Ein Sieg ist nicht genug

Vor dem zweiten Spiel der European Qualifiers gegen die Tschechische Republik fordert Bundestrainer Joachim Löw von seinen Spielern mehr Konzentration vor dem Tor. Sami Khedira will nicht nur gewinnen.

Bundestrainer Joachim Löw will, dass seine Spieler die Chancen gegen Tschechien konsequent nutzen
Bundestrainer Joachim Löw will, dass seine Spieler die Chancen gegen Tschechien konsequent nutzen ©Getty Images

Eigentlich könnte die deutsche Nationalmannschaft entspannt ins zweite Spiel der European Qualifiers gehen. Nach dem souveränen 3:0-Erfolg zum Auftakt in Norwegen grüßt das Team von Bundestrainer Joachim Löw von der Tabellenspitze der Gruppe C. Doch ganz ohne Sorgen geht der Weltmeister nichts ins Spiel gegen die Tschechische Republik am Samstagabend in Hamburg.

Das größte Problem machte Löw bei seinen Spielern in der Chancenverwertung aus. "Es war wichtig, der Mannschaft noch einmal klar zu machen, dass wir uns das Leben selber schwer machen", sagte Löw. "Wir haben den Spielern noch einmal aufgezeigt, was passieren kann, wenn wir eben nicht das 1:0 oder 2:0 machen."

Dabei bezog sich der 56-Jährige nicht nur auf die UEFA EURO 2016, sondern auch auf die Qualifikationsspiele zur EM-Endrunde. "In der EM-Qualifikation sind wir zu fahrig gewesen. Da haben wir unnötig Punkte verloren. Das wollen wir diesmal vermeiden", sagte Sami Khedira. Auf den Tag genau vor einem Jahr hat die DFB-Auswahl bei der Republik Irland eine ganze Reihe hochkarätiger Chancen vergeben -  und verlor am Ende mit 0:1. Solche verlorenen Punkte meinte Khedira, auch wenn er damals selbst nicht dabei war.

Gegen die Tschechen darf der defensive Mittelfeldspieler definitiv von Beginn an ran. Löw gab ihm und Toni Kroos in der Mittelfeldzentrale eine Einsatzgarantie. Khedira weiß, was von ihm und seinen Teamkollegen erwartet wird. "Wir wollen nicht nur gewinnen, sondern auch eine überzeugende Leistung zeigen", sagte der Spieler des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin.

In der Serie A hat Khedira in sechs Partien schon zwei Tore erzielt. Damit gehört auch er zu den Spieler, die Torwart Manuel Neuer gemeint hat, als er sagte: "Wir sind sehr flexibel im Angriffsspiel. Nicht nur die Offensivspieler können Tore erzielen, sondern auch Defensive bei Standards." Bekanntlich fehlt mit dem verletzten Mario Gomez einer der Spieler, die zuletzt im DFB-Trikot für die Tore sorgten.

Bundestrainer Löw sieht in den Tschechen den gefährlichsten Gegner in der Qualifikation, Doch so gut wie einst bei der UEFA EURO 2004, als selbst eine B-Auswahl der Tschechen zu stark für die DFB-Auswahl war, ist der Nachbar schon lange nicht mehr. Zuletzt traten mit Torhüter Petr Cech und Tomas Rosicky zwei Garanten des vergangenen Erfolgs zurück. Dazu fehlt mit dem Berliner Vladimir Darida ein Leistungsträger verletzt. Für Trainer Karel Jarolim wäre daher ein Sieg seines Teams schon "ein kleines Wunder".

Oben