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"Lebendig und vorwärtsorientiert"

In seiner Eröffnungsrede beim XXXVII. Ordentlichen UEFA-Kongress in London lobte UEFA-Präsident Michel Platini die Solidarität im europäischen Fußball und versprach entschlossenes Vorgehen gegen kriminelle Elemente.

Michel Platini beim XXXVII. Ordentlichen UEFA-Kongress in London
Michel Platini beim XXXVII. Ordentlichen UEFA-Kongress in London ©Getty Images

UEFA-Präsident Michel Platini hat unterstrichen, wie wichtig es auch künftig ist, den Fußball und seine Werte zu schützen. Gleichzeitig begrüßte er die positiven Entwicklungen im europäischen Fußball, verwies aber auch auf die Pflicht der UEFA, gegen all die negativen Elemente vorzugehen, die die Zukunft des Fußballs gefährden.

In seiner Eröffnungsrede beim XXXVII. Ordentlichen UEFA-Kongress in London, lobte Michel Platini die nationalen Verbände für ihren wertvollen Beitrag zur Förderung des Fußballs in Europa. "Wir können sicher sagen, dass wir eine Konföderation sind, die schnellen Schrittes in die richtige Richtung unterwegs ist", sagte er.

Michel Platini zeigte auch seine Freude darüber, dass die UEFA ausgerechnet in dieser Woche in London präsent ist – "in einer Stadt, die den Fußball lebt, die Fußball atmet, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. In einem Land, dessen Herz für den Fußball schlägt ... in England, dem Mutterland des Fußballs, dem wir diese wunderbare Sportart verdanken, die uns so begeistert."

"Es war deshalb nur natürlich, dass der internationale Fußball der FA, dem ältesten Fußballverband der Welt, anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens die Ehre erweist."

Der UEFA-Präsident erinnerte noch einmal an den großen Erfolg der UEFA EURO 2012 in Polen und der Ukraine. "Ich bin glücklich, dass die größte Herausforderung des Jahres 2012 mit Bravour gemeistert wurde. Die EURO 2012 war in der Tat ein Erfolg auf ganzer Linie. Veranstaltungen dieser Größenordnung sind auch in Osteuropa möglich, das haben Polen und die Ukraine eindrucksvoll gezeigt!"

Der UEFA-Präsident erläuterte anschließend, dass der Fußball in Europa eine noch da gewesene Qualität erreicht habe. "Noch nie war das sportliche Niveau so hoch, und das wirkt sich positiv aus", erklärte er. "Überall in Europa entwickelt sich der Fußball weiter. Von Reykjavik bis Valetta wird heute besser Fußball gespielt denn je. Die Entwicklungsprogramme, die [die Verbände] auf den Weg bringen, beginnen Früchte zu tragen. Es geht darum, dafür zu sorgen, dass möglichst viele Kinder Ihres jeweiligen Landes die Möglichkeit haben, Fußball zu spielen, und zwar unter bestmöglichen Bedingungen."

Michel Platini begrüßte auch die exzellenten Verbindungen zwischen der UEFA und den Nationalverbänden. "Die HatTrick-Solidaritätszahlungen sind von Zyklus zu Zyklus kontinuierlich gestiegen ... das hat uns nicht davon abgehalten, weitere Entwicklungsprogramme zugunsten unserer Mitgliedsverbände auf den Weg zu bringen."

"Der europäische Fußball war noch nie so beliebt wie heute. Unsere Wettbewerbe einen auf gewisse Art die Völker und lassen Grenzen vergessen ... Schließlich können wir uns auch glücklich schätzen, da wir einer lebendigen, zukunftsorientierten und innovativen Organisation angehören, die immer wieder neue, vielversprechende Projekte ins Leben ruft."

Mit Blick auf die UEFA EURO 2020, die in 13 europäischen Städten ausgetragen wird, versprach Michel Platini, dass "die EURO 2020 eine EURO für Europa sein wird … 53 Verbände, 24 teilnehmende Nationalmannschaften, 13 Länder und eine Sprache: Fußball."

"Dieser innovative Schritt bietet zahlreichen Ländern die einzigartige Chance, Spiele einer EM-Endrunde auszurichten. Zudem können Verbände diese Gelegenheit nutzen, um sich endlich ein echtes Nationalstadion zuzulegen, das diesen Namen verdient ... und schließlich gibt dieses Konzept auch Menschen, die bei einer traditionellen Endrunde nicht ins Ausrichterland reisen können, die Möglichkeit, dieses intensive Gemeinschaftsgefühl einmal hautnah mitzuerleben. Denn 2020 müssen nicht mehr die Fans zur EURO kommen – die EURO kommt zu ihnen."

