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Finanzielles Fairplay macht den Fußball zukunftsfähig

UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino erklärt im Gespräch mit UEFA.com die Gründe für die Einführung des Finanziellen Fairplay, um die langfristige Stabilität des Fußballs zu gewährleisten.

Finanzielles Fairplay macht den Fußball zukunftsfähig
Finanzielles Fairplay macht den Fußball zukunftsfähig ©UEFA.com

Das Konzept des Finanziellen Fairplay der UEFA ist mittlerweile sehr gut nachvollziehbar und geht in die nächste Phase - der Beginn der europäischen Vereinswettbewerbe 2011/12 hat UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino die Gelegenheit gegeben, um mit UEFA.com über die Gründe für die Einführung dieser Maßnahmen zu sprechen, die dazu dienen sollen, die langfristige Stabilität des Fußballs in Europa zu gewährleisten.

Im September 2009 wurde das Konzept vom Exekutivkomitee der UEFA genehmigt und es hat die volle Rückendeckung der europäischen Fußballfamilie. Ziele sind unter anderem, die Vereine dazu zu bringen, mit ihren Einkünften auszukommen, das langfristige Überleben des europäischen Vereinsfußballs zu sichern, mehr Disziplin bei den Klubfinanzen einzuführen und die Ausgaben für Gehälter und Transfers zu verringern sowie den inflationären Effekt zu limitieren.

In der letzten Zeit hatten viele Vereine finanzielle Probleme, was vor allem auf die wirtschaftliche Lage in Europa zurückzuführen ist. Im dritten Benchmarking-Bericht der UEFA zum europäischen Vereinsfußball - der Anfang des Jahres veröffentlicht und der aus den Finanzberichten von rund 650 Erstligisten der 53 Mitgliedsverbände der UEFA zusammengestellt wurde - wurde festgestellt, dass mehr als die Hälfte der Spitzenklubs des Kontinents Verluste verzeichnen, wobei besorgniserregende 28 Prozent der Vereine deutliche Verluste anmeldeten (hier definiert als 12 Euro Ausgaben für je 10 Euro Einnahmen).

Gianni Infantino sagte, dass die Klubs aufgefordert werden sollen, weniger auszugeben als sie einnehmen und so größeren finanziellen Pragmatismus zeigen. "Wenn man sich die wachsenden Einnahmen in den letzten Jahren betracht", meinte er, "sie sind konstant gewachsen, und das trotz der allgemeinen wirtschaftlichen Lage in der Welt oder in Europa. Seit ein paar Jahren bewegen wir uns von einer Wirtschaftskrise zur nächsten - aber wenn es um den Fußball geht, dann gehen die Einnahmen nach oben ... immer."

"Das Problem ist, dass nicht nur die Einnahmen wachsen, sondern auch die Kosten, und das in einer Art, die diese Einnahmen übersteigt", fügte er hinzu. Aus diesem Grund haben wir die Regeln des Finanziellen Fairplay entwickelt. Dadurch werden sicherlich diese Klubs belohnt, die auf eine ordnungsgemäße Art und Weise verwaltet werden. Die Regeln des Finanziellen Fairplay besagen im Wesentlichen, dass man nicht mehr Geld ausgeben darf, als man erwirtschaftet. Sie werden wieder für mehr Vernunft im Fußballsport sorgen und, nochmals, diejenigen belohnen, die die Regeln einhalten und ein solides sowie zukunftsfähiges Geschäftsmodell haben."

Um die Vereine zu überwachen und sicherzustellen, dass sie die Vorgaben des Finanziellen Fairplay erfüllen, wurde ein Klubfinanz-Kontrollausschuss eingeführt. Im Mai 2010 erließ das UEFA-Exekutivkomitee das Reglement zur Klublizenzierung und zum Finanziellen Fairplay, das den Entscheidungsträgern im europäischen Fußball Unterstützung bieten soll. Die Maßnahmen zum finanziellen Fairplay werden innerhalb von drei Jahren eingeführt und treten mit dem 2012 und 2013 endenden Berichtszeitraum in Kraft. Zum ersten Mal gemäß der Regularien beurteilt werden die Geschäftsberichte der Saison 2013/14. Ab jetzt überwacht der Klubfinanz-Kontrollausschuss zum ersten Mal alle Transfers und Ausgaben für Mitarbeiter.

Gianni Infantino geht davon aus, dass die ersten positiven Auswirkungen des Finanziellen Fairplay bereits zu spüren sind. "Die Vereine sind jetzt schon vorsichtiger geworden bei dem, was sie tun und wie sie ihr Geld ausgeben", sagte er. "Deshalb werden die Verluste, und damit als indirekte Konsequenz die Schulden, im Klubfußball sicherlich nach unten gehen. Er wird nachhaltiger, gesünder, und er wird noch mehr Investoren und Sponsoren und Partner anlocken, die dafür sorgen, dass der Fußball noch weiter aufblüht."

Das Finanzielle Fairplay sieht auch Sanktionen vor, wenn sich jemand nicht an die Regeln hält. "Als wir die Regeln zum Finanziellen Fairplay eingeführt haben, war der wichtigste Punkt, dass wir sie mit den Klubs zusammen eingeführt haben. Wir haben sie eingeführt, nicht um jemanden zu sanktionieren oder zu bestrafen, sondern um dem Klubfußball zu helfen und um die Vereine zu unterstützen. Wenn die Regeln nicht eingehalten werden, dann hat die UEFA den Ruf, denke ich, hart aber gerecht zu sein. Sollten die Regeln also nicht eingehalten werden, gibt es Sanktionen, die verhängt werden - die strengste Sanktion ist der Ausschluss aus den UEFA-Wettbewerben."

"Trotzdem, eine Sanktion für einen Klub ist nicht der Schlüssel zum Erfolg der Regeln", meinte der UEFA-Generalsekretär zum Abschluss. "Der Schlüssel zum Erfolg ist die Verbesserung der finanziellen Situation des europäischen Klubfußballs. Wir sind sehr zuversichtlich, was das betrifft, und das ist das Ziel, das wir erreichen wollen."