Österreich fordert Wales

Der EURO-Halbfinalist gastiert im Happel-Stadion und sieht den Druck bei den Hausherren. Die ÖFB-Elf hingegen schiebt den Briten die Favoritenrolle zu.

Marcel Koller hat Vertrauen in sein Personal und System
Marcel Koller hat Vertrauen in sein Personal und System ©AFP/Getty Images

Mehr als 42.000 Leute werden im Wiener Ernst Happel Stadion erwartet, wenn Österreich in der Qualifikation zur FIFA Weltmeisterschaft Wales zum Tanz bittet. Ein Gegner, der spätestens seit dem Einzug ins Halbfinale der EURO 2016 in fast allen Spielen kein Außenseiter mehr ist.

"Ich glaube, dass sie gegen uns Favorit sind", meinte Koller. Nach der verpatzten EURO ist die Stimmung in Österreich ein wenig gekippt, das weiß auch der Schweizer. Nun will er mit seiner Mannschaft das Vertrauen wieder sukzessive aufbauen.

"Die Österreicher spielen daheim. Der Druck, zu gewinnen, liegt bei ihnen", war sich Wales-Trainer Chris Coleman bei der Pressekonferenz vor dem Spiel bewusst. Seine Mission ist klar, sein Team soll erstmals seit 1958 zu einer WM fahren: "Der Hunger und das Verlangen sind auch nach der erfolgreichen EURO da."

Entscheidend für Österreich wird natürlich sein, wie man Gareth Bale aus dem Spiel nehmen kann. Nach dem Rücktritt von Christian Fuchs steht Markus Suttner als Linksverteidiger bereit. David Alaba wäre natürlich auch eine Option. Marcel Koller betonte aber einmal mehr, dass er den Bayern-München-Star im Mittelfeld aufbieten wird: "Das ist im Team seine angestammte Position."

Suttner wird es aber nicht alleine mit einem der besten Spieler der Welt zu tun bekommen. "Wir werden nicht einen Spieler abstellen, der ihm 90 Minuten hinterherrennt. Wichtig ist für uns, dass wir Bale im Verbund decken. Wir brauchen zwei, drei Spieler, die in der Nähe sind und ihn frühzeitig stören", meinte Koller.

Ein anderer bekannter Spieler fehlt Wales: Aaron Ramsey. "Aber sie haben auch ohne ihn 4:0 gegen Moldawien gewonnen", wusste Koller. "Die haben auch einen Ashley Williams, einen Joe Allen, einen Andy King", ergänzte Julian Baumgartlinger.

Den Mittelfeldmotor erwartet das 50. Länderspiel. Sein zweites als Kapitän: "Jedes Spiel ist etwas Besonderes, da ist ein Jubiläum nur eine Randnotiz." Bei seinem neuen Verein Bayer Leverkusen ist Baumgartlinger noch nicht so richtig angekommen. "Ich bin dort hin gewechselt, um eine Herausforderung zu suchen. Das war genau der Schritt, den ich machen wollte. Ich werde auf meine Chance warten und mich beweisen."

Personell hat Koller keine gröberen Probleme. Martin Harnik fällt aus, statt ihm werden entweder Marcel Sabitzer oder Alessandro Schöpf auflaufen. Marko Arnautović, der am Wochenende einen Schlag aufs Knie bekam, ist fit. Von seinem System ist Koller weiterhin überzeugt: "Wir haben unsere Ideen und versuchen sie umzusetzen. Umzustellen ist nicht der Plan."

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