Davor stehe allerdings noch die UEFA EURO 2016 in Frankreich auf dem Programm, für die Michel Platini Leidenschaft, Freundschaft und großartigen Fußball versprach – "ein Gipfeltreffen, bei dem man dabei sein muss".

Der UEFA-Präsident wandte sich dann den drei negativen Einflüssen zu, die die Zukunft des Fußballs in Europa bedrohten. "Da sind zum einen die Spielmanipulationen und Wetten. Wir schützen unseren Sport gegen dieses Übel mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln, aber leider reicht das nicht immer aus ... Wir haben es hier nicht etwa mit Kleinkriminellen zu tun, die versuchen, ihr Monatseinkommen aufzubessern."

"Bereits ein einziges verschobenes Spiel ist eines zu viel, da hier das Wesen, der Kern unseres Sports berührt wird."

Ein weiteres großes Problem sei die Diskriminierung. "Fußball, das ist Geben und Nehmen, das ist Teilhabe, Fußball ist der Mannschaftssport schlechthin. Fußball schließt Menschen ein und nicht aus. Fußball isoliert nicht, er integriert. Das ist seine vorrangige Aufgabe."

"Doch leider wird der Fußball nur allzu oft eingeholt von der gesellschaftlichen Wirklichkeit und ihren Missständen. Wir dürfen davor nicht die Augen verschließen. Es gibt nach wie vor Diskriminierung im Fußball, sei es rassistischer oder sexueller Natur. Und wir haben die Pflicht, etwas dagegen zu tun. Das geht zum einen natürlich über Prävention und Aufklärungsarbeit, zwei unverzichtbare Bestandteile eines jeden seriösen Konzepts in diesem Bereich, aber auch über eine angemessene Bestrafung."

Anschließend sprach der UEFA-Präsident die beängstigende finanzielle Situation so mancher Klubs in Europa an. "Das finanzielle Fairplay wurde geschaffen, um den langfristigen Fortbestand der europäischen Vereine zu sichern", sagte er. "Der Leitgedanke dieses Projekts passt in einen Satz und ergibt sich aus dem gesunden Menschenverstand. Er lautet: 'Nicht mehr Geld ausgeben, als man einnimmt.' Es geht darum, dass die Klubs verantwortungsvoll mit ihren Finanzen umgehen, aber auch darum, sie dazu anzuhalten, ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Steuerbehörden, gegenüber anderen Klubs und gegenüber ihren Angestellten, seien es Spieler oder Trainer, nachzukommen."

"Die UEFA sah es als ihre Aufgabe einzugreifen, um zu vermeiden, dass die Blase platzt und das aktuelle System zusammenbricht und es wird Aufgabe der unabhängigen Disziplinarinstanzen sein, die wenigen Klubs zu sanktionieren, die das noch nicht verstanden haben."

"Wir müssen uns also auf der einen Seite unseres Glücks bewusst sein, denn als Arbeiter im Dienste des Fußballs haben wir alles, wirklich alles, um glücklich zu sein, auf der anderen Seite müssen wir uns aber auch unserer Verantwortung bewusst sein", fuhr Michel Platini fort. "Doch wenn wir stets im Kopf behalten, dass es unsere Pflicht ist, den Fußball, die Spieler sowie unsere Werte, also die der Nationalverbände, zu schützen, dann sind wir auf dem richtigen Weg."

"Denn wir dürfen uns nicht beirren lassen: Den Fußball, die Spieler und die Werte zu schützen, das ist das Wesentliche. Den Fußball, die Spieler und die Werte zu schützen, das ist unsere Aufgabe. Den Fußball, die Spieler und die Werte zu schützen, das muss der rote Faden sein, von dem wir uns in unserer Arbeit leiten lassen. [Die Verbände] tun dies auf bemerkenswerte Weise auf nationaler Ebene, unter nicht immer einfachen Umständen – und gemeinsam, weil wir zusammenstehen, werden wir es auch auf europäischer Ebene schaffen."

"Mit Ihnen allen, I will never walk alone", schloss der UEFA-Präsident.

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