UEFA - Europas Fußball-Dachverband

Die am 15. Juni 1954 in Basel gegründete UEFA wurde zum Hüter des Fußballs in Europa, indem sie eng mit ihren Mitgliedsverbänden zusammenarbeitete, um den Sport auf allen Ebenen zu fördern, zu schützen und zu fördern.

Das Haus des Europäischen Fußballs im Schweizerischen Nyon
Das Haus des Europäischen Fußballs im Schweizerischen Nyon ©UEFA.com

Überblick

UEFA-Hauptsitz in Nyon, Haus des europäischen Fußballs
UEFA-Hauptsitz in Nyon, Haus des europäischen Fußballs©UEFA.com

Die Union des Associations Européennes de Football (UEFA) wurde am 15. Juni 1954 in der Schweiz gegründet, um die damals revolutionären Visionen der führenden Fußballadministratoren zu verwirklichen.

Seitdem ist der europäische Fußballdachverband – einer von sechs Kontinentalverbänden des Weltverbandes FIFA – zum Eckpfeiler des europäischen Fußballs geworden. Die UEFA handelt im Auftrag der nationalen Fußballverbände und arbeitet mit ihnen sowie mit anderen Interessengruppen des Sports eng zusammen. Ziel ist es, den Fußball zu fördern und seine Stellung als beliebteste Sportart der Welt weiter zu stärken.

Das Leitmotiv der Gründer in den frühen 1950er-Jahren war die Pflege und Entwicklung von Einheit und Solidarität innerhalb der europäischen Fußballfamilie. 60 Jahre später ist die Aufgabe der UEFA grundsätzlich noch immer die gleiche, doch ist der Dachverband durch seine Zusammenarbeit mit den 55 Mitgliedsverbänden heute auch zu einem Hüter des Fußballs in Europa geworden, der diesen Sport auf allen Ebenen – von den hochbezahlten Superstars bis hin zu den Millionen von Hobbykickern – bewahrt und fördert.

1960 zählte die UEFA drei Vollzeit-Mitarbeitende. Diese Zahl ist über die Jahre aufgrund der äußeren Umstände deutlich angestiegen. Mittlerweile arbeiten 455 Personen (Stand: Juni 2017) als Administratoren, Sekretäre, Anwälte, IT- und Medienspezialisten, Ausbilder, Übersetzer sowie in zahlreichen anderen Funktionen am UEFA-Sitz in Nyon, am Ufer des Genfersees in der Westschweiz. Der Verband ist seit 1995 in Nyon ansässig, nachdem man zunächst in Paris und ab 1960 für über 30 Jahre in der Schweizer Bundeshauptstadt Bern war.

Über die Jahrzehnte hat sich die UEFA von einem hauptsächlich administrativen Verband zu einer dynamischen Sportorganisation entwickelt, die den Anforderungen des modernen Fußballs gewachsen ist. Die UEFA ist ein Sportverband, der nicht über die Befugnisse einer Regierung verfügt. Sie repräsentiert die nationalen Fußballverbände Europas und kann nur im Einklang mit diesen funktionieren.

Als die UEFA gegründet wurde, umfasste sie 31 Nationalverbände. Bis zum Beginn der 1990er-Jahre stieg diese Zahl allerdings stetig. Nach dem Zerfall der UdSSR und weiteren politischen Umwälzungen in Osteuropa wurde ein rapider Zuwachs an neuen Verbänden verzeichnet. Heute vereint die UEFA 55 Mitgliedsverbände unter ihrem Dach.

1954–1980

Die Union des Associations Européennes de Football (UEFA) wurde am 15. Juni 1954 in Basel in der Schweiz gegründet. Seitdem ist der europäische Fußballdachverband – einer von sechs Kontinentalverbänden des Weltverbandes FIFA – zum Eckpfeiler des europäischen Fußballs geworden. Die UEFA handelt im Auftrag der nationalen Fußballverbände und arbeitet mit ihnen sowie mit anderen Interessengruppen des Sports eng zusammen. Ziel ist es, den Fußball zu fördern und seine Stellung als beliebteste Sportart der Welt weiter zu stärken.

