UEFA-Präsident besucht Ungarn

UEFA-Präsident Michel Platini hat bei seinem Besuch in Ungarn die Arbeit im nationalen Breitenfußball und der Nachwuchsförderung gelobt, außerdem begrüßte er den Beitrag an der Kampagne gegen Rassismus.

Michel Platini (links), Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán (Mitte) und MLSZ-Präsident Sándor Csányi beim Besuch des UEFA-Präsidenten in Ungarn
Michel Platini (links), Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán (Mitte) und MLSZ-Präsident Sándor Csányi beim Besuch des UEFA-Präsidenten in Ungarn ©Gabor Baricsa

UEFA-Präsident Michel Platini hat bei seiner Reise nach Ungarn den Ministerpräsidenten Viktor Orbán und den Präsidenten des Ungarischen Fußballverbands (MLSZ), Sándor Csányi, getroffen. Michel Platini besuchte außerdem das Qualifikationsspiel zur FIFA-Weltmeisterschaft zwischen Ungarn und Estland in Budapest.

Michel Platini zeigte sich sehr beeindruckt von der Arbeit des MLSZ, der sich sehr darum bemüht, die Infrastruktur des Breitenfußballs zu verbessern. Außerdem betonte der UEFA-Präsident die Notwendigkeit eines Null-Toleranz-Ansatzes im Kampf gegen Rassismus. Schließlich begrüßte er auch die Zusammenarbeit zwischen dem Verband und der ungarischen Regierung, die in einer gemeinsamen Erklärung mitgeteilt hatten, im Land Fußballstadien bauen zu wollen.

"Ich bin sehr glücklich, Zeuge eines solch wichtigen Moments wie der Bekanntgabe dieser Vereinbarung zu sein", meinte der UEFA-Präsident. "Es ist ein weiterer, neuer Beweis, dass der Ministerpräsident des Landes und seine Regierung Seite an Seite mit dem Fußballverband stehen, um sich hinsichtlich der ungarischen Fußballentwicklung zu engagieren."

Der UEFA-Präsident wiederholte dabei auch seine Sichtweise zum Rassismus im Fußball: "Wir sind an einem Punkt angelangt, wo nur der Null-Toleranz-Standpunkt seitens der führenden Personen im Fußball zu akzeptieren ist. Wir müssen alles unternehmen, um den Rassismus im Fußball zu beseitigen. Wir haben uns entschieden, alle Personen aus den Stadien zu entfernen, die rassistische Kommentare von sich geben. Notfalls auch für eine lange Zeit."

"Wir bitten jeden Verband, bei dem Null-Toleranz-Ansatz standhaft zu bleiben, damit auch nicht das kleinste Anzeichen von rassistischem Verhalten in den Stadien gestattet ist. Dem MLSZ und der Regierung gebührt deshalb ein Dank, diesen Weg mit der UEFA mitzugehen, ebenso wie für die sichtbaren Schritte hinsichtlich der Weiterentwicklung des Jugendfußballs und der Infrastruktur."

Viktor Orbán fügte hinzu: "Die ungarische Regierung hat den MLSZ gebeten, rassistischem oder unkultiviertem, primitiven Verhalten in den Stadien keinen Platz einzuräumen. Diese Arenen sollen ein beliebter Ort für ungarische Familien werden, in die man bedenkenlos seine Kinder zu Spielen mitnehmen kann."

Sándor Csányi erörterte derweil die Arbeiten an der Infrastruktur: "Der MLSZ hat damit begonnen, den Zustand der Infrastruktur und der Einrichtungen zu analysieren." Nun sollen weitgreifende Renovierungsarbeiten an Stadien stattfinden, neue Rasen verlegt und alte repariert werden. "Die Entwicklung des Amateurfußballs war Teil des Programms des Verbands und wir haben großartige Ergebnisse erzielt. In der jüngeren Vergangenheit ist die Anzahl der Mannschaften um Tausende gestiegen. Es wird jetzt wieder an Orten Fußball gespielt, wo der Sport Jahrzehnte lang verschwunden war."