Petković rechnet mit angriffslustigen Ungarn

Nach dem Sieg gegen Portugal wartet auf die Schweiz jetzt das schwere Spiel in Ungarn, das zum Auftakt auf den Färöer Inseln nur zu einem 0:0 gekommen war. "Die Ungarn haben etwas gutzumachen", warnte Gelson Fernandes.

Die Schweizer beim Training vor der Partie in Ungarn
Die Schweizer beim Training vor der Partie in Ungarn ©AFP/Getty Images

Die Schweizer Nationalmannschaft tritt am Freitagabend um 20.45 Uhr in der Groupama Aréna in Budapest gegen Ungarn an und will in der WM-Qualifikationsgruppe B seine Tabellenführung verteidigen. Nach dem Auftaktsieg gegen Portugal hat die Nati nun den zweiten starken Konkurrenten im Kampf um eine Top-Platzierung in der Gruppe vor der Brust und kann mit einem Sieg ein weiteres Zeichen setzen sowie die gute Leistung gegen den Europameister bestätigen.

Das Auswärtsspiel gegen das Team von Bernd Storck, das in Budapest seit über zwei Jahren ungeschlagen ist, wird jedoch keinesfalls eine leichte Aufgabe. Die Ungarn mussten sich in ihrem ersten Qualifikationsspiel mit einem torlosen Remis gegen die Färöer Inseln zufrieden geben und sind deshalb nun auf Wiedergutmachung aus. Schweiz-Coach Vladimir Petković erinnerte sein Team daran, "dass die Osteuropäer ungeplant zwei Punkte verloren haben", und rechnet mit einem angriffslustigen Kontrahenten. "Sie werden alles unternehmen, um das Unentschieden zu korrigieren."

Gelson Fernandes hat die Warnung seines Trainer bereits verinnerlicht: "Die Ungarn haben nach dem Unentschieden gegen die Färöer vor eigenem Anhang etwas gutzumachen und werden viel Leidenschaft auf den Platz bringen. Sie haben einen super Teamgeist. Mit [Ádám] Szalai einen kopfballstarken Stürmer und mit [Balázs] Dzsudzsák sind sie bei Freistößen gefährlich. Sie haben ein paar gute Spieler und da müssen wir aufpassen." Der Mittelfeldspieler ist zudem überzeugt, dass die Auswärtspartie in Ungarn um einiges schwieriger wird als das Heimspiel gegen die Portugiesen im September. "Wir wollen das Spiel gewinnen, das ist ganz klar. Aber es ist ein anderes Spiel als gegen Portugal. Es wird ein Kampf werden. Wir müssen zeigen, dass wir mental und spielerisch einen Schritt nach vorne gemacht haben."

So oder so ist die Mannschaft aus Ungarn keineswegs zu unterschätzen. Wie die Nati erreichten bei der EURO 2016 auch die Ungarn das Achtelfinale und schafften es in der Gruppenphase zu einem 3:3-Unentschieden gegen Portugal – und das mit Cristiano Ronaldo an Bord. Bei 2:0-Sieg der Schweiz gegen den Europameister im September war CR7 nämlich nicht dabei.

In Sachen Personalien dürfte Petković durchaus gemischte Gefühle haben. Für die beiden Qualifikationsspiele gegen Ungarn und Andorra stehen ihm zum einen Michael Lang (überstandener Muskelfaserriss) sowie Xherdan Shaqiri und Valentin Stocker wieder zur Verfügung.

Zum anderen fehlen ihm kurzfristig jedoch auch vier bereits nominierte Spieler: Abwehrchef Johan Djourou blieb mit Oberschenkelproblemen in Hamburg, Luca Zuffi vom FC Basel laboriert an einer Verletzung des Syndesmosebandes. Er hatte bereits die Partie gegen Portugal verpasst, damals wegen einer Bänderzerrung im rechten Sprunggelenk.

Am Wochenende zog sich zudem noch Fabian Frei von Mainz 05 eine Oberschenkelzerrung zu und Verteidiger François Moubandje flog am Donnerstagmorgen aufgrund Adduktoren-Problemen zurück nach Toulouse.

Außerdem ist Mittelfeldstratege Granit Xhaka zumindest für die Partie in Ungarn gesperrt, nachdem er gegen Portugal mit Gelb-Rot vom Platz geflogen war. Eine Option für den Spieler vom FC Arsenal ist Gelson Fernandes. Für Innenverteidiger Djourou könnten entweder Nico Elvedi oder Timm Klose in die Startelf rücken.

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