Schweizer Fußball trauert um Jakob „Köbi“ Kuhn

Jakob „Köbi“ Kuhn, der die Schweiz zu zwei EM-Endrunden und der FIFA-WM 2006 führte, ist im Alter von 76 Jahren verstorben.

Nach dem letzten EM-Spiel der Schweiz 2008 geht Jakob „Köbi“ Kuhn unter kräftigem Applaus vom Platz.
Nach dem letzten EM-Spiel der Schweiz 2008 geht Jakob „Köbi“ Kuhn unter kräftigem Applaus vom Platz. ©Getty Images

Der ehemalige Schweizer Nationaltrainer Jakob „Köbi“ Kuhn ist 76-jährig verstorben.

Nach einer glanzvollen Zeit als Spieler verzeichnete Kuhn zahlreiche Erfolge als Trainer der Schweizer Nationalelf. Ihm gelang mit seiner Mannschaft der Einzug in zwei EM-Endrunden und die Teilnahme an der FIFA-WM 2006, wobei er sich auch neben dem Platz als führungs- und charakterstarke Persönlichkeit erwies.    

In seiner Zeit als Spieler beim FC Zürich, mit dem er sechs Meistertitel feiern konnte, überzeugte Kuhn als technisch starker Mittelfeldspieler und lief 63 Mal für das Nationalteam auf, darunter bei der FIFA-WM 1966. Nachdem der Zürcher 1977 seine Spielerkarriere an den Nagel gehängt hatte, wurde er Nachwuchstrainer bei seinem Heimatverein und sprang zweimal als Coach der A-Mannschaft ein. Im Jahr 1995 verließ er infolge seiner Ernennung zum U21-Nationaltrainer den Verein.

2001 schaffte Kuhn den Sprung an die Spitze der A-Nationalmannschaft, die er sieben Jahre lang führte. Höhepunkte in seiner Zeit als Nationaltrainer waren die Teilnahme an der UEFA EURO 2004 und anschließend der FIFA-WM 2006, bei der die Schweiz das Achtelfinale erreichte und im Elfmeterschießen ausschied, nachdem die Mannschaft im gesamten Turnier kein Gegentor kassiert hatte. Auch als die Schweiz im Jahr 2008 gemeinsam mit Österreich die EM ausrichtete, stand Kuhn an der Spitze der Nationalelf.

Viele Stimmen aus der Fußballwelt zollten Kuhn Respekt, allen voran der Präsident des Schweizerischen Fußballverbands (SFV), Dominique Blanc. „Köbi Kuhn hat unseren Fußball und seine Werte verkörpert“, betonte Blanc. „In einem gewissen Sinne standen ihm alle nahe. Wir danken ihm aus tiefstem Herzen dafür, was er für unseren Sport geleistet hat.“ Ottmar Hitzfeld, der 2008 als Nationalcoach auf Kuhn folgte, zeigte sich bewegt: „Köbi wird immer eine Legende im Schweizer Fußball bleiben und er wird uns dank seiner menschlichen Qualitäten sehr fehlen. Den Angehörigen der Trauerfamilie möchte ich mein tiefstes Beileid aussprechen.“

„Wir durften zusammen die Heim-EM in der Schweiz erleben“, so der derzeitige Nationalmannschaftskapitän Stephan Lichtsteiner. „Köbi Kuhn war immer ein sehr angenehmer Trainer, es machte grossen Spass, unter ihm zu trainieren und zu spielen.“

„Ich bin sehr betroffen und traurig“, erklärte der ehemaliger „Nati“-Stürmer Alexander Frei. „Er war eine sehr wichtige Bezugsperson in meinem ganzen Fußballerleben. Mit Köbi wurde ein Engel auf die Erde geschickt und nun hat der Himmel einen Engel zurückerhalten.“ Auch Freis Teamkollege Pascal Zuberbühler äußerte sich zu Kühns Tod: „Ich bin sehr, sehr traurig. Ich bedanke mich bei ihm, für die unglaublich tolle Nati-Zeit. Es war fantastisch. Er wird für mich immer DER Nati-Trainer sein.“

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