Österreich muss sich mit Remis begnügen

Mit einem 1:1 gegen Finnland vergab die ÖFB-Elf im Testspiel die Chance, das angeschlagene Selbstvertrauen aufzupolieren. Marcel Koller hat dennoch viele Erkenntnisse gewonnen

Janne Saksela im Zweikampf mit Marko Arnautović
Janne Saksela im Zweikampf mit Marko Arnautović ©Getty Images

Vor 13 700 Zusehern kam Österreich in Innsbruck nicht über ein 1:1 gegen Finnland hinaus. Nach einer schleppenden ersten Hälfte erzielte Marko Arnautović zwar die Führung, Fredrik Jensen konnte aber noch den Ausgleich für die Finnen erzielen.

Marcel Koller war aufgrund der zahlreichen Ausfälle gezwungen, wieder einige Veränderungen vorzunehmen. Die defensive Dreierkette vom Spiel gegen Moldawien behielt er bei, vorne setzte er mit Marcel Sabitzer und Martin Harnik aber auf zwei, statt drei Stürmer.

Eingespielt wirkte Österreich nicht, so konnte sich Finnland mit schnellen Bällen hinter die Defensive immer wieder Chancen erarbeiten. So tauchte etwa Teemu Pukki alleine vor Heinz Lindner auf, setzte den Ball aber über die Latte. Auch Përparim Hetemaj vergab im Strafraum eine gute Gelegenheit.

Gegen Ende der ersten Hälfte wurde Österreich mutiger, ein Schuss von Alessandro Schöpf viel aber zu zentral aus. Zwei Einschussmöglichkeiten von Valentino Lazaro wurden zudem geblockt.

Marcel Koller war nicht ganz zufrieden mit dem Test gegen Finnland
Marcel Koller war nicht ganz zufrieden mit dem Test gegen Finnland©AFP/Getty Images

In der Pause wechselte Marcel Koller zurück zum 4-2-3-1-System und brachte unter anderem Marko Arnautović, der im nächsten WM-Qualifikationsspiel gegen Irland gesperrt ist. Mit ihm kam auch gleich mehr Schwung. 17 Minuten dauerte es, bis die Führung fiel. Arnautović schirmte den Ball mit dem Rücken zum Tor am Fünfmeterraum äußerst geschickt ab, im Fallen beförderte er das Leder in die Maschen.

Fast postwendend blieb den Finnen der Torschrei im Hals stecken, Hetemaj setzte den Kopfball nach scharfer Flanke aber knapp neben das Tor. 14 Minuten vor dem Ende hatten die Skandinavier mehr Erfolg. Fredrik Jensen, der durch seine Einwechslung kurz zuvor sein Debüt feierte, wurde 20 Meter vor dem Tor nicht vehement attackiert, sein Flachschuss passte perfekt in die linke Ecke. Heinz Lindner kam zu spät, unhaltbar war der Ausgleich wohl nicht.

In der Schlussphase kam Österreich noch zu einer Großchance durch Marc Janko, Lukáš Hrádecký hatte mit dem unplatzierten Schuss aber keine Probleme. Es blieb beim 1:1, das im Großen und Ganzen auch leistungsgerecht war. Die ÖFB-Elf fanden die unangenehmen, robusten Finnen schlichtweg kein passendes Rezept.

Zufrieden präsentierte sich Marcel Koller im Anschluss nicht: "Die Finnen haben sehr gut gespielt. Wir sind zwar gut gestanden, sind aber zu weit vom Gegner weg gewesen. Es hat nicht so gepasst, wie wir uns das vorgestellt haben."

"Für uns war es ein guter Test, das Unentschieden geht in Ordnung. Dass ich in Innsbruck, in meiner Heimat Tirol, auflaufen darf, ist etwas ganz Besonderes für mich", meinte Alessandro Schöpf nach dem Spiel.

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