist Futsal die zweitwichtigste Sportart und sehr populär. Die Menschen lieben den Futsal“, erklärte Varandas.

„Alle Fußballverbände sollten sich diese Endphase hier ansehen. Wenn in Portugal zum Beispiel Sporting gegen Benfica [im Futsal] spielt, herrscht eine Wahnsinnsstimmung, und selbst wenn 20 000 Menschen in die Halle passen würden, wäre sie ausverkauft. Ich glaube, es ist an der Zeit, dass sich die großen europäischen Klubs dem Futsal zuwenden.“

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