"Warum nicht?"

"Warum nicht?" heißt die WM-Kampagne der aserbaidschanischen Nationalelf und mit diesem Motto muss sich am Sonntag in Baku das DFB-Team auseinandersetzen.

So bejubelte Aserbaidschan im letzten Spiel ein Tor gegen Norwegen
So bejubelte Aserbaidschan im letzten Spiel ein Tor gegen Norwegen ©AFP/Getty Images

"Das wird ein Spektakel für das Land. Falls wir nicht verlieren, würde Aserbaidschan explodieren."

So beschreibt Nationaltrainer Robert Prosinecki das Aufeinandertreffen seiner Schützlinge mit dem amtierenden Weltmeister Deutschland am Sonntag um 18 Uhr MEZ. Das Spiel wird vor 60.000 Zuschauern im Nationalstadion von Baku stattfinden.

"Hier wollen alle den Weltmeister sehen", erklärt Prosinecki. Seitdem Berti Vogts im Oktober 2014 sein Amt hingeschmissen hat, steht der gebürtige Schwenninger an der Seitenlinie, seither hat sich Aserbaidschan von Rang 126 auf Platz 89 der Weltrangliste verbessert.

Ex-Weltstar Robert Prosinecki hat die Azeris auf Kurs gebracht
Ex-Weltstar Robert Prosinecki hat die Azeris auf Kurs gebracht©AFP/Getty Images

Auch Bundestrainer Joachim Löw warnt ein bisschen: "Sie spielen die beste Quali ihrer Geschichte. Die Aufgabe in Baku ist alles andere als einfach, zu Hause hat Aserbaidschan zuletzt gegen Norwegen gewonnen, wir sind also gewarnt." In der Gruppe C liegt die 'Milli' mit sieben Zählern punktgleich mit Norwegen auf Platz drei. Prosinecki, ehemals Mittelfeldspieler in Belgrad, Madrid und Barcelona, hat die Mentalität der Mannschaft verändert. "Sie glauben an sich und an uns", beschreibt er die Einstellung seiner Spieler. Er ist überzeugt davon, dass seine Spieler "nicht nur verteidigen, sondern Fußball spielen können" und, "dass sie jeden Gegner überraschen können."

Seit 2008 hat sich im 'Land des Feuers' am kaspischen Meer sportlich einiges verändert. Inzwischen hat Fußball die populären Sportarten Schach und Ringen abgelöst. Auch eine Kooperation mit dem DFB existiert und das Know-how aus Deutschland scheint langsam Früchte zu tragen.

Löw, der auf Timo Werner und Julian Weigl verzichten muss, bangt auch noch um den Einsatz von Mesut Özil, der am Freitag wegen Rückenbeschwerden nicht trainieren konnte. Dafür werden mit Sami Khedira und Julian Draxler zwei Weltmeister in die Startelf zurückkehren. Dass Prosinecki Deutschland schlagen kann, zeigte er bereits 1998. Damals überraschte er bei der WM mit Kroatien die Deutschen mit einem 3:0.

Doch das waren noch andere Zeiten im deutschen Fußball, Ausrutscher gab es zuletzt kaum noch und das wird, so Löw, auch so bleiben: "Wir wissen, dass wir die Mittel haben, um die richtigen Lösungen zu finden. Wenn wir spielen, was wir können, werden wir die Partie gewinnen."

Ähnlich sieht es wohl auch Prosinecki, der die Qualifikation für die Endrunde 2018 für "wenig realistisch" hält. Doch das Motto der WM-Qualifikationskampagne in Aserbaidschan lautet vielsagend: "Warum nicht?"

Stressige Tage für Jogi Löw: Mittwoch der Poldi-Abschied, Sonntag das Pflichtspiel in Aserbaidschan.
Stressige Tage für Jogi Löw: Mittwoch der Poldi-Abschied, Sonntag das Pflichtspiel in Aserbaidschan.©Getty Images
Mario Gomez und Sami Khedira sind in Baku wieder an Bord
Mario Gomez und Sami Khedira sind in Baku wieder an Bord©Getty Images


 

 

 


 

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