Julen Lopetegui: So tickt Spaniens neuer Nationaltrainer

Spanien hat mit Julen Lopetegui einen Nachfolger von Vicente del Bosque gefunden. Der Ex-Torwart und frühere U21-Nationaltrainer muss hohe Erwartungen erfüllen.

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Über seine neue Aufgabe
"Ich möchte mich für das in mich gesetzte Vertrauen bedanken und natürlich auch für die Chance, die spanische Nationalmannschaft trainieren zu dürfen. Das erfüllt mich mit großem Stolz und ich spüre eine große Verantwortung. Ich weiß sehr wohl, dass man große Erwartungen in mich setzt."

Seine Ziele als Nationaltrainer
"Das Gerüst der Mannschaft steht. Wir haben viele Spieler, die sich schon auf höchstem Niveau bewiesen haben und ich bin sicher, dass da künftig noch einige dazukommen werden. Ich werde jetzt keine Revolution starten, eher eine Evolution. Wir werden nur geringfügige Veränderungen vornehmen."

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Hintergrund
Der ehemalige Torwart war während seiner aktiven Karriere sowohl bei Real Madrid als auch bei Barcelona unter Vertrag, konnte sich bei den großen Klubs aber nicht durchsetzen. Besser lief es für ihn bei Logroñés und Rayo Vallecano. 1994 gehörte er zum spanischen Kader bei der FIFA-Weltmeisterschaft. Sein Trainerdebüt feierte er bei Rayo Vallecano, anschließend arbeitete er als TV-Experte. Nach einem Job als Nachwuchstrainer bei Real führte er Spanien bei der FIFA-U20-WM ins Viertelfinale und zum Triumph bei der UEFA-U19-EM ein Jahr später.

Aufgrund dieser Erfolge wurde er zum U21-Nationaltrainer befördert und feierte mit Spielern wie David de Gea, Isco, Thiago Alcántara, Álvaro Morata und Koke den EM-Titel 2013 in Israel. Anschließend übernahm er den FC Porto und erreichte in seinem ersten Jahr das Viertelfinale in der UEFA Champions League, ehe sich die Wege im Januar 2016 trennten.

Welche Art Fußball lässt er spielen?
Er kennt die aktuelle Generation von Spaniens Ausnahmetalenten ganz genau und wird sicher nicht alles über den Haufen werfen, was Luis Aragonés und Del Bosque erarbeitet haben.

Im Klartext: Spanien wird auch in Zukunft viel Ballbesitz und Kombinationsfußball anstreben. "Wir haben einen Stil und wir glauben an diesen Stil", hat Lopetegui nach dem Gewinn der U21-EURO 2013 erklärt. "Wir haben genug gute Spieler, die an dieses System glauben. Aber wir wissen auch, dass es nicht perfekt ist. Im Fußball ist nichts perfekt. Wir müssen daran arbeiten und es weiter verbessern."

Highlights: Spanien schlägt die Türkei mit 3:0.
Highlights: Spanien schlägt die Türkei mit 3:0.

Hätten Sie es gewusst?
Lopetegui wurde bei Real Madrid von Alfredo di Stéfano trainiert und war bei Barcelona Spieler unter Johan Cruyff. Außerdem pflegt er eine Freundschaft mit Josep Guardiola.

Lopeteguis erste Aufgabe
Der 49-Jährige wird Ende August sein Aufgebot für das erste Qualifikationsspiel zur FIFA-Weltmeisterschaft 2018 gegen Liechtenstein bekannt geben. Am 5. September feiert er dann sein Pflichtspieldebüt. Einen Monat darauf kommt es für ihn zum ersten Klassiker, wenn Spanien auswärts gegen Italien antritt.

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