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UEFA-Präsident bezieht Stellung zum Problem der Gewalt

UEFA-Präsident Michel Platini hat sich mit den Staatspräsidenten von Serbien und Kroatien getroffen, um mit ihnen über ein härteres Vorgehen gegen Gewalt im Fußball zu sprechen.

Kroatiens Staatspräsident Ivo Josipović und Michel Platini
Kroatiens Staatspräsident Ivo Josipović und Michel Platini ©Croatia president's office

UEFA-Präsident Michel Platini hat sich am Donnerstag mit dem serbischen Staatspräsidenten Boris Tadić sowie dem kroatischen Staatspräsidenten Ivo Josipović getroffen.

Bei seinen Besuchen in Belgrad und Zagreb kam der UEFA-Präsident mit den Staatspräsidenten der beiden Länder zusammen, um über aktuelle Themen im Fußball zu diskutieren. Insbesondere ging es darum, beiden Regierungen die Bedeutung des vollen Einsatzes und der Rückendeckung im Kampf gegen die Gewalt bei Fußballspielen mit kroatischen und serbischen Mannschaften hervorzuheben.

Nach den beiden Besuchen sagte Michel Platini: "Gewalt im Fußball ist für uns ein Kernproblem, das umgehend in Angriff genommen werden muss. Ich habe heute bei meinen Treffen mit den Staatsoberhäuptern von Kroatien und Serbien gesehen, dass sie unsere Sorgen teilen und darauf aus sind, Lösungen zu finden. Wir haben uns geeinigt, dass man einen handfesten Plan mit konkreten Maßnahmen erstellen muss. Dazu brauchen wir eine starke Führung und Engagement von beiden Regierungen auf allen Ebenen."

"Ich muss aber betonen: Es besteht ein ernsthaftes Risiko, dass die Nationalmannschaften und Vereine beider Verbände von den UEFA-Wettbewerben ausgeschlossen werden, wenn die UEFA keine positiven und eindeutigen Signale erkennt, dass noch in diesem Jahr konkrete Maßnahmen eingeleitet werden. Wir müssen eindeutige Verbesserungen erkennen, ansonsten werden wir nicht zögern, hart vorzugehen."

Sollte sich die Situation nicht verbessern, wird die UEFA alle kroatischen und serbischen Mannschaften von allen Wettbewerben für eine lange Zeit ausschließen. Dies gilt für die Nationalmannschaften und die Vereine.

Michel Platini unterstrich die Tatsache, dass die Gewalt mit Beteiligung gewisser Fangruppen bei den Spielen nicht mehr nur ein Fall für den Fußball ist. Hier bedarf es der Intervention der Regierungen und insbesondere der internationalen Zusammenarbeit von Polizeikräften.

Die Hauptbotschaft während der beiden Treffen: Um den Ausschluss der kroatischen und serbischen National- sowie Vereinsmannschaften zu verhindern, müssen die Regierungen in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Fußballbehörden dafür sorgen, dass die Probleme bei Spielen mit Beteiligung von kroatischen und serbischen Mannschaften bekämpft werden. Das UEFA-Exekutivkomitee hat bei seinem letzten Treffen im Januar beiden Verbänden eine Null-Toleranz-Politik nahe gelegt.

Der angeforderte Handlungsplan sollte Maßnahmen wie die Entwicklung eines effektiven Systems zur Erteilung von Stadionsperren, Reiseverboten für Unruhestifter, die Ausarbeitung von Protokollen für die Kooperation und den Informationsaustausch unter Polizeikräften, sowie eine schnelle Strafverfolgung beinhalten. Für schuldig befundene Unruhestifter müssen ernsthafte Sanktionen befürchten.

Ebenfalls zur Diskussion im Rahmen des Schutzes und der Sicherheit stand eine Liste mit notwendigen Verbesserungen, wie ein integrierter Ansatz in Sachen Überwachung, Sicherheit und Ordnungsdienst, eine verbesserte Qualität der Stadion-Infrastruktur und der Abläufe, besseres Training für Polizei und Ordner, serienmäßiger Einsatz von Polizeiaufklärern und Informanten, eine wirkungsvolle Datenbank mit Unruhestiftern sowie einer Ermächtigung für friedliche Fans. Die UEFA ist fest entschlossen, zusammen mit der EU-Expertengruppe für Fußball und dem Europarat, im Hinblick auf den benötigten Handlungsplan beratend und unterstützend zur Seite zu stehen.

Zusammen mit den verschiedenen europäischen Behörden, die ebenfalls beteiligt sind, wird die UEFA die effektive Umsetzung des benötigten Handlungsplans genau beobachten. Außerdem wird das UEFA-Exekutivkomitee in dieser Angelegenheit in einem Jahr - falls notwendig auch früher - konsultiert.