Wettbewerbe im Fokus: Portugal

In normalen Zeiten brauchen die UEFA und der jeweilige Ausrichter rund zwölf Monate, um das Endspiel eines UEFA-Wettbewerbs zu planen. 2020 hingegen wurden innerhalb weniger Monate drei Endrunden organisiert.

Estádio do Sport Lisboa e Benfica
Estádio do Sport Lisboa e Benfica UEFA via Getty Images

Vier Monate, nachdem die UEFA die Unterbrechung ihrer Wettbewerbe 2019/20 aufgrund der COVID-19-Pandemie bekanntgegeben hat, werden die Elite-Klubwettbewerbe als reine K.-o.-Turniere in Portugal (Champions League), Deutschland (Europa League) und Spanien (Women’s Champions League) zu Ende gespielt.

UEFA-Präsident Aleksander Čeferin brachte seine Dankbarkeit gegenüber den betreffenden Nationalverbänden bei der Bekanntgabe der neuen Austragungsorte im Juni unmissverständlich zum Ausdruck:

„Ich möchte allen Verbänden einen besonderen Dank aussprechen, die an der Festlegung neuer Spielorte beteiligt waren. Sie haben sich im Gespräch sofort einverstanden erklärt, Spielorte zu wechseln, um der aktuellen Situation Rechnung zu tragen, und dabei große Solidarität bewiesen. Dies ist mit Blick auf unsere künftige Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung.

Die Planung, Organisation und Durchführung der Wettbewerbe in einem neuen Turnierformat innerhalb von drei Monaten erforderte eine intensive und beispiellose Zusammenarbeit zwischen der UEFA, den Nationalverbänden, den Vereinen und anderen Akteuren.

Die gesamte Fußballgemeinde hat Hand in Hand zusammengearbeitet, um zu diesem Punkt zu gelangen, an dem wieder gespielt werden kann. Ich möchte allen Akteuren im Fußball und den Regierungen für ihre diesbezügliche Unterstützung danken.“

Champions-League-Ausrichter im Fokus: Portugiesischer Fußballverband

Die Zusammenarbeit zwischen dem Portugiesischen Fußballverband (FPF) und der UEFA war für die Wiederaufnahme der diesjährigen Champions League von entscheidender Bedeutung.

„Die Beziehungen zwischen der UEFA und der FPF müssen auf allen Ebenen reibungslos funktionieren und auf Vertrauen, Kommunikation und Erfahrungsaustausch aufbauen“, erklärte FPF-Direktor Daniel Ribeiro. „Da die Zeit drängt, sind eine rasche Planung und klare gemeinsame Entscheidungen erforderlich mit dem Ziel, eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die normalerweise über Jahre vorbereitet wird.

Wenn sich die Lage dereinst beruhigt hat, werden wir eine Bilanz zu diesem sehr dynamischen Projekt ziehen können. Bemerkenswert war die kurze Zeit, die wir für die Planung und Durchführung eines solch hochkarätigen Events zur Verfügung hatten. Es waren von Juni bis August weniger als drei Monate und wir mussten komplett bei Null beginnen.“

In welchen Stadien in Lissabon finden die Champions-League-Spiele statt?

Estádio José Alvalade
Estádio José Alvalade©Getty Images

- Estádio do Sport Lisboa e Benfica
- Estádio José Alvalade

Verbleibende Partien der UEFA Champions League 2019/20

Achtelfinale: 7./8. August
Viertelfinale: 12.-15. August
Halbfinale: 18./19. August
Endspiel: 23. August

Die Spieldaten und Paarungen der verbleibenden Runden der UEFA Champions League League 2019/20 finden sich hier.

Wie konnte sich Lissabon so schnell auf die Champions-League-Endrunde vorbereiten?

Bei einem Auftritt mit dem Staatspräsidenten und dem Premierminister Portugals sagte FPF-Präsident Fernando Gomes: „Die Champions League kann sofort in Portugal stattfinden, weil wir Vereine haben, die in eine ausgezeichnete Infrastruktur investiert haben und diese auf einem hohen Standard erhalten. Damit meine ich nicht nur die Stadien, sondern auch die Trainingszentren, die für dieses beispiellose Finalturnier so wichtig sind. Ohne die Klubs wären wir nicht hier.“

„Lissabon hat wirklich Anschauungsunterricht geboten und gezeigt, dass der Erfolg eines jeden Unterfangens vom vollen Engagement aller Beteiligten und einem gemeinsamen Ziel abhängt“, erklärt Daniel Ribeiro. „Es begann mit der Unterstützung von höchster Ebene – der portugiesischen Regierung – sowie der Gesundheitsbehörden und der beiden Lissabonner Vereine Benfica und Sporting, die ihre Stadien und Trainingsanlagen bereitgestellt haben.“

Was sind die größten Herausforderungen für die UEFA und die FPF?

„Eine der größten Herausforderungen war die Abstimmung zwischen den Hotels und den jeweils nächstgelegenen Trainingsplätzen unter Berücksichtigung der Anforderungen der verschiedenen Mannschaften“, so Ribeiro weiter.

Auch mit Blick auf die Hotels und den Flugverkehr war eine enge Koordination nötig, um allen anreisenden Mannschaften ein abgeschiedenes und sicheres Umfeld zu bieten. Lissabon hat den Vorteil, über zwei Weltklassestadien, neun hochmoderne Trainingsanlagen und eine Fülle an geeigneten Hotels zu verfügen, aus denen die Vereine auswählen konnten.

Die Betreuung der Teams steht bei diesem Event im Vordergrund; es geht darum, ihnen ab der Ankunft in Lissabon die bestmöglichen Bedingungen zu bieten.“

Bisherige UEFA-Großveranstaltungen in Portugal*

1967 – Endspiel des Europapokals der Landesmeister
1992 – Endspiel des Europapokals der Pokalsieger
2004 – Endrunde der UEFA-Fußball-Europameisterschaft
2005 – Endspiel des UEFA-Pokals
2006 – Endrunde der UEFA-U21-Europameisterschaft
2014 – Endspiel der UEFA Champions League
2014 – Endspiel der UEFA Women’s Champions League
2019 – Endphase der UEFA Nations League

*Nicht mitgezählt sind in zwei Partien ausgetragene Endspiele des UEFA-Pokals mit Beteiligung portugiesischer Mannschaften.