Österreichs und Polens Qual der Wahl

Im ersten Länderspiel des Jahres 2019 und zugleich im ersten Spiel der European Qualifiers trifft die ÖFB-Elf auf Polen. Was des einen Teamchefs Freud', ist des anderen Leid.

Österreich will auch gegen Polen jubeln
Österreich will auch gegen Polen jubeln ©AFP/Getty Images

Zum Auftakt der European Qualifiers für die UEFA EURO 2020 trifft Österreich am Donnerstag (20.45 Uhr) im Wiener Ernst-Happel-Stadion auf Polen. Ein Duell, das es bereits vor elf Jahren am selben Ort gab. Im Rahmen der UEFA EURO 2008 kam die ÖFB-Elf gegen die Polen durch einen Elfmeter von Ivica Vastić in der Nachspielzeit zu einem 1:1. Für beide Teams war es der einzige Punkt der gesamten Endrunde.

Sebastian Prödl hatte am 12. Juni 2008 den Strafstoß herausgeholt. Gut elf Jahre später ist der Steirer der einzige Akteur, der noch dem Teamkader angehört. Selbst wenn er zuletzt verletzungsbedingt pausieren musste oder bei Watford ohne Einsatz blieb, Franco Foda schätzt die Qualitäten des Abwehrspielers - auf und abseits der Startelf und des Platzes.

Bei David Alaba zeigt die Formkurve nach oben
Bei David Alaba zeigt die Formkurve nach oben©Getty Images

Neben dem 31-jährigen Prödl, der sich selbst wenig Chancen auf einen Startelf-Einsatz gibt, sorgten zuletzt David Alaba und vor allem Martin Hinteregger für Zuversicht und kleine Momente der Freude beim Teamchef. Alaba, der mit Bayern zuletzt in der Bundesliga wieder in die Erfolgsspur zurückfand, meldete sich für das Länderspieldoppel gegen Polen und Israel rechtzeitig fit.

Hinteregger schwimmt mit Frankfurt aktuell ohnedies auf der Erfolgswelle. Die Leihgabe aus Augsburg erzielte am vergangenen Wochenende den 1:0-Siegtreffer gegen Nürnberg und kratzt mit der von Adi Hütter trainierten Frankfurter Mannschaft an der Qualifikation zur UEFA Champions League, dazu kommt der Einzug ins Viertelfinale der UEFA Europa League.

Martin Hinteregger hat mit Frankfurt gerade Inter aus der UEL geworfen
Martin Hinteregger hat mit Frankfurt gerade Inter aus der UEL geworfen©Getty Images

Und dann wären da noch Aleksandar Dragović, Stefan Lainer und Andreas Ulmer sowie Sevillas Maximilian Wöber und Newcomer Stefan Posch, der bei Julian Nagelsmann in Hoffenheim zum Stamm zählt. Für den ÖFB-Teamchef offenbart sich ein defensives Überangebot, das jedoch beim ersten Gegner des Jahres 2019 auch gefragt sein könnte.

Polens Teamchef Jerzy Brzęczek hat auf der anderen Seite ein ähnliches "Problem". Dem polnischen Trainer, mit Kicker-Vergangenheit in Österreich, stehen zu viele Topstürmer zur Verfügung. Allen voran Kapitän und Alaba-Teamkollege Robert Lewandowski: 55 Mal traf der 30-Jährige in 102 Teamspielen. Im Vergleich mit Österreichs Toptorschützen Marc Janko, der von Foda nachnominiert wurde, hat der Bayern-Stürmer ein Plus von 27 Treffern.

Milik bei seinem Tor im Achtelfinal-Rückspiel gegen Salzburg
Milik bei seinem Tor im Achtelfinal-Rückspiel gegen Salzburg©AFP/Getty Images

Im 4-4-2 von Polen ist neben Lewandowski noch ein Platz zu vergeben. Um den rittert neben Arkadiusz Milik, der zuletzt zweifach für Napoli gegen Salzburg in der UEFA Europa League traf, auch Milan-Angreifer Krzysztof Piatek, aktuell mit einer Torausbeute von 19 Treffern in 27 Serie-A-Spielen ein gravierender Teil der polnischen Überlegungen.

Während Polens Stürmer in der Liga und im Team beliebig zu treffen scheinen, herrscht bei den ÖFB-Angreifern Torflaute. Janko hat in der Schweizer Liga aktuell noch gar nicht getroffen, nur im Pokal konnte der 35-Jährige einmal anschreiben. Marko Arnautović liegt aktuell bei sieben Premier-League-Toren, sein letztes liegt aber schon über zwei Monate zurück. Karim Onisiwo hält bei vier, Marcel Sabitzer bei drei Ligatoren in dieser Saison. Für den verletzten Michael Gregoritsch rückte Kevin Stöger nach - der Düsseldorf-Angreifer wartet jedoch noch auf sein erstes Tor in der Bundesliga.

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