ÖFB: Mut nach vorne

Die EURO 2016 wurde verarbeitet, jetzt will die österreichische Nationalelf in der WM-Qualifikation zu alter Stärke zurückfinden. Erster Stop: Georgien.

Marcel Koller hat die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im Visier
Marcel Koller hat die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im Visier ©AFP/Getty Images

"Wir wollen die verpatzte EURO aus den Köpfen rausbekommen. Wir wollen den Blick nach vorne richten", meinte ÖFB-Stürmer Marc Janko vor dem Start der WM-Qualifikation auswärts gegen Georgien. Teamchef Marcel Koller gab die Zielsetzung vor: "Wir wollen 2018 nach Russland."

Die Lehren aus dem Sommer-Abenteuer in Frankreich hat Österreich gezogen. "Wir müssen uns an der eigenen Nase nehmen. Zu ganz oben fehlen uns noch Kleinigkeiten, siehe EURO", gab Janko zu Protokoll.

Die Mannschaft blieb größtenteils zusammen, nur Kapitän Christian Fuchs gab seinen Rücktritt bekannt. Statt ihm trägt nun Julian Baumgartlinger die Schleife. Eine Aufgabe, der sich der Bayer-Leverkusen-Motor vor allem verbal stellen will: "Ein Team lebt davon, dass man miteinander spricht, ein erfolgreiches umso mehr. Kommunikation tut gut, und ich muss das als Kapitän anleiten."

Die Beständigkeit im ÖFB-Team ist nicht gleichbedeutend mit einer überalterten Mannschaft. Fünf Spieler wären noch in der U21 spielberechtigt. Michael Gregoritsch und Louis Schaub sind zum ersten Mal dabei, Valentino Lazaro durfte schon in der Vergangenheit Nationalteam-Luft schnuppern und Alessandro Schöpf und Marcel Sabitzer sind praktisch ohnehin schon alte Hasen. 

Marcel Koller fand für die Teenager nur lobende Worte: "Sie haben sich sehr gut eingefügt. Der Rhythmus bei der Nationalmannschaft ist höher, es ist intensiver. Man sieht aber, dass sie sich nach der ersten Nervosität anpassen können."

Man darf gespannt sein, welche Startelf Marcel Koller im Boris Paichadze Oval ins Rennen schicken wird. Offen dürfte vor allem der Platz am rechten Flügel sein. Hinten links klafft nach dem Rücktritt von Fuchs eine Lücke. Dafür steht aber Markus Suttner parat. "Er war die vergangenen fünf Jahre immer dabei und weiß, wie zu spielen ist. Das ist ein Vorteil", bescheinigte Koller.

Vor dem Gegner ist die ÖFB-Elf gewarnt. "Sie stehen defensiv sehr gut. Das haben sie auch schon gegen starke Mannschaften wie Spanien oder Deutschland bewiesen. Da müssen wir einfach dagegen halten", erklärte David Alaba. "Uns erwartet ein Hexenkessel, Georgien ist sehr heimstark. Gegen große Nationen – und da gehören wir nicht dazu – haben sie gute Ergebnisse geliefert", wusste Marc Janko.

Trotzdem ist die Zielsetzung klar. Das Selbstvertrauen soll wieder her. Am besten mit drei Punkten.

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