Die Slowakei trauert um ihren ehemaligen Verbandspräsidenten Milan Služanič

Milan Služanič, der erste Präsident des Slowakischen Fußballverbands (SFZ) nach der Unabhängigkeit des Landes, ist im Alter von 83 Jahren verstorben.

Milan Služanič
Milan Služanič SFZ

Der aus dem Stadtteil Dúbravka der Hauptstadt Bratislava stammende Služanič spielte eine entscheidende Rolle bei der Aufnahme des SFZ in die UEFA, als der erneut unabhängige Nationalverband 1993 nach der am 1. Januar desselben Jahres erfolgten Aufspaltung der Tschechoslowakei in die Tschechische und die Slowakische Republik Mitglied des europäischen Fußballdachverbands wurde.

Milan Služanič war ein begeisterter Fußballer, bis eine schwere Verletzung im Alter von 24 Jahren seiner Karriere ein Ende setzte. Anschließend wandte er sich dem Volleyball zu, ruderte und betätigte sich als Langstreckenschwimmer und Läufer. Er spielte zunächst eine wichtige Rolle im tschechoslowakischen Fußballverband und war seit 1988 Vorsitzender des slowakischen Landesverbands.

Im November 1992 wurde die Schaffung von zwei getrennten nationalen Fußballverbänden in den beiden neu zu gründenden Republiken bestätigt. Služanič wurde an die Spitze des slowakischen Verbands berufen.

Wichtige Rolle bei der UEFA-Mitgliedschaft

Služanič trug entscheidend zur Aufnahme des SFZ in die UEFA und 1994 auch in die FIFA bei. 1998 trat er als SFZ-Präsident zurück. Er gilt als entscheidende Figur, welche die Grundlagen geschaffen hat, auf denen der slowakische Fußball heute steht.

Er setzte sich auch entscheidend dafür ein, dass die FIFA den 4. November 1938 als Gründungsdatum des Slowakischen Fußballverbands offiziell bestätigte. An diesem Tag wurde der Verband gegründet und 1939 erstmals Mitglied der FIFA. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Mitgliedschaft jedoch im Rahmen der Zusammenlegung der tschechischen und slowakischen Fußballwettbewerbe aufgelöst.

Milan Služanič war später auch Mitglied des Ehrenpräsidiums der Ruhmeshalle des slowakischen Fußballs, bevor er 2019 selbst in die Halle aufgenommen wurde. „Hunderte Menschen verspüren eine große Leere und Trauer in ihrem Herzen“, sagte der SFZ. „Der Slowakische Fußballverband spricht der Familie und den Angehörigen sein tief empfundenes Beileid aus.“