Brisantes Duell mit Bundesligabeteiligung

Wenn am Freitag in Columbus die Erzrivalen USA und Mexiko aufeinandertreffen, geht es nicht nur um Punkte für die WM-Qualifikation. Mitten drin in diesem aufgeladenen Duell jede Menge Bundesligaprofis.

Jürgen Klinsmann weiß, dass er sich auf seine Bundesligaprofis wie Fabian Johnson verlassen kann
Jürgen Klinsmann weiß, dass er sich auf seine Bundesligaprofis wie Fabian Johnson verlassen kann ©Getty Images

"Es geht um mehr als nur um Fußball. Hier bei uns ist es das Spiel überhaupt. Es sind die beiden Großen, die aufeinandertreffen und um mehr als das Ergebnis spielen", weiß US-Nationalcoach Jürgen Klinsmann vor dem – inzwischen auch politisch – hochbrisanten Duell zwischen den US-Boys und Mexiko.

In Columbus, Ohio, geht es zwischen den Erzrivalen um wichtige Punkte für die WM-Qualifikation, für manche vielleicht sogar um mehr. Dabei baut das US-Trainerteam um Klinsmann, Chefscout Matthias Hamann und Assistent Andreas Herzog gleich auf sieben Bundesliga-Legionäre.

Zunächst wäre da der 23- Jährige John Anthony Brooks, Innenverteidiger von Hertha BSC Berlin. Der unter dem Hashtag #wallofbrooks in sozialen Netzwerken bekannte gebürtige Berliner spielt bisher eine gute Saison und ist der Abwehrchef der alten Dame.

Gegen Chicharito und Co. hinten dicht machen soll auch der Frankfurter Timothy Chandler. Der Außenverteidiger ist Stammspieler bei Eintracht Frankfurt und trug mit starken Auftritten seinen Teil zum aktuellen Höhenflug der Eintracht bei. Auch Rekordbundesligaspieler und Vereinslegende Karl-Heinz Körbel ist begeistert: "Timmy ist ein Wunder! Wie er inzwischen auftritt, wie souverän er spielt."

Auf der offensiven Außenbahn sollen Fabian Johnson von Borussia Mönchengladbach und Christian Pulisic von Borussia Dortmund für Wirbel sorgen. Johnson ist auch in seiner dritten Saison bei den Fohlen sowohl in der Bundesliga als auch der UEFA Champions League gesetzt und wird auch von Klinsmann sehr geschätzt. Absolutes Lieblingskind des ehemaligen DFB-Teamchefs ist aber der 18-Jährige Pulisic, der beim BVB eine bärenstarke Saison spielt.

Christian Pulisic bescheinigt Jürgen Klinsmann ein
Christian Pulisic bescheinigt Jürgen Klinsmann ein©AFP/Getty Images

In dieser Saison konnte er mit zwei Toren und vier Vorlagen in nur acht Spielen glänzen und durfte trotz seines jungen Alters bereits in der UEFA Champions League drei Spiele über 90 Minuten bestreiten. Er zählt zu den absoluten Top-Talenten im US-Kader, auch Klinsmann stellt klar: "Sein Potenzial ist grenzenlos."

Zweifellos als Talent kann man auch Julian Green vom FC Bayern München sehen. Der 21-Jährige kommt allerdings wegen der starken Konkurrenz auf den Offensivpositionen der Münchner kaum zum Zug und konnte bisher nur im DFB-Pokal sein Können zeigen. Dort lieferte er mit einem Tor beim 3:1-Sieg gegen Augsburg aber auch gleich eine überzeugende Leistung ab. Chefscout Hamann riet ihm allerdings vor kurzem zu einem Wechsel: "Er wäre besser bei einem Verein aufgehoben, wo er gesicherte Einsatzzeiten bekommt. Julian kann in der richtigen Mannschaft Bundesliga spielen."

Im Sturm hat Klinsmann die Qual der Wahl. Neben Green könnten dort auch Bobby Wood vom HSV und Aaron Jóhannsson von Werder Bremen spielen. Der 23-Jährige Wood fehlt den Hamburgern momentan auf Grund einer Rotsperre, zählt aber mit zwei Saisontoren zu den wenigen Lichtblicken beim Bundesliga-Dino. Jóhannsson dagegen kommt in Bremen im Moment nicht über die Rolle des Jokers hinaus.

Timothy Chandler und John Anthony Brooks gehören zu den wichtigen Säulen im US-Team
Timothy Chandler und John Anthony Brooks gehören zu den wichtigen Säulen im US-Team©Getty Images

Das Schlusswort zu dieser Partie gebührt aber einem ehemaligen Bundesligaprofi, der Ex-Gladbacher und aktuelle US-Kapitän Michael Bradley hat in der politisch angespannten Lage zwischen beiden Staaten nur einen Wunsch: "Ich hoffe, sie zollen jedem im Stadion den verdienten Respekt. Egal, ob es Amerikaner, Mexikaner oder neutrale Fans sind. Wir wollen alle ein gutes Spiel zwischen zwei sportlichen Rivalen sehen."

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