Österreich gegen Polen: Fünf Unterschiede

Viel Differenz war zwischen den beiden Teams nicht auszumachen. Wie so oft machten die kleinen Dinge aber den größten Unterschied.

Valentino Lazaro legte mit Österreich einen Fehlstart hin
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Es war ein enges Spiel im Wiener Ernst Happel Stadion. Polen setzte sich gegen Österreich im Auftaktspiel der Qualifkation zur EURO 2020 hauchdünn mit 1:0 durch. Genauso gut hätte auch die ÖFB-Elf als Gewinner vom Platz gehen können. Oder etwa doch nicht? Hier sind fünf Punkte, die im Wiener Prater und für den Rest der Quali den Unterschied ausmachen konnten und können.

Eine Standardsituation macht den Unterschied

Beide Teams neutralisierten sich weitgehend. Die Trainer Franco Foda und Jerzy Brzęczek haben offensichtlich ihre defensiven Hausaufgaben gemacht, denn Österreich und Polen ließen aus dem Spiel heraus nur selten Gefahr zu. So war es nur die logische Konsequenz, dass der entscheidende Treffer aus einem ruhenden Ball heraus entstand. Heinz Lindner konnte einen Schuss von Tomasz Kędziora nur zu Krzysztof Piątek abwehren, der nickte ein. "Max Wöber hat versucht zu blocken, leider hat er mir da die Sicht verstellt und ich konnte dem Ball nicht mehr die nötige Richtung mitgeben, dass er aus der Gefahrenzone kommt", schliderte der Torhüter die Situation. 

Piątek macht den Unterschied

Piątek erzielte das goldene Tor für Polen
Piątek erzielte das goldene Tor für Polen©Getty Images

Bis zur 59. Minute hatte Österreich leichte Vorteile, dann wurde zur Freude der tausenden polnischen Fans Krzysztof Piątek eingewechselt. Mit dem Goldtor und einer Großchance stellte sich der Senkrechtstarter dem Wiener Publikum vor, außerdem verlieh er dem Spiel der Gäste sichtbar mehr Dynamik. "In der ersten Hälfte hatten wir Probleme, da haben wir viele taktische Fehler gemacht, nach der Einwechslung von Piątek hat unser Spiel ganz anders ausgeschaut", erklärte Polen-Trainer Jerzy Brzęczek nach dem Spiel den Schachzug.

Das Zentrum macht den Unterschied 

Franco Foda brachte Kapitän Julian Baumgartlinger und Florian Grillitsch im Zentrum des Mittelfelds. Defensiv absolvierte das Duo die gestellte Aufgabe gut, offensiv waren die beiden aber weitgehend unsichtbar und wirkten behäbig. Vor allem für das schnelle Umschaltspiel, das Foda bevorzugt, wäre Xaver Schlager vielleicht die bessere Variante gewesen.

Die Bank macht den Unterschied

David Alaba und das ÖFB-Team gingen zum Quali-Auftakt leer aus
David Alaba und das ÖFB-Team gingen zum Quali-Auftakt leer aus©Getty Images

Während Brzęczek, wie schon besprochen, mit Piątek ein echtes Ass im Ärmel hatte, konnte Franco Foda auf die taktische Pattstellung nicht wirklich reagieren. Mit ein Grund dafür ist die dünne ÖFB-Personaldecke in der Offensive. Guido Burgstaller, Michael Gregoritsch, Alessandro Schöpf und Hannes Wolf mussten alle verletzungs- oder krankheitsbedingt passen. Vor allem der vielseitige Salzburg-Stürmer hätte heute perfekt ins Bild gepasst. 

Israel wird den Unterschied ausmachen

Das erste Sechs-Punkte-Spiel hat Österreich nun bereits verloren. In Panik verfällt man aber nicht. "Wir sind gerade am Anfang, haben noch neun Spiele vor uns", wusste Marko Arnautović. Am Sonntag folgt in Haifa der nächste Härtetest für die ÖFB-Elf. Mit einem negativen Ergebnis wäre der Zug zur EURO 2020 zwar noch nicht abgefahren, aber schon am Weg aus dem Bahnhof. Auch wenn Österreich am Papier stärker scheint, Israel-Coach Andreas Herzog kennt den ÖFB in all seinen Facetten. Und nachdem er im Rennen zum rot-weiß-roter Teamchef mehrmals den Kürzeren zog, brennt der Rekordnationalspieler nur so darauf, es seiner Heimat zu beweisen. Eine Niederlage wäre für den ÖFB fatal. Mit einem Sieg ist hingegen wieder alles offen.

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