UEFA-Präsident Ebbe Schwartz überreicht Real Madrid 1960 den Pokal der Europäischen Meistervereine
UEFA-Präsident Ebbe Schwartz überreicht Real Madrid 1960 den Pokal der Europäischen Meistervereine©UEFA.com

Die Zeit vor der Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz, als die FIFA ihr 50-jähriges Bestehen feierte, war entscheidend für die Gründung des europäischen Dachverbandes. In den frühen 50er-Jahren hatten einige Visionäre, darunter Dr. Ottorino Barassi, der ehemalige Präsident und Sekretär des Italienischen Fußballverbandes, sowie seine französischen und belgischen Amtsgenossen Henri Delaunay und José Crahay, die Idee zur Gründung eines vereinten europäischen Fußballverbandes. 1953 beschloss die FIFA dann bei einem außerordentlichen Kongress, dass kontinentale Verbände gegründet werden können, was den Weg für die UEFA ebnete.

In den frühen 50er-Jahren zeichnete sich bereits ab, dass neben dem großen Weltverband auch kontinentale Organisationen nötig waren, um mit den wachsenden Anforderungen des Fußballs fertig zu werden. Bei einem Treffen am 15. Juni 1954 wurde in Basel dann die offizielle Gründung der UEFA vollzogen. Die ersten Statuten des Verbands wurden beim ersten UEFA-Kongress am 2. März 1955 in Wien verabschiedet. Von da an spielte die UEFA bei jeder wichtigen Entscheidung im europäischen Fußball auf und abseits des Rasens eine tragende Rolle. Die wichtigsten Persönlichkeiten der UEFA waren zu dieser Zeit Ebbe Schwartz (Dänemark), der am 22. Juni 1954 Präsident wurde, sowie Henri Delaunay (Frankreich), der ab dem offiziellen Gründungstreffen am 15. Juni 1954 bis zum 9. November 1955 als erster Generalsekretär der UEFA fungierte. Ihm folgte sein Sohn Pierre Delaunay nach, zunächst auf Interimsbasis, dann ab dem 8. Juni 1956 in offizieller Funktion.

Der Pokal der europäischen Meistervereine, der wichtigste Klubwettbewerb in Europa, an dem die nationalen Meister teilnehmen durften, wurde im April 1955 aus der Taufe gehoben. Ein neuer europäischer Wettbewerb für Nationalmannschaften, der Europäische Nationenpokal, wurde nach zwei Jahren Aufbauzeit 1958 eingeführt. 1956 übernahm die UEFA von der FIFA auch die Verantwortung für die Ausrichtung des Internationalen Juniorenturniers, ein seit 1948 ausgetragener Wettbewerb.

Diesen ersten Schritten folgten weitere Entwicklungen in den späten 1950er- und frühen 1960er-Jahren. Zunächst war das UEFA-Exekutivkomitee das einzige Entscheidungsorgan der UEFA, doch nach und nach wurden verschiedene Kommissionen mit Fachleuten aus dem jeweiligen Bereich geschaffen, die sich um die verschiedenen Aspekte des Fußballs zu kümmern begannen. In dieser Phase waren die wichtigsten Leute der UEFA Präsident Ebbe Schwartz (bis 1962) und sein Nachfolger Gustav Wiederkehr (Schweiz). Außerdem folgte am 1. April 1960 Hans Bangerter (Schweiz) auf Pierre Delaunay (Frankreich) als Generalsekretär – ein Amt, das er fast drei Jahrzehnte ausüben sollte.

Die Sowjetunion gewann 1960 den ersten Europäischen Nationenpreis
Die Sowjetunion gewann 1960 den ersten Europäischen Nationenpreis©UEFA.com

Parallel zu den Aktivitäten der UEFA wuchs auch die Anzahl Wettbewerbe. Der UEFA-Pokal der Pokalsieger (der später in Europapokal der Pokalsieger umbenannt wurde) wurde 1960/61 zum ersten Mal ausgetragen. Außerdem wurde 1960 der Europa/Südamerika-Pokal eingeführt, bei dem die Sieger der Landesmeisterpokale beider Kontinente gegeneinander antraten.

