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Ehemaliger DFB-Präsident und UEFA-Vizepräsident Egidius Braun verstorben

Der deutsche und der europäische Fußball trauern um einen außerordentlichen Fußballfunktionär, der für sein ausgeprägtes Bewusstsein für soziale Fragen bekannt war.

Egidius Braun war von 1992 bis 2001 DFB-Präsident und von 1992 bis 2000 UEFA-Vizepräsident.
Egidius Braun war von 1992 bis 2001 DFB-Präsident und von 1992 bis 2000 UEFA-Vizepräsident. Getty Images

Egidius Braun, der im Alter von 97 Jahren verstorben ist, stand von 1992 bis 2001 an der Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Von 1992 bis 2000 war er Vizepräsident der UEFA, deren Exekutivkomitee er von 1988 bis 2000 angehörte. Im Zeitraum von 1996 bis 2000 fungierte er zudem als UEFA-Schatzmeister. Darüber hinaus hatte er den Vorsitz einiger wichtiger UEFA-Kommissionen inne.

UEFA-Präsident Lennart Johansson überreicht Egidius Braun (rechts) im Jahr 2004 den UEFA-Verdienstorden in Diamant.
UEFA-Präsident Lennart Johansson überreicht Egidius Braun (rechts) im Jahr 2004 den UEFA-Verdienstorden in Diamant.UEFA

Zeitlebens machte er sich für den Fußball und insbesondere für das soziale Engagement stark. Im Jahr 2000 wurde er zum UEFA-Ehrenmitglied ernannt; 2004 wurde ihm der UEFA-Verdienstorden in Diamant verliehen, der Menschen vorbehalten ist, welche die höchsten Ämter im Fußball bekleidet oder dem Sport in besonderer Weise gedient haben.

Zu seinen Verdiensten zählt – neben den verschiedenen von ihm ausgeübten Funktionen – die Gründung der DFB-Stiftung Egidius Braun. Ganz nach Brauns Leitspruch „Fußball ist mehr als ein 1:0“ hat die DFB-Stiftung dazu beigetragen, das Leben unzähliger Menschen weltweit zu verbessern.

„Die Nachricht vom Tod von Egidius Braun hat uns schwer getroffen“, kondolierten Aleksander Čeferin und Generalsekretär Theodore Theodoridis dem DFB, der Stiftung Egidius Braun sowie seinem Familien- und Freundeskreis.

Eine große Persönlichkeit und ein besonderer Mensch

Egidius Braun bekleidete verschiedene Ämter innerhalb der UEFA.
Egidius Braun bekleidete verschiedene Ämter innerhalb der UEFA.Bongarts/Getty Images

„Der Fußball verliert eine große Persönlichkeit und die europäische Fußballfamilie trauert um einen besonderen Menschen“, ergänzte die UEFA-Spitze in ihrem Schreiben. „Egidius Braun war vor allem ein unermüdlicher Kämpfer im Dienste des Fußballs und der Menschen, vor allem von Kindern und Jugendlichen. Für seine außergewöhnlichen und langjährigen Verdienste zur Förderung, zum Schutz und zur Entwicklung des europäischen Fußballs, gebührt ihm unser tiefster Dank und unsere höchste Anerkennung. Wir werden Egidius Braun schmerzlich vermissen.“

Ein trauriger Tag

Im Rahmen diverser Initiativen rückte Braun zentrale gesellschaftliche und politische Themen in den Fokus. Er trug maßgeblich dazu bei, dass der DFB das soziale Engagement als eine der tragenden Säulen in seinen Statuten festschrieb.

Der neu gewählte DFB-Präsident Bernd Neuendorf würdigte Egidius Braun für seinen herausragenden Charakter: „Heute ist ein trauriger Tag für alle Fußballerinnen und Fußballer in Deutschland und Europa“, so Neuendorf. Mit Egidius Braun verlieren wir einen besonderen Menschen, der sich mit den Möglichkeiten des Fußballs gerade für diejenigen eingesetzt hat, die Unterstützung und Zuwendung brauchen.”

„Mit Egidius Braun verlieren wir einen besonderen Menschen.“
„Mit Egidius Braun verlieren wir einen besonderen Menschen.“ Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

„Dabei trieb ihn insbesondere die Sorge um in Not geratene Kinder und Jugendliche. Egidius Braun hat das soziale Engagement fest in der DNA und der Satzung unseres Verbandes verankert.“

Leidenschaft für den Fußball

In seiner Jugend war Braun ein leidenschaftlicher Fußballer und studierte zunächst Rechtswissenschaften und Philosophie. 1973 wurde er zum Präsidenten des Landesverbands Mittelrhein gewählt. Von 1977 bis 1992 war er Schatzmeister des DFB, bevor er im Oktober 1992 zum achten Verbandspräsidenten gewählt wurde.

Während seiner Amtszeit erreichte die deutsche Nationalmannschaft das Endspiel der UEFA EURO 1992 in Schweden und sicherte sich vier Jahre später den EM-Titel in England. Nach seinem Rücktritt im Jahr 2001 wurde er zum DFB-Ehrenpräsidenten ernannt.

Eine europäische Funktionärskarriere

Braun war ein leidenschaftlicher Kämpfer im Dienste des Fußballs.
Braun war ein leidenschaftlicher Kämpfer im Dienste des Fußballs.ullstein bild via Getty Images

Neben seinen leitenden Aufgaben bei der UEFA übte Egidius Braun weitere Funktionen für den europäischen Fußball-Dachverband aus. Er war Vorsitzender der Finanzkommission (1996-2000), der Kommission für die Europameisterschaft (1992-2000) sowie der Kommission für die U21-Europameisterschaft (1992-96). Überdies vertrat er die UEFA in einer Konsultativkommission für EU-Angelegenheiten und brachte sich in verschiedenen Expertenausschüssen ein.

Für die Ausübung seiner öffentlichen Ämter wurden ihm besondere Ehren im In- und Ausland zuteil. Viermal wurde er mit dem deutschen Bundesverdienstkreuz geehrt. Darüber hinaus gehörte er unter anderem dem Orden vom Aztekischen Adler an – diese höchste Auszeichnung Mexikos für ausländische Staatsbürger galt seinem unermüdlichen Einsatz für sozial benachteiligte Menschen in dem zentralamerikanischen Land.

Schweigeminute

Als Zeichen des Respekts bittet der DFB um eine Schweigeminute bei allen Fußballspielen, die an diesem Wochenende in Deutschland bestritten werden. Die designierte DFB-Generalsekretärin Heike Ullrich erklärte, man wolle sich so vor einem großen Präsidenten in der Geschichte des Verbandes verneigen, dem Fußball-Deutschland zu allergrößtem Dank verpflichtet sei.