„Wenn ich Fußball spiele, fühle ich mich so wie alle anderen.“

Obwohl der neunjährige Jane im Rollstuhl sitzt, nutzt er jede Gelegenheit, um Fußball zu spielen.

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Der neunjährige Jane Velkovski aus Skopje, der Hauptstadt der EJR Mazedonien, lebt für den Fußball. Er spielt so oft er kann, ob zu Hause oder in der Schule, und seine Augen leuchten, wenn er über seinen Lieblingssport spricht.

„Fußball bedeutet mir alles“, erklärt Jane. „Ich spiele überall Fußball – in Videospielen, in unserem Garten, in der Schule.“

Janes Behinderung hat ihn nicht davon abgehalten, Fußball zu spielen.
Janes Behinderung hat ihn nicht davon abgehalten, Fußball zu spielen.©UEFA.com

Janes Entschlossenheit, Fußball zu spielen, ist umso beeindruckender, als er im Rollstuhl sitzt, da er an einer spinalen Muskelatrophie leidet.

„Aufgrund einer Muskelerkrankung kann ich nicht laufen“, so Jane. „Aber niemand darf sich darüber lustig machen, dass ich nicht laufen kann. Ich will der ganzen Welt sagen, dass alle Menschen gleich sind und eine Behinderung uns nicht davon abhält, dasselbe zu tun wie alle anderen. Und selbst wenn wir es nicht können, bedeutet es nicht, dass wir unser Leben nicht genießen können.“

Seine Behinderung hat Jane nicht davon abgehalten, Fußball zu spielen. Er ist der Erste auf dem Platz, wenn es darum geht, mit seinen Freunden zu spielen, und verteidigt das Tor seiner Mannschaft. Jane ist sehr lautstark und es gefällt ihm, seinen Vorderleuten Anweisungen zu geben und ihnen zu sagen, wohin sie spielen sollen. Dabei wird schnell klar, dass seine Mannschaftskollegen seine Autorität respektieren.

„Wenn ich Fußball spiele, fühle ich mich gleichwertig. Es geht mir gut, weil ich mitmachen kann“, sagt er. „Ich bin Kapitän unserer Mannschaft. Das gibt mir ein gutes Gefühl. Ich freue mich, wenn wir gewinnen und bin traurig, wenn wir verlieren.“

Jane war beim WM-Qualifikationsspiel der EJR Mazedonien gegen Spanien im Juni eines der Spielerbegleitkinder.
Jane war beim WM-Qualifikationsspiel der EJR Mazedonien gegen Spanien im Juni eines der Spielerbegleitkinder.©UEFA.com

Seine Leidenschaft für den Fußball und das Leben lassen seinen stetigen Kampf neben dem Spielfeld beinahe in Vergessenheit geraten. Er benötigt den ganzen Tag über besondere Betreuung, selbst für einfache Dinge wie die Veränderung seiner Position im Rollstuhl. 2015 reiste Jane nach Paris, wo die Krümmung seiner Wirbelsäule bei einer Operation korrigiert wurde. Alle sechs Monate benötigt er eine Nachbehandlung in der Hoffnung, dass diese seine Chancen erhöht, eines Tages gehen zu können.

„Fußball hat sehr positive Auswirkungen auf sein Leben und gibt ihm Kraft, um mit seinen Alltagsproblemen fertig zu werden“, sagt Janes Vater Gjorgji. „Der Fußball hat ihm gezeigt, dass er eine aktive Rolle in der Gesellschaft einnehmen kann.“

Jane ist sogar zu einer kleinen Berühmtheit in der EJR Mazedonien geworden. Zuerst wurde er bekannt, als er die Ehre erhielt, die Nationalmannschaft bei ihrem WM-Qualifikationsspiel im Juni gegen Spanien aufs Spielfeld zu begleiten. Einige Monate später löste allerdings ein Bild vom UEFA-Superpokal in Skopje in den sozialen Medien und den Lokalnachrichten richtiggehende Begeisterungsstürme im Land aus.

„Beim UEFA-Superpokal in der Philip-II-Arena gingen wir in einen Raum, in dem einige Poster an der Wand hingen“, erklärt Jane.

Jane genießt nichts mehr als Fußballspielen mit seinen Freunden.
Jane genießt nichts mehr als Fußballspielen mit seinen Freunden.©UEFA.com

„Es wurden Fotos mit beiden Mannschaften gemacht und dann sah ich das Poster von Ronaldo bei seinem Jubel nach einem Treffer. Ich wollte so sein wie er. Ich fragte meine Mutter, ob sie ein Foto von mir machen könnte, und ich ahmte Ronaldos Pose nach. Es ist ein tolles Bild.“

Janes Lebensphilosophie lautet, niemals aufzugeben. Wenn es nach ihm geht, sollten alle ihre Träumen verwirklichen. Jane ist zwar erst neun Jahre alt, besitzt für sein Alter aber bereits eine außergewöhnliche Reife. Seine Persönlichkeit zeichnet sich durch den unumstrittenen Wunsch aus, immer nach dem Unmöglichen zu streben und das Undenkbare möglich zu machen.

„Wenn ich Fußball spiele, vergesse ich mitunter, dass ich im Rollstuhl sitze“, sagt er. „Ich stelle mir vor, wie ich Tore schieße wie Ronaldo. Manchmal vergesse ich beinahe, dass ich nicht laufen kann.“

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