Die Schweiz fährt zur EURO

Schweiz - San Marino 7:0 Nach langer Anlaufphase gelang der Nati das erhoffte Schützenfest, doch viel wichtiger war der gleichzeitige Punktverlust der Slowenen.

"Alle sieben Tore eines denkwürdigen Spiels: Die Schweiz bejubelt den Einzug in die Endrunde der UEFA EURO 2016!"

• Quali für Endrunde der UEFA EURO 2016 dank Litauens Schützenhilfe fix
• Erstes Tor mit siebter Chance
• Tordebüt von Breel Embolo
• Starkes Comeback von Eren Derdiyok
• Letzte Spiele: Estland - Schweiz, San Marino - Slowenien (Montag)

Dank eines 7:0-Sieges gegen San Marino und eines gleichzeitigen 1:1 zwischen Slowenien und Litauen hat die Schweiz schon vor dem letzten Spieltag ihr Ticket für die UEFA EURO 2016 in der Tasche.

Die Chancen der Schweiz in 90 Minuten zählen? Fast unmöglich. Zu viele waren es, auch wenn sich die Männer in Rot-Weiß die eine oder andere Schwäche erlaubten. Allein in den ersten 17 Minuten waren es sechs nennenswerte, der Reihe nach vergeben von: Gökhan Inler, Luca Zuffi, Admir Mehmedi, Michael Lang, Pajtim Kasami und Johan Djourou. Torwart Aldo Simoncini durfte dabei nachweisen, als womöglich Einziger der Gäste aus San Marino über gehobenes Niveau zu verfügen – etwa, als er sich Djourou, dem Schweizer Verteidiger vom Hamburger SV, mutig entgegenwarf.

Simoncinis Zeit dauerte bis zu Chance sieben – dann war es um seine Ungeschlagenheit geschehen. Ricardo Rodriguez, der vor allem damit beschäftigt war, von der einen Eckball-Ausführung zur anderen zu sprinten, hob eine Ecke auf den Kopf Embolos. Und dessen Verlängerung fand am zweiten Pfosten Lang – 1:0. Ein erster Druck fiel offensichtlich von den Schweizern ab. Vielleicht zu viel. Bis zur Pause jedenfalls war überaus mäßig, was sie boten – gewiss auch wegen abnehmender Konzentration. Fehler und Fehlerchen schlichen sich ein, und teils verwirrte die Nati mit ihren Positionswechseln in der Drei-Mann-Spitze mit Embolo, Josip Drmic und Mehmedi nicht nur den Gegner, sondern auch sich selbst. Aber: alles verschmerzbar gegen diesen Gegner.

Nach der Pause steigerten die Schweizer ihre Konzentration. Chancen waren logischste aller Konsequenzen, Tore genauso – teils vom Elfmeterpunkt. Erst unterlief Davide Cesarini im Strafraum ein Hands – Inler verwertete sicher (55.). Dann wehrte Simoncini ein 20-Meter-Geschoss Fabian Schärs nach vorne ab – Mehmedi staubte ab (65.). Djourou durfte ebenfalls zum Elfer schreiten und sein zweites Länderspieltor im 54. Spiel erzielen – Davide Simoncini hatte Schär gefoult (72.). Und auch Pajtim Kasami war ein Tor vergönnt, mit trockenem Schuss von halblinks.

Wer traf sonst noch? Klar: Breel Embolo, per Elfmeter, den Alessandro Della Valle mit einem Foul am eingewechselten Eren Derdiyok verursachte (80.). Für das Juwel des FC Basel 1893 wars das Tordebüt in der Nati. Und ja, richtig gehört: Rausgeholt hat ihn Derdiyok, der erstmals seit November 2012 das Nati-Trikot trug.

Für Derdiyok kams noch besser: Er köpfte das 7:0 – und egalisierte für die Schweiz den 24 Jahre alten Rekordheimsieg. Im Juni 1991 gewann die Schweiz schon mal daheim in selber Höhe. Gegen wen? San Marino. Wo? Auch in St. Gallen.

Doch die wichtigste Kunde kam erst nach Spielschluss: Slowenien verpasste gegen Litauen den Heimsieg, also ist der Schweiz Platz 2 in Gruppe E nicht mehr zu nehmen; sie fährt an die Euro 2016 in Frankreich.

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