Schweiz vor allerletzter Hürde

Mit einem 1:0-Vorsprung geht die Schweiz in das Play-off-Rückspiel gegen Nordirland und will die letzte Hürde auf dem Weg zur WM-Endrunde nehmen.

Haris Seferovic traf in den letzten 16 Partien nur vier Mal
Haris Seferovic traf in den letzten 16 Partien nur vier Mal ©Getty Images

So richtig glauben können es die Schweizer wohl immer noch nicht: Trotz neun Siegen aus zehn Gruppenspielen musste das viertbeste Team der WM-Qualifikation in Europa - aufgrund eines schlechteren Torverhältnisses - den Umweg über die Play-offs zur Endrunde in Russland nehmen.

Doch so bitter dieser Gang in die Play-offs für die Schweiz auch war, so professionell hat die Mannschaft von Trainer Vladimir Petković die erste Hälfte bewältigt und im Hinspiel gegen Nordirland einen 1:0-Sieg im Hexenkessel von Belfast erkämpft.

©Getty Images

Nun steht am Sonntagabend mit dem Rückspiel in Basel die wirklich letzte Hürde vor dem großen Ziel Weltmeisterschaft 2018 an. Ein letztes Mal 90 Minuten konzentrieren, kämpfen und Leistung zeigen. "Wir wollen unsere Familien, uns und unsere Fans stolz machen – und uns morgen für Russland qualifizieren", sagte Granit Xhaka vor der Partie.

Petković erwartet einen ähnlichen Auftritt des Gegners wie am vergangenen Donnerstag. Das bedeutet für seine Spieler: Die Partie wieder kontrollieren, Härte in den Zweikämpfen zeigen, schnelle Konter und lange Bälle der Nordiren unterbinden.

©Getty Images

Allerdings nutzen viel Ballbesitz und zahlreiche Chancen nichts, wenn kein Profit daraus geschlagen wird. Im Hinspiel entschied ein Elfmeter die Partie, die Chancenverwertung ließ zu Wünschen übrig. Mittelstürmer Haris Seferovic traf in den letzten 16 Länderspielen nur vier Mal. Seinen Back-ups Breel Embolo (Schalke 04) und Admir Mehmedi (Bayer 04 Leverkusen) fehlt auf Vereinsebene die Spielpraxis, sie befinden sich im Formtief.

Neben dem Sturm-Problem mussten sich zudem einige wichtige Spieler abmelden: Valentin Stocker (Hertha BSC), Abwehrroutinier Johan Djourou (Antalyaspor) und Linksverteidiger Francois Moubandje (FC Toulouse) fehlen verletzt. Mittelfeldspieler Fabian Frei wurde aufgrund eines Todesfalls in der Familie vom Rückspiel freigestellt, Petkovic wird für ihn jedoch niemanden nachnominieren.

Dafür kehrt aber Vizekapitän Valon Behrami (Udinese Calcio) nach verletzungsbedingter Zwangspause im Hinspiel zurück in den Kader. "Wir werden morgen entscheiden, ob er spielt oder nicht", sagte Petković auf er Pressekonferenz vor dem Rückspiel.

Mit einem 1:0-Auswärtssieg, einer Serie von elf Siegen aus den letzten zwölf Spielen und einem längst ausverkauften Basler St. Jakob-Park im Rücken haben die Schweizer dennoch sehr gute Chancen, ihren Traum von der 11. WM-Teilnahme zu verwirklichen.

Oben