Die Aufgabenbereiche der UEFA wuchsen auch in den 1960er-Jahren rapide an. Neben zahlreichen neuen Expertengremien baute die UEFA auch ihre Strukturen aus und befasste sich stets mit möglichen Verbesserungen. So wurden regelmäßige Fortbildungskurse für Trainer und Schiedsrichter eingeführt und Konferenzen mit den Generalsekretären und Präsidenten der Nationalverbände abgehalten. Zu dieser Zeit nahm auch der Einfluss und das Interesse der Medien für den Fußball zu, und Verträge mit Sendeanstalten – vor allem in Bezug auf Übertragungsrechte an Fußballspielen – wurden zu einer bedeutenden Einnahmequelle.

Der Europäische Nationenpokal wurde zur Endrunde 1968 in Europameisterschaft umbenannt. Mehr und mehr rückte auch die Nachwuchsförderung in den Mittelpunkt, so dass ein Wettbewerb für U23-Nationalteams eingeführt wurde.

UEFA-Präsident Gustav Wiederkehr (links) mit Manchester Uniteds siegreichem Europapokal von 1968
UEFA-Präsident Gustav Wiederkehr (links) mit Manchester Uniteds siegreichem Europapokal von 1968©Hulton Archive

In den 1970er-Jahren zog der Fußball ein immer größeres Interesse auf sich, so dass die UEFA mit dieser Entwicklung erneut Schritt halten musste. Der Messepokal, 1955 gegründet, wurde 1971 in UEFA-Pokal umbenannt und kam unter die komplette Regie des europäischen Fußballverbands. 1973 wurde der UEFA-Superpokal ins Leben gerufen, wobei der Sieger des Pokals der europäischen Meistervereine auf den Gewinner des Pokals der Pokalsieger traf. Drei Jahre später ersetzte das U21- das U23-Format und 1977 wurde die Anzahl EM-Endrundenteilnehmer im Hinblick auf die Ausgabe 1980 in Italien von vier auf acht Länder erweitert.

Auf administrativer Seite wurden ebenfalls wichtige Entscheidungen getroffen: Für die Stadien wurden Sicherheitsauflagen eingeführt (1976), die Rechtspflegeorgane (Kontroll- und Disziplinarkammer sowie Berufungssenat) wurden vom Rest der UEFA-Administration getrennt, um die Unabhängigkeit dieser Organe zu garantieren (1972); für alle UEFA-Wettbewerbe wurde ein einheitliches Regelwerk eingeführt (1972); außerdem wurden erstmals Fördermittel an Vereine ausgeschüttet, die früh aus einem Klubwettbewerb ausgeschieden waren (1971).

UEFA-Präsident Gustav Wiederkehr verstarb am 7. Juli 1972 unerwartet. Nachfolger wurde am 15. März 1973 der Italiener Artemio Franchi.

UEFA-Präsident Jacques Georges (links) und Hans Bangerter, der fast drei Jahrzehnte Generalsekretär war
UEFA-Präsident Jacques Georges (links) und Hans Bangerter, der fast drei Jahrzehnte Generalsekretär war©UEFA

Anfang der 80er-Jahre wurde das Internationale Juniorenturnier in verschiedene Formate unterteilt, es gab von nun an Wettbewerbe für U18- und U16-Mannschaften. Auch der Frauenfußball erhielt seine eigene Identität. 1982 wurde die erste Frauen-Europameisterschaft ausgetragen.

Auch abseits des Rasens blieb die UEFA nicht tatenlos. Ein großes Thema war die Verbesserung der Sicherheit bei Fußballspielen, nachdem es 1985 im Heysel-Stadion in Belgien zu einer Tragödie gekommen war. Strikte Sicherheitsvorschriften und die Auflage, dass es bei UEFA-Spielen nur Sitzplätze geben darf, wurden eingeführt. Damit machte die UEFA einen wichtigen Schritt in die Moderne. Es entstanden neue Arenen, in denen man komfortabel und sicher Fußballspiele mitverfolgen kann.

1983 starb Präsident Artemio Franchi bei einem Autounfall und Jacques Georges (Frankreich) übernahm bis 1990 das Präsidentenamt – in einer Periode, in der der Startschuss für dramatische Veränderungen im europäischen Fußball fiel und die UEFA sich an die Herausforderungen der neuen Zeit anpassen musste.

Die 1990er und das neue Jahrtausend

In den 1990er-Jahren und dem neuen Jahrtausend durchlief der Fußball ein geradezu explosives Wachstum und eine ebenso rasante Entwicklung. Einflüsse wie Fernsehen, Marketing, Sponsoring und globale Kommunikation veränderten das Gesicht des Sports, während politische Umwälzungen Europas Landkarte veränderten. Einmal mehr war die UEFA am Puls der Zeit und initiierte eine Reihe innovativer Maßnahmen oder war an diesen beteiligt. Die führenden Figuren dieser Zeit waren UEFA-Präsident Lennart Johansson (Schweden), der 1990 in dieses Amt gewählt wurde, und Gerhard Aigner (Deutschland), der 1989 als UEFA-Generalsekretär auf Hans Bangerter (Schweiz) folgte.

Lennart Johansson war 17 Jahre UEFA-Präsident
Lennart Johansson war 17 Jahre UEFA-Präsident©UEFA.com

1996 in England nahmen erstmals 16 Teams an einer UEFA-Europameisterschafts-Endrunde teil. Der Pokal der europäischen Meistervereine wurde 1992 umfassend reformiert und zur UEFA Champions League umgewandelt, dem prestigeträchtigsten Klubwettbewerb der Welt.

Als weiterer wichtiger Schritt, um den neuen Gegebenheiten im europäischen Vereinsfußball gerecht zu werden, wurde 1999 entschieden, den Pokal der Pokalsieger abzuschaffen und dafür den UEFA-Pokal auszubauen. Ab 2004/05 gab es in diesem Wettbewerb eine Gruppen- und eine K.-o.-Phase. Sowohl die UEFA Champions League als auch der UEFA-Pokal (seit 2009 UEFA Europa League) erwiesen sich als sportlich und kommerziell starke Wettbewerbe, die nicht nur Einkünfte zum Wohl des europäischen Fußballs generieren, sondern Fußballfans in ihren Bann ziehen.

Der Frauenfußball entwickelte derweil seine eigene Identität – 1982 kam es zum ersten europäischen Frauenwettbewerb, der bis 1989 zur UEFA-Frauen-Europameisterschaft weiterentwickelt wurde. 2001/02 wurde erstmals ein Vereinswettbewerb im europäischen Frauenfußball durchgeführt. In dieser Zeit wurden auch Futsal-Wettbewerbe für Nationalmannschaften und Vereine ins Leben gerufen.

Mit Beginn der 1990er-Jahre entstanden in Osteuropa neue Länder, was die Geburt neuer Nationalverbände, National- und Vereinsmannschaften sowie die darauffolgende Expansion verschiedener UEFA-Wettbewerbe mit sich brachte. Dies zeigt sich auch in der kontinuierlichen Einführung neuer Wettbewerbe (UEFA Intertoto Cup 1995, U18-Frauen-Europameisterschaft 1997/98 und UEFA-Regionen-Pokal für Amateurfußballer 1999).

Der Pokal der Europäischen Meistervereine wurde 1992 in UEFA Champions League umbenannt
Der Pokal der Europäischen Meistervereine wurde 1992 in UEFA Champions League umbenannt©Getty Images

Im Zuge der zunehmenden Kommerzialisierung des Fußballs hielt die UEFA an ihrem Grundsatz fest, die durch den Sport generierten finanziellen Mittel in alle Ebenen des Fußballs zurückfließen zu lassen. Auch abseits des Rasens blieb die UEFA nicht untätig: Nach der Heysel-Tragödie 1985 in Belgien übernahm sie bei der Verbesserung der Sicherheit bei Fußballspielen eine Führungsrolle und führte bindende Sicherheitsstandards sowie die Sitzplatzpflicht bei UEFA-Spielen ein.

Während der 1990er führte der Integrationsprozess in Westeuropa zu einer Verstärkung der Kontakte zwischen der UEFA und der Europäischen Union (EU) hinsichtlich einer ganzen Reihe von Themen, wie etwa den grenzübergreifenden Fernsehübertragungen. Das Bosman-Urteil des Europäischen Gerichtshofs 1995 verpflichtete die UEFA (und den ganzen europäischen Fußball) dazu, umfassende Änderungen an den Bestimmungen bezüglich internationaler Transfers und des Einsatzes ausländischer Spieler durch die Vereine vorzunehmen.

Deutschland feiert den Gewinn der UEFA-Europameisterschaft der Frauen 1989
Deutschland feiert den Gewinn der UEFA-Europameisterschaft der Frauen 1989©Bongarts

Von 1987 an durchlief die UEFA ein dramatisches Wachstum bei der Mitarbeiterzahl und beim Budget. Ein Europa ohne Grenzen, die zunehmende Bedeutung der Fernsehrechte sowie fortschrittlichere und aggressivere Vermarktungstechniken, börsennotierte Klubs, die zunehmende Einmischung der Politik in den Fußball sowie der wachsende Einfluss der größten europäischen Fußballvereine machten sich ebenfalls bemerkbar und stellten die UEFA vor große rechtliche und politische Herausforderungen, die rasch bewältigt werden mussten. Nach drei Jahrzehnten in der Schweizer Bundeshauptstadt Bern zog die UEFA 1995 in die Westschweizer Stadt Nyon und eröffnete an den Ufern des Genfersees im Herbst 1999 ihr neues Hauptquartier.

Im Dezember 1999 entschied sich das UEFA-Exekutivkomitee dazu, den Verband umzustrukturieren. Die Verwaltung wurde modernisiert, neue Prioritäten wurden gesetzt und UEFA-Generalsekretär Gerhard Aigner wurde Geschäftsführer der UEFA-Administration, die sich weiter gemeinsam mit den Kommissionen und Expertenausschüssen um alle Facetten des modernen Fußballs kümmerte.

Zu dieser Zeit wurde erkannt, dass die Vereine und Profiligen im Rahmen der UEFA-Aktivitäten eine größere Repräsentation erhalten sollten. Die UEFA verfolgte einen verstärkten Dialog mit den Spitzenvereinen und -ligen, während sie gleichzeitig ihre langfristige Verbindung mit ihren Mitgliedsverbänden aufrechterhielt. Es war offensichtlich, dass die UEFA, um ihre Glaubwürdigkeit sowohl sportlich als auch kommerziell zu wahren, das gesamte Spektrum der Fußballfamilie einbeziehen musste – die Spitzenvereine, die den großen europäischen Wettbewerben beträchtliche Einnahmen einbrachten, eingeschlossen.

TV-Rechte waren in den letzten 20 Jahren ein wichtiger Teil des kommerziellen Wachstums des Spiels
TV-Rechte waren in den letzten 20 Jahren ein wichtiger Teil des kommerziellen Wachstums des Spiels©Sportsfile

Beim Kongress in Stockholm im April 2002 wurde Lennart Johansson für eine vierte Amtszeit als UEFA-Präsident bestätigt. Da auf den in Rente gehenden Gerhard Aigner als Geschäftsführer Lars-Christer Olsson folgte, standen ab 2004 zwei Schweden an der Spitze der UEFA. Das skandinavische Duo führte die Organisation 2004 durch die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen, die mehrere Veranstaltungen und Sonderprojekte umfassten.

Ferner verfolgte die UEFA weiter ihr Bestreben, im Rahmen des künftigen EU-Rechts größere Rechtssicherheit für den Sport sowie die Anerkennung des Sonderstatus des Sports zu erlangen. Der Dialog mit der EU konzentrierte sich auf konkrete Herausforderungen des Sports und die Frage, wie die EU-Institutionen, die EU-Mitgliedstaaten und die europäischen Fußballinstanzen einen umfassenden und robusten Rechtsrahmen für den europäischen Sport im Allgemeinen und den Fußball im Besonderen bereitstellen können.

Griechenland überraschte bei der UEFA EURO 2004
Griechenland überraschte bei der UEFA EURO 2004©Getty Images

Bei den Klubwettbewerben feierte die UEFA Champions League (ehemals Pokal der europäischen Meistervereine) ihr 50-jähriges Bestehen; der Wettbewerb ist sowohl in fußballerischer Hinsicht als auch in Sachen Medienaufmerksamkeit und Vermarktung eine Erfolgsgeschichte. Mit Beginn der Saison 2003/04 wurde ein neues Format mit einer Gruppenphase und einer K.-o.-Phase mit 16 Teams geschaffen. Zur gleichen Zeit wurde daran gearbeitet, den UEFA-Pokal aufzuwerten, wobei die Einführung einer Gruppenphase mit 40 Mannschaften einen wichtigen Schritt nach vorne darstellte. Bei den Nationalmannschaften setzte die UEFA EURO 2004 in Portugal neue Maßstäbe und die wunderbare Unvorhersehbarkeit des Fußballs wurde durch den Titelgewinn von Außenseiter Griechenland bestätigt.

Innerhalb der UEFA wurde mit der Euro 2008 SA eine sich vollständig im Besitz der UEFA befindliche Tochtergesellschaft gegründet und mit der Organisation der UEFA EURO 2008 in Österreich und der Schweiz beauftragt. Der Kampf gegen Doping wurde intensiviert und innerhalb der UEFA-Administration wurde eine neue Antidoping-Abteilung geschaffen.

Das UEFA-Klublizenzierungsverfahren existiert seit der Saison 2004/05 und bezweckt, einen Rahmen für die Vereine zu schaffen, innerhalb dessen sie effizienter wirtschaften können. Die Qualitätsstandards im europäischen Fußball sollen durch die Bereitstellung angemessener finanzieller Instrumente sowie die Anpassung der sportlichen, administrativen und rechtlichen Struktur der Vereine verbessert werden; im Hinblick auf die Erfüllung der Lizenzanforderungen der UEFA umfasst dieses Bestreben auch die Steigerung ihres wirtschaftlichen und finanziellen Potenzials.

Die UEFA hat unermüdliche Kampagnenarbeit in verschiedenen sozialen und humanitären Bereichen geleistet, darunter auch im Kampf gegen Rassismus
Die UEFA hat unermüdliche Kampagnenarbeit in verschiedenen sozialen und humanitären Bereichen geleistet, darunter auch im Kampf gegen Rassismus©Getty Images

Die UEFA führt außerdem unermüdlich Kampagnen in verschiedenen gesellschaftlichen und humanitären Bereichen, darunter etwa den Kampf gegen Rassismus. Darüber hinaus wurden Partnerschaften mit anderen Organisationen eingegangen, da der Fußball in den Augen der UEFA zum Wohle der Gesellschaft genutzt werden kann. Im neuen Jahrtausend hielt die UEFA zudem mit der rasanten Entwicklung der neuen Medien mit, indem 2001 die neue Tochtergesellschaft UEFA New Media (die später in UEFA Media Technologies SA umbenannt wurde) gegründet wurde. Außerdem gab es einen Relaunch von UEFA.com.

Im Januar 2007 wurde Michel Platini (Frankreich), einer der weltbesten Spieler der 1980er Jahre, beim XXXI. Ordentlichen UEFA-Kongress in Düsseldorf zum Präsidenten gewählt. Nach 17 Jahren herausragender Arbeit für den europäischen Fußball wurde Lennart Johansson zum Ehrenpräsidenten ernannt.

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