Tschö Poldi

Die WM-Helden von 2014 gehen langsam von Bord. Erst Per Mertesacker und Philipp Lahm, dann Bastian Schweinsteiger und am Mittwoch sagt Lukas Podolski gegen England tschö...

Lukas Podolski sagt Tschö
Lukas Podolski sagt Tschö ©Getty Images

Wenige Monate nach dem Abschied von Bastian Schweinsteiger nimmt wieder ein Fußball-Idol Abschied aus der deutschen Nationalmannschaft. Am Mittwoch wird Weltmeister Lukas Podolski gegen England seine Karriere im DFB-Team mit seinem 130. Länderspiel beenden. Zeit für einen Rückblick ...

Das Debüt
Am 6. Juni 2004 debütiert Podolski im Alter von 19 Jahren und zwei Tagen im DFB-Trikot, als er gegen Ungarn im Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern für Fredi Bobic eingewechselt wird. Das Spiel geht jedoch mit 0:2 verloren. Podolski darf ein paar Tage später mit zur Europameisterschaft in Portugal und war seitdem nicht mehr aus der Mannschaft wegzudenken.

Das erste Tor
Am 21. Dezember 2004 gelingt dem Kölner sein erster Treffer für die A-Nationalmannschaft. Gegen Thailand sprintet er in typischer Poldi-Manier über den linken Flügel und knallt das Leder mit links unter die Latte. In der letzten Minute gelingt ihm zudem auch noch der 5:1-Endstand.

Sieben Sekunden
Bei einem Freundschaftsspiel im Mai 2013 schreibt Poldi Fußball-Geschichte. Beim 4:2-Sieg gegen Ecuador erzielt er zwei Tore, das erste davon bereits nach sieben Sekunden. Bis heute hat kein deutscher Nationalspieler schneller getroffen. "Das gibt’s nicht! Besser kann es ja nicht losgehen. Unfassbar", freute sich der damalige ARD-Kommentator Tom Bartels.

Weltmeister
Vor der WM 2014 in Brasilien war die Nominierung Podolskis fraglich. Nach guten Auftritten in der Qualifikation und der Vorbereitung überzeugte er jedoch und durfte mit - wenn auch nicht als Stammspieler. Für Löw war die Begründung einfach: "Er ist für mich ein enorm wichtiger Spieler, weil er diesem Team gut tut", so der Bundestrainer damals. "Lukas ist für mich auf dieser Position, trotz der größer gewordenen Konkurrenz, unverzichtbar". Mit zwei Einsätzen und seiner positiven Ausstrahlung trug er seinen Teil zum WM-Erfolg bei.

Sprüche
Podolski ist kein Kind von Traurigkeit. Während seiner gesamten Karriere war er stets für die gute Stimmung innerhalb der Mannschaft zuständig, aber auch in Interviews und Pressekonferenzen hatte er die Lacher meist auf seiner Seite. "Hat 15 Minuten gedauert, sieht man ja auch", beurteilte Podolski so einst Schweinsteigers perfekt gestylte, wasserstoffblonde Frisur.

Schweini und Poldi, ein unvergessliches Duo
Schweini und Poldi, ein unvergessliches Duo©Getty Images

Bei der WM 2006 erklärte er: "Ich denke nicht vor dem Tor. Das mache ich nie." Die Geburt seines Sohnes Louis kommentierte er in seiner unnachahmlichen Art: "Nabelschnur durchgeschnitten, Fotos gemacht, Familie angerufen, geheult."

Das Ende
Nachdem er im DFB-Team zuletzt nicht mehr über die Reservistenrolle hinauskam, kündigte Podolski nach der UEFA EURO 2016 seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft an. Seine Bilanz kann sich sehen lassen: Mit letztendlich 130 Länderspielen ist er nach Lothar Matthäus (150) und Miroslav Klose (137) der am dritthäufigsten eingesetzte deutsche Nationalspieler. Bei den Länderspieltoren (48) liegen nur Gerd Müller (68) und Klose (71) vor ihm. Sein prägnantes Motto: "Rein das Ding und ab nach Hause!"

Während er seine Nationalmannschaftskarriere beendet, wird Podolski im Verein noch eine letzte Herausforderung suchen und zur neuen Saison von Galatasaray nach Japan zu Vissel Kobe wechseln.

Joachim Löw ließ Lukas Podolski nie fallen
Joachim Löw ließ Lukas Podolski nie fallen©Getty Images

Viel Glück, Poldi!

Poldi und Miro Klose: ein kongeniales Duo
Poldi und Miro Klose: ein kongeniales Duo©Getty Images
Tschö Poldi
Tschö Poldi©AFP/Getty Images
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