Weltenbummler Rudi Gutendorf verstorben

Der legendäre deutsche Trainer Rudi Gutendorf, der 55 Mannschaften in 32 Ländern auf fünf Erdteilen gecoacht hat, ist im Alter von 93 Jahren gestorben.

Der deutsche Trainer Rudi Gutendorf war ein Weltenbummler.
Der deutsche Trainer Rudi Gutendorf war ein Weltenbummler. ©Getty Images

Der deutsche Fußball sowie Vereine und Nationalmannschaften rund um den Globus trauern um Trainerlegende Rudi Gutendorf, der im Alter von 93 Jahren verstorben ist.

Der Weltenbummler betreute im Laufe seiner unvergleichlichen Karriere nicht weniger als 55 Mannschaften in 32 Ländern auf fünf Kontinenten – so groß waren die Neugierde und der Eifer von „Rudi Rastlos“, neue Kulturen kennenzulernen und als Fußballlehrer tätig zu sein.

Laut Guinessbuch der Rekorde war Gutendorf 18-facher Nationaltrainer und betreute zwei Mannschaften – Iran und China – bei olympischen Spielen. In seinem Heimatland hießen die wichtigsten Stationen VfB Stuttgart, Schalke 04, 1860 München, Hamburger SV und MSV Duisburg; mit letzterem Verein, damals noch unter dem Namen Meidericher SV, wurde er 1963/64 in der Auftaktsaison der Bundesliga Vizemeister. Als Nationaltrainer war er in Chile, Australien, Trinidad und Tobago und zahlreichen anderen Ländern aktiv.

Für seine unermüdliche und leidenschaftliche Arbeit als Trainer wurde Gutendorf zweimal mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Als Spieler war er Rechtsaußen bei der TuS Neuendorf, mit der er 1948 das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft erreichte, bevor er seine Karriere jedoch aufgrund einer Tuberkuloseerkrankung beenden musste. Bald wurde er ein Schüler des legendären Sepp Herberger – dem deutschen Weltmeistertrainer von 1954 – und übernahm 1955 bei Blue Stars Zürich seinen ersten Trainerposten.

Seine letzte Station war 2003 die U23-Nationalelf Samoas. Rudi Gutendorf war eine schillernde Persönlichkeit und erhielt besondere Anerkennung für sein Engagement in Ruanda in den späten 1990er-Jahren, als das Land immer noch unter den Folgen des Bürgerkriegs und des Genozids von 1994 litt.

Der gebürtige Koblenzer hat seine Fußballabenteuer in der Autobiografie „Mit dem Fußball um die Welt“ dokumentiert.

 

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