VSA-Entscheidungen bei Schalke-Manchester City erklärt

Bei den beiden gestrigen Elfmeter-Entscheidungen in der UEFA Champions League auf Schalke wurde das VSA-Protokoll korrekt angewendet, mit der Betonung auf „Genauigkeit vor Geschwindigkeit“.

©UEFA.com

Beim Achtelfinal-Hinspiel der UEFA Champions League zwischen dem FC Schalke 04 und Manchester City FC (2:3) wurde am Mittwoch nach Überprüfungen des Video-Schiedsrichterassistenten (VSA) zweimal auf Elfmeter entschieden.

Beide Vorfälle ereigneten sich innerhalb von ungefähr zehn Minuten, in denen der Referee die besagten Szenen aufgrund eines technisches Problems seitens des Anbieters des VSA-Systems nicht im Schiedsrichter-Videobereich am Spielfeldrand überprüfen konnte.

Bei solch einer Fehlfunktion des Systems erlaubt es das IFAB-Protokoll dem VSA, dem Schiedsrichter zu beschreiben, was in der TV-Zeitlupe zu sehen ist. Eine Entscheidung darf er aber nicht treffen. Der Referee fällt dann die endgültige Entscheidung, basierend auf seiner eigenen Wahrnehmung und den Informationen, die er mündlich vom VSA erhalten hat.

Hinsichtlich der ersten Entscheidung sorgte die nicht vorhandene Möglichkeit, die besagte Szene im Schiedsrichter-Videobereich am Spielfeldrand noch einmal anschauen zu können, zur Verzögerung bei der korrekten Entscheidung, einen Handelfmeter zu verhängen. Der VSA erklärte dem Schiedsrichter per Funk die Situation, um eine endgültige Entscheidung treffen zu können und den beiden Mannschaftsführern eine Erklärung für die Umstände bezüglich des Schiedsrichter-Videobereichs und des Entscheidungsprozesses zu liefern.

Die zweite Entscheidung wurde ebenfalls korrekt getroffen, auf der Basis der Spielregeln (Regel 11 – Abseits), die besagen: „Wenn sich ein Spieler in einer Abseitsstellung mit der Absicht zum Ball bewegt, diesen zu spielen, und dieser gefoult wird, bevor er den Ball spielt oder versucht, den Ball zu spielen oder bevor er mit einem Gegner einen Zweikampf um den Ball führt, wird das Foul bestraft, als ob es vor dem Abseitsvergehen geschehen wäre.“

Die Bilder oben – die zur exakt selben Zeit aus zwei verschiedenen Blickwinkeln aufgenommen wurden – zeigen eindeutig, dass innerhalb des Strafraums ein Foul begangen wurde, bevor der Schalke-Spieler überhaupt die Möglichkeit hatte, an den Ball zu kommen, weshalb der Vorfall mit einem Elfmeter bestraft werden musste.

Der oberste UEFA-Schiedsrichterverantwortliche Roberto Rosetti sagte zu den beiden Entscheidungen: „Ich bin froh, dass angesichts der exzellenten Zusammenarbeit des Schiedsrichterteams korrekte Entscheidungen getroffen wurden, obwohl für den Schiedsrichter keine Möglichkeit bestand, die Szenen mit seinen eigenen Augen zu überprüfen.“

„Es muss auch hervorgehoben werden, dass bei der Entscheidungsfindung – wie es im VSA-Protokoll beschrieben wird – Genauigkeit im Prinzip immer wichtiger ist als Geschwindigkeit. Natürlich hatten die technischen Probleme gestern einen großen Einfluss auf die Dauer, bis eine Entscheidung getroffen wurde, aber uns ist vollkommen bewusst, dass der Zeitfaktor der Schlüssel zum Erfolg des VSA ist und wir alles Menschmögliche unternehmen werden, um Überprüfungen so schnell und effizient wie nur möglich zu gestalten. Unser ultimatives Ziel sind in solch spielentscheidenden Situationen jedoch korrekte Entscheidungen und so war es gestern.“

Die UEFA wird die technische Störung auch bei ihrem VSA-Anbieter ansprechen, um sicherzustellen, dass so etwas in Zukunft nicht mehr vorkommt